Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
208
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15. Mai 1556; aber statt ihn zur Verantwortung zu ziehen, ließen die erschrocke-nen Bischöfe ihn 10 Tage in einem Pnvachause ungestört predigen, und die Köni-gin-Regcnrin begnügte sich, seine Rechtfertigung nicht zu lesen. Nach ihrem Wun-sche sollten entscheidende Lchritle von beiden Seiten jetzt vermieden werden. DaßKatholiken und Protestanten in Schottland verträglich neben einander leben könn-ten, hielt weder die kathol. Geistlichkeit noch die protestantische Partei für nützlichoder nur möglich. Ungeachtet K. mehre bedeutende Männer von hohem Adel fürdiese Partei gewonnen hatte, schien ihm sein Vaterland zu einer allgemeinen Re-formation doch »och nicht reif, und im Lämmer 1556 folgte er mit seiner Gattin,Miß Bowes, dem Rufe zum Predigtamte bei der engl. Geniein.de in Genf , wäh-rend die schottischen Bischöfe ihn nach seiner?lbreise vorluden und in contumaciamzum Feuertode verdammten. Don Genf aus erließ er eine Appellation gegen diesesUrtheil an Un allgemeines Concilium, mit Ermahnungen an den Adel und die Ge-meinen in Schottland , und wußte überhaupt den Mangel seiner Gegenwart imVaterlande durch kraftvolle Lehrschreiben zu ersetzen. Schon 1557 verlangte dienun verbundene Congregation Christi (so nannte sich die Protest. Partei in Schott-land) seine Rückkehr; er übergab auch sein Predigtamt einem Andern; doch ihreUnentschlossenheir nöthigte ihn , von Dieppe , nach einigem Aufenthalte unter denReformirtcn in Frankreich, wieder nach Genf zu gehen, wo er nicht nur seine theo-log. Studien, vorzüglich der hebr. Sprache fortsetzte, sondern auch mit einigenFreunden die engl. Bibelübersetzung besorgte, die ". d. N. der genfer Bibel bekanntist. Auch gab er hier s. „Schreiben an die Königin-Regentin" zur Widerlegung derVorurtbeile gegen die Reformation, und seinen „Zuruf an den Adel und die Reichs-stände von Schottland " heraus, worin er diesen ihre Pflicht, für die Kirchenverbes-sei ung zu sorgen, einschärfte und den Protestanten eine Liturgie für ihre Versamm-lungen vorschrieb. Beide Schriften waren von großer Wirkung. Aber ohne Etwaszu verbessern, schadete er nur sich selbst durch die 1558 erschienene, eigentlich bloßgegen die grausame Maria von England gerichtete, heftige Schrift: „Erster Trom-petenstoß gegen das monströse Weiberregiment", die ihm die pers.nliche Feindschaftder Königin Elisabeth von England , wie der Regentin und ihrer Tochter, der Kö-nigin Maria Lluart , zuzog. Er ging daher neuen Gefahren entgegen, als er denfür die Erweiterung seiner theologischen Kenntnisse sehr wichtigen Aufenthalt inGenf 1559 endigte, um wiederholten Einladungen nach Schottland zu folgen ,und, das Vorbild der genfH- Kirche im Herzen, eben ankam, als die Regentin dieVertreibung der protestant. Lehrer beschlossen hatte. Sogleich erklärteste ihn be-sonders in die Acht und befestigte dadurch seine nun urwerhoklen ausgesprocheneÜberzeugung, daß den Königen in ungerechten Dingen kein Gehorsam zu leistensei. Das Volk nahm ihn mir Begeisterung auf; aber wider seine Absicht brach esnach einer feurigen Predigt, die er zu Perth gegen den Bilderdienst hielt, in eineZerstörungswuth aus, wozu der Schlag, mildem ein nach der Predigt des Refor-mators Messe lesender Priester die Neckereien eines Knaben bestrafte, das Signalwar. Altäre und Bilder wurden niedergerissen und zerschmettert, Klöster der Erdegleich gemacht und ihre Schätze unter die Armen vertheilt; dies geschah erst zuPerth , bald auch in andern Städten. Die aufgeregte Menge war von einerSchwärmerei ergriffen, die weder Lehrer noch Obrigkeit mehr bändigen konnten.Freilich gehörten diese Bilderstürmer zum niedrigsten Pöbel, und K. selbst äußertelaut seinen Unwillen über ihre Ausschweifungen. Dennoch brachte sie die katho-lische Partei auf seine Rechnung, und die Congregation der protestantischenLords mußte sie vertreten. Man schritt daher auf beiden Seiten zur Gewaltder Waffen. Wo die Protestanten siegten, reformirten sie auf eigne Hand.K., die Seele ihrer Partei, predigte zu St.-AndrewS , und auch hier zerrrüm-merle das Volk die Zierden des Katholicismus. Das Kriegsglück brachte ihn end-