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lich nach Edinburg , wo die Bürgerschaft ihn znm Prediger wählte. Doch ermußte bald wieder dem franz. Heere der Rcgentin weichen und unternahm ein»Predigerreise durch die Provinzen. Von hier aus knüpfte er Unterhandlungen mitEngland an, um den franz. Hülfstruppen der Regentin englische entgegenzustel-len; Vergebens setzte sie einen Preis auf seinen Kopf; seine Partei nahm ihr dieZügel der Regierung und erzwäng den Abzug der Franzosen. So wurde der Pro-testantismus in Vchottland frei, und die Reformation 1560 durch das Parlamentgesetzlich. K. hatte dabei die (Genugthuung, daß in Rücksicht der Lehre lind desGottesdienstes seine (die presbvlerianisch-reforniirte) Ansicht die allgemeine Zu-stimmung gewann und den Charakter der schottischen Kirche bestimmte, aber auchden Schmerz, das reiche Erbe der alten Kirche durch die Habsucht des Adels zer-splittert und den Zwecken der Religion größtenthetls entzogen zu sehen. Seit 1560verwaltete er das Prcdigtamr m Edinburg mit der ihm eignen Freimüthigkeitund Gewalt über die Seelen. Schon darum, aber noch mehr wegen seines Ge-wichts im Rathe der Conaregation, mußte er, sobald die junge Königin MariaStuart 1561 den schottischen Boten betrat, ihr Besorgnis einflößen. Verge-bens suchte sie ihn i» fünf vertraulichen Unterredungen, zu denen sie ihn berief,bald zu schrecken, bald zu gewinne». Hhre Künste scheiterten an der Geradheitund sittlichen Strenge dieses Manms, der, obwol nacht ungerührt bei den Thrä-nen , die der Ärger über seine Unbiegsmikeit ihr auspreßte, und weder so unehr- -erbietiq, als ihre Scbutzretner behauptet haben, noch harter gegen sie, als ihm dasGewissen gebot, seinem Unwille» über ihre leichtsinnige Lebensweise und papisti-schc Denkungsait selbst auf der Kanzel freien Lauf ließ. Da sie endlich für ihrenHof den katholischen Gottesdienst öffentlich einführte, berief er, um die seinerKirche drohende Gefahr abzuwenden, den Adel zu einer Versammlung. DerBrief, worin er dies that, wurde aufgefangen, K.von der Königin des Hoch-verrarhs beschuldigt und vor e»> Gericht der Lords gestellt, bei dem sie nur dasrachzieriae Weib zeigte. Zu ihrem Verdrusse sprachen die Richter ihn frei. Seinebittern Äußerungen über ihre Heiraih mit dem katholischen Darnlei) gaben ihrneuen Anlaß zur Klage. Doch verließ K. Edinburg erst, da sie 1566 selbst da-hin kam, und kehrte sogleich nach ihrer Absetzung im Sommer 1561 dahin zu-rück. Er harre dazu desto eifriger mitgewirkt, je mehr ihr Plan, die Reformationin Schottland zu unterdrücken, ihm klar geworden war; ja er stimmte selbst fürihr durch Mord und Ehebruch verdientes Todcsurtheil, dem sie sich aber durch dieFlucht entzog. (S. Maria Stuart .) Das letzte Jahr seines Lebens wurdedurch einen Bürgerkrieg beunruhigt. den Mariens Anhänger 1511 erregten; sievertrieben ihn von Edinburg , und als die Wiederherstellung der Ruhe ihn 1512dahin zurückführte, war er so schwach, daß seine Stimme die Kirche nicht mehrausfüllte. Am 24. Nov. 1512 starb er. Zm Augenblicke der Einsenkung seinesLeichnams gab der Regent, Graf Morton, ihm das Zeugniß: „Hier liegt derMann, der sich nie vor einem Mensche» fürchtete". Er hinterließ von seiner ersten,1560 verstorbenen Gattin 2 Sehne, die als Theologen zu Cambridge unbeerbtstarben, von der zweiten, ihm 1564 verbundenen Gattin, Tochter des LordsOchil-tree, 3 Töchter, die sich an Prediger verheiratheren z die jüngste zeigte sich beider Verbannung ihres Gatten, Welch, an Geist und Kraft ihrem Vater ähnlich.
K. nimmt unter den Reformatoren des 16. Jahrh, eine ehrenvolle Stelle ein.
Er besaß mehr Verstand als Gelehrsamkeit, mehr Kraft als Milde. Eiftiz undunerschiocken wie Luther , im Kampfe fast noch heftiger, aber verschlossen in sei-nem Wesen und tiefer in die politischen Händel der Partei, die er beseelte, hin-eingezogen, leitete er die Reformation planmäßiger als dieser. Eine hinreißendeBeredtsamkeit, eine ehrsurchtgebietende Persönlichkeit, eine tiefe Religiosität gabenseinen Vortrügen den Reiz, der die Gemüther fesselt. In Schottland wurde er
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