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Sechster Band. K bis L.
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210 Knüttelverse

von allen Parteien gefürchtet, von der seinigen auch kindlich geliebt und verehrt.Die jetzig« Verfassung derpreobytcrianischen Kirche in Großbritannien iß sein Werk.Daß ihn Hume getadelt, Robertson nur schwach vertheidigt und die Lobretner derschönen Maria Stuart der Rohheit und Bitterkeit beschuldigt haben, mußte in derZeit, wo es unter den Schriftstellern Mode ward, die Parkei dieser Königin zu neh-men, seinem Andenken allerdings schaden. Diese Tatler vergaßen aber, welcheRücksicht die S itte seines Volks und ferner Zeit, die Bitterkeit seiner Erfahrungenund Schicksale, seine Stellung als Verfechter einer bedrohten Partei, und das un-aufhaltsame Treiben seines lhatendurstigen Geistes bei der Bemüh» ilung seines Ver-fahrens erheischt. Rauh, ja zum Trübsinne geneigt, war er freilich bisweilen; dochin Schottland , wo Privatinleressn oft noch stärker wirkten als öffentliche, und dieVerwirrung ohne erne zusammenhaltende Kraft unheilbar geworden wäre, bedurftedie Reformation gerade eines solchen strengen Mannes, um zu gedeihen. Vgl.TH.M'Erie'S „I.ile «i .lobn K,,»»" (3. Ausg>, Edinb. 1814), im Auszuge übersetzt:„Leben des schottischen Reformators >c.", mit einer Vorrede von Plant (Göiring.1811), und Eooke's „llixiorv »l ich,! rel>ui>i»>lü,n <>t twotlainl". d.

Knüttelverse (nicht Knittelverse). Darunter verstand man anfangsnicht nur holprige, sondern auch schlechkgerciime, sowol latein. als deutsche Verse.Sie heißen auch Bcngelrcmte (cnzl. !u>bü!iu^ vorxex, »> rl,v,>»-!;; sranz. reis lou-nin«. xcrxilu rieux ten>>.. rininilc; welsch vi'ixnx ini; latein. >e>5»x in-eiiltl. INI,In nati). Vor 1114 wird man in der deutschen Literatur dieseBenennungnicht finden. Mag». Dan. Omeis, der 1112 die 2. Anst. s. „Deutschen accuratenRenn-und Dichtkunst" herausgab, kennt zwar, die Kertenreime, Klappreime,Klinggedichke:c., allein die Knüttelverse noch nicht. Auch Ioh. Frietr. Rottinannin s. „Lustigen Poeten" (gedruckt 1118), der doch alle Al ten von burlesken Versenaufführt, weiß noch nichts von ihnen. Gottsched aber in der 2. Aufl. s. „Kriti-schen Dichtkunst' (l131) sagt, daß cr sich selbst ein paar Mal darin versuchthabe, aber ohne Zweifel nicht mit Glück, da es noch zu neumodisch sei. Es fälltalso die Bekanntwerdunz der Knüttelverse zwischen 1118 und 1131, oder, fallsGottsched Dasselbe schon in der ersten Aufl. (1129) sagt, zwischen 1118 und 1129.Es war daher Gräter'S Vermuthung, daß die Benennung für solche schlechte Versevon Benedict Knüttel, der von 1683 — 1132 Abt des »henial. Eiste,eienserklo-siers Schonthal war, herrühren möchte, der 1114 s. „.Vnichuo-IInchr,,., r->>e-eiu.-aiL VllUi-i .Vbbutt.i" und s. „I'rniwevu p>(.-h<»'NlI>uIü," herausgab, alleickingSeiner weitem Nachforschung werth. Gräter reiste selbst nach Schöiuhal und über-zeugte sich mit eigne» Augen an allen Wänden und Ecken, an allen Eingängen undDenkmalen dieser Abtei von der meisterhaften und einer solchen Auszeichnung wür-digen Holprigkeit und Geistlosigkeit der Knuttel'schen Verse, z. B.t.ura pervi-stli ckosnnes ttsstor ovili'leriius intenüit, cui tloelum prsemia penstit.diunc I<o>ser,I,emu,n 8peelosae Vallis Kremum^stum hlulbronns s,6i selopttst prsesule litoins. »

Oder:

s'. 4esn Nsptista IlüstenauerHak die Schriften auf die DauerIns truckne und ins WetterGemacht auf Tuch und Bretter;

Meistenrheils in Stein und Gipß,

Trutz dem Meister Hauns Philipps,

Gehauen und gestochen

Mir eignen Hand und Knochen; u. s. w.

Hiermit nicht zufrieden, veranlaßte er auch den Herrn Prälat von Abel, alsdamal.Vorstand des nunmehr dahin verlegten evangelisch-theolog. Seminariums, nochweitere mündliche Nachforschungen anzustellen, was auch von Erfolg gewesen ist.