Kobalt
211
Es lebte (!8l4) aus jener kathol. Abtei noch ein Fonvenkual, em Greis von 80 I.(sein Icanie ist nicht genannt). Dieser antwortete auf Befragung : er erinnere sichaus seiner frühesten Jugend, es sehr oft in dein Kloster gehört zu habe», daßBened.Knüttel durch seine Fertigkeit in zweizeiligen Reimen, und die Uiibesoi gtheit, ob sieallen ästhetischen Federungen gerade Genüge leisten oder nicht, Veranlassung gege-ben habe, daß man von seiner Zeit an alle holprige und halbgereimte Verse dieserArt, nach seinem Namen, Verse von Knüttel oder Knüttelverse geheißen habe. (S.Gräter's „Iduima und Hermode'', 3. Iahrg., 1814, Nr. 8 und 52; und „Liter.Beil.", Nr. !l.) In der neuesten Zeit hat ll. Kortum, der Vers. der „Iobsiade",jene Knüttel'sche Unbesorgthcik mit ausgezeichneter Genialität nachgeahmt, wovondas einzige Distichon als Beispiel hinreichend ist:
Das bat die grau Zobfen
Gewaltig verdeobseii! 87.
Kobalt (Kobolt), ei» Metall von lichtgrauer, ins Rothe stechender Farbe.Seine specifische schwere ist — 7, 7. Es ist spröde lind läßt sich zerpülvein; anHärte übertrifft es das Kupfer. Es kommt erst in der Temperatur, in welcher derStahl schmilzt, m Fluß, überstellt sich beim Glühen wiedasEisen mit einem Glüh-span uiid ist auch wie dieses magnetisch. Der Glühspan oder Kalk ist schwarzblauoder dunkelblau und theilt dem Glase denn Verschlacken die schöne blaue Farbe mit;er wird deßhalb zur Färbung des Glases und zum Malen des Porzellans angewen-det. I» den Säuren löst sich das Kobalt nur lan. sam und Mit Hülfe der Wärmeauf, die Alkalien wirken wenig auf dasselbe, befördern aber auf dem trockenen Wegedie Verschlackung. Mildem Quecksilber, Blei, Wisnwlh und Zink scheint sich dasKob alt theils gar nicht, theils nur sehr schwer zu verbinden, die dehnbaren Metallewerten durch eine Verbindung mir demselben spröder. Die Kobaltei ze werden gerö-stet, um das Arsenik und dcn Schwefel zu entfernen und 1 in einige andre Metallezu verkalken. Das geröstete Erz (S afflor oder Zaffer) wird mit reinem gebranntemund gemahlenem O.uarz und initrenicr calcinirterPokaschc, in solchen Verhältnissenals die Farbenproben es angeben, beschickt und zu einem blauen Glase (Smalteoder blaue Stärke) verschmolzen. Die Schmelzung geschieht in runden oder in vier-eckigen Öfen, aufderen Herde» die Glashäfen stehen, in welchen sich das Gemengezu dem blauen Glase befindet. Die aus sehr feuerfestem Thon angefertigten Häfenoder Tiegel werden durch die Flamme erhitzt, welche aus dem in der Mitte desOfens befindlichen Rost aufsteigt lind durch die an den Seiten befindlichen Öffnun-gen, durch welche die Tiegel gefüllt und geleert werden, wieder abzieht. Nachdemdie Ltchmelzung vollkommen erfolgt ist, wird die Glasmasse mit eisernen Kellenausgeschöpft und in mit Wasser angefüllte Gefäße ausgegossen. Das erhaltenespröde Glas wird trocken gepocht, das Pochmehl wird durch ein Drahlsieb geworfen,und das Durchgesiebte unter sehr harten Mühlsteinen von Granit naß gemahlen.Die feingemahlene Masse wird in große hölzerne Bottiche geschöpft, mit vielemWasser verdünnt und nach einer halben Stunde, nachdem sich das sogenannteStreitblau, welches wieder mit vermahlen wird, gesetzt bat, in einen zweiten Bot-tich gebracht, worin sie 24 Stunden lang ruhig stehen bleibt, damit sich die eigent-liche Farbe absetzt. Die über dem Niederschlage befindliche Flüssigkeit wird inSümpfe geleitet, um alle Farbemheilchen fallen zu lassen, welche aber noch unreinund zu wenig kingirt sind und daher unter dem Namen von Sumpfeschel wieder beider Verschmelzung zugesetzt werden. Der Bodensatz aus dem zweiten Bottich, oderdie eigentliche Farbe, kommt in die Waschstube, wird in Bottichen mitreinem Was-ser übergössen, stark umgerührt und durch ein sehr feines Drahlsieb, um alle Unrei-»igkeiten zurückzuhalten, in einen zweiten Bottich geschöpft. Hierin bleibt die Flüs-sigkeit 24 Stunden lang stehen. Das über dem Niederschlage befindliche trübeWasser wird ebenfalls in die Sümpfe geleitet, um die Suinpsescbel abzusetzen, wel-
14 *