Band 
Sechster Band. K bis L.
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214 Kc-burg (Frdr. JosiaS, Herz. v.) Koch (Christoph Wilh.v.)

Koburg (Friedrich Zosias, Herzog von Sachsens, östr. Feldmarschall,geb. 1737, eroberte 1788 Choczim, schlug 1788 mit dem russ. General Suwaroffdie Türken bei Fokschan , besiegte denGroßvcsier bei Martinestie und nahm Buka-reschr. 1793 erhielt er den Oberbefehl des Heers gegen die Franzosen , schlug sie beiAldenhoven und N>erwinde», nahm ValencienneS, Cond,-, Cambray und Landrecy und ließ bis Guise i» Frankreich streifen. Als sich aber der Herzog von chork, umDünkirchen zu belagern, von den Oftreichern trennte, erlitt der Herzog v. K. eineIUederlage bei Maubeuge, Clerfavt beiTournay, die Briten wurden bei Dünkir-chen geschlagen, und in Folge dieser Unfälle trafen den Helden die Niederlagen beiFleurus und Aldenhoven. Er ging über den Rhein zurück, legte den Oberbefehlnieder und beschloß sein thatenvolles Leben in f. Vaterstadt 1815. Noch im hohenAlter heiter und gesellig, verbreitete er ein munteres Leben in dem Cirkel, den erum sich versammelte, und war bis an das Ende seines Lebens ein eifriger Anhängerdes Hauses Östreich.

K o ch (Christoph Wilhelm v.), Pros. der Rechtswissenschaft zu Strasburgund Kenner der Geschichte des Mittelalters, geb. den 9. Mai 1737 zu Burweilerim Elsaß , sehte nach dem Tode seines Lehrers und Freundes , Schoepflin (1771)die von demselben gegründete staatsrechtliche Lehranstalt in Strasburg mit solchemBeifall fort, daß Schüler aus den entferrnesten Gegenden herbeiströmten. Mehreangesehene Staatsmänner verdankten ihre Bildung dieser Anstalt. 1761 gab K.seine ,,(,»!>>uikiiti>ti>> ,ie collationr >li^o>Ii,l»,o ei ixnielioio, >,,,, ecr'lrG«-! wo-ran, in impriio ,,',»un» -;e> iuo", und 1789 seinen „Commentar über diepragmatische Sanction" heraus. In Paris sammelte er 1762 Materialien zurFortsetzung der „liisi. /,„e, io^o-i;-,,!«,,,,!»". die unter dem Namen von Schoepf-lin herauskam, der aber nur den 1. Th. verfaßt hat. Da Schoepflin die StadtStrasburg zum Erben seines reichen AntiguikätencabinetS und seiner Bibliothekunter der Bedingung eingesetzt hatte, daß K. der Aufseher sein sollte, so erhieltdieser die Erlaubniß, öffentliche Vorlesungen z» halten, weßhalb er 1779 den Rufnach Göttingcn als Prosiisor des deutschen SkaakSrechkS ablehnte. Das Jahrdarauf ertheilte ihm Joseph l I. den Rcichsadel. K. blieb in Strasburg Professor,bis die Universität aufgehoben wurde. 1789 ward er von den Protestanten ,mElsaß als Deputirter nach Paris gesendet, um Anerkennung ihrer bürgerlichen undreligiösen Freiheiten zu bewirken, was durch das Decret vom 17. Aug. 1790 ge-schah. Nach dem Ausbruche der Revolution ward er vom Deport, des Nieder-rheinS als Deputirter zur gesetzgebenden Versammlung gesendet, wo er sich, alsFreund der constituiionnellen Monarchie, den Haß der Anarchisten zuzog, die ihnin den Kerker warfen, aus welchem er erst nach 11 Monaten und nach Robespier-re'S Sturze befreit ward. 1802 wurde er zum Mirgliede des Tribunals ernannt,in welcher Eigenschaft er sich viele Verdienste um die Wiederherstellung der Ord-nung in kirchlichen Dingen und der neuen Gründung der protestantischen Univer-sität i» Strasburg erwarb. Nach Auflösung des Tribunals weigerte sich K.ferner eine Stelle zu bekleiden; die Regierung verlieh ihm aber, ohne daß er darumeinkam, ein Iahrgeld von 3000 Fr. und 1810 den Titel eines Rectors der stras-burger Universität. Er starb den 25. Oct. 1813. — Außer den genannten Wer«ken schätzt man seine: „l'ubles ^,-,»7>!»^i^ue8 cloz iouiions rouveruinos il«l'lsiiropu" (Strasb. 1782, 4.)z seine „lliri. iibrc^ce kln, Ir.ülr'8 ile cle-zniiii l-, paix ,!e VV«>5ip>i-,Iii:" (Basel 1791, 4 Bde., fortgesetzt von Schöll, Pa-ris 1818, 15 Bde.)z „I'ribleau des revolulioii; ile >W»rope depiiis le lioii-leversonienk de I ciopire roniiii» en OculdenG (Basel 1802, Paris 18I4fg.,4 Bde.) und „läisile des trsiies eokrv Is b'ranov et les puissanees cliiin^eres<>cz>nis la p.aix ile äVoslpI,." (nebst einer neuen Samml. diplomat. ?lcter>st., Ba-sel 1802). K. war ein Mann von seltenem Scharfsinn, unerschütterlichemGleichmuts, unerschöpflicher Geduld und reinem Seelenadel. 12.