Band 
Sechster Band. K bis L.
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212 Kobi Koblenz

chewie die vorigen behandelt werde». Dies Verfahren wird noch ein, auch zweiundmehre Male wiederholt, und dann die reine Farbe gewonnen, welche aus dem Bot:rich ausgehauen und sehr langsam und vorsichtig in besondern Trockenstubengetrocknet wird. Die getrockneten Farben und Eschel werden zwischen Brokern ode>hölzernen Walzen gerieben, durch ein seines Haarsieb gebeutelt und verpackt. An-den verschiedenen Blaufarbenwerken lassen sich nicht Maser (!,) von gleicher Höheder Farben anfertigen. Im Allgemeinen pflegt man hohe Farben (U), Couleuren(l ) und Eschelsarben (b) zu unterscheiden und bei diesen wieder Abtheilungen vonordinair (< >), Mittel ()I), fein (!), feiner (r,) uiid am feinsten (1IA ) zu machen.

Kob i (chinesisch-iubann,, Gobi , d. i. Sandkörner), in der kleinen oder ehrnesischen Biicharei, AsieiiS Hochebene vom 10b. bis 130. l^rad der Lange, amsüdl. Abhänge des Gebirges Gom Chai, das sie von der großen Wüste Schaschiutrennt, ist 400 deutsche Meuen lang und bis 100 M. breit, stoßt sudl. an Tibet und erstreckt sich von W. nach 0. in einer Fläche von 40,000 OM. Auf der gan-zen Erde liegt keine Ebene höher über dem Meere. Dieses große, von hohen Ge-birgen umgebene Kieselfeld hat Salzseen und Salzkräuter, sonst keine Vegetation,jedoch wie die afrikanischen Wüste» einige Haken von ungcmeiner Fruchtbarkeit.Kobi ist weder geographisch noch geologisch bisher untersucht. Die Hasen dienenden Mongolen, die sie mit den Herden durchziehen, Zinn Aufenthalt auf eine Zeitlang. Kein andrer Punkt der Erde eignet sich wie dieser zur Schafzucht im Gro-ßen. Ihre Flora ist interessant zu untersuchen, an welchen Stellen und nach wel-chen Gesetzen die Salzpflanzen hier ab - und zunehmen. Die Kalke ist der hohenLage wegen sehr scharf; in der Tiefe von einigen Fuß findet man immer Eis. Inder wärmer» Jahreszeit hac die Wüste cn manchen Stellen Gräser im Überfluß.Die meisten Bäche verlieren sich im Sande, weil sie keine Industrie besser leitet.Die-Leen, deren eine Menge sich auf einem Bode» finden, der so wenig Fall hat,sind zum Theil salzig. Der östl. Theil der Wüste heißt Barg».

Koblenz, vormals Residenz des Kurfürsten von Trier,hernach Hauptst.deS franz.Depart. Rbem undMos l, fetzt Hauptst. des zur preuß. Prov.Nieterrhei»gehörigen koblenzer Regierungsbezirks (10!) OM., 400,000 E.), liegt in einer rei-zenden Gegend, an der Mündung der Mosel in den Rhein . Über diesen fuhrt hiereine 485 F. lange Schiffbrücke zu dem auf dem rechten Rhemufer, K. gegenüber,liegenden Städtchen Thalehrenbreitstein, über welchem sich alff einem majestätischenFelsen die durch die Preußen hergestellte Festung Ehren breitstein erhebt. Überdie Mosel führt eine 536 Schrittlänge, aus 14 Bogen ruhende steinerne Brücke,von welcher man eine der schönsten Aussichten ani Rheine hat. K. (1050 H. und14,900 E.), der Sitz eines Hberpräsidenten, unter welchem seit dem April 1822die 5 rheinischen Regierungen zu Koblenz, Köln, Düsseldorf, Trier und Aachen vereinigt sind, besteht aus der Alt - und Neustadt oder Clemensstadt und ist imGanzen gut gebaut, besonders der letztere Theil. Zu bemerk, n sind: das neuevormalige kurfürstliche Schloß, im antiken Styl aufgeführt und mit ionischenSäulen geschmückt, zur Zeit des franz. Besitzes in eine Caserne verwandelt; dasTheater; das ehemalige Iesuitencollegium; der Metternich-Winneburg'sche Hofund der Leyen'sche Hof mit einem schönen Garten. Eine treffliche Wasserleitung,welche von einem Berge bei Metternich das reinste Quellwasser über die Mo-selbrücke in alle Quartiere der Stadt führt, verdankt K. seinem letzten Kurfür-sten. Eine Fabrik von lackirter Dlecharbeit beschäftigt 100 Personen; ihre Waa-ren übertreffen in Hinsicht der Dauer und Schönheit die englischen. Hauptge-genstand des Handels sind franz. und Moselweine. Die Mosel trägt Schiffe, diegewöhnlich 80 Fuß lang und 12 F. breit sind, 1800 Centner tragen und wenig-stens 3 F. tief im Wasser gehen. Eine Viertelstunde von der Stadt liegt die ehe-malige Carthause, wo man eine der trefflichsten Aussichten auf beide Ströme gc-