Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
219
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Äolbe

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Häusern, als Zahnpulver, zur Reinigung fauler Wunden, das Aufbewahren desWasser? auf Seereisen in verkohlten Tonnen und die Reinigung faulen Wassersdurch Kohlenpulver. Auch absorbirl die Kohle Farbcstoffe. Zu den erdigen Oxydenhat die Kohle große Verwandtschaft, denn kommt sie damit in Dampsform in Be-rührung, so färbt sie viele derselben schwarz. Hierauf beruht ihre Anwendung zumSchwarzfärben irdener Geschirre.

Kolbe (Karl Wilhelm), II., Künstler und Sprachforscher, geb. um 1166zu Berlin , erhielt, da seine Mutter der franz. Tolonie angehörte, Unterricht aufdem sran:. Gymnasium seiner Vaterstadt, und wurde Lehrer am Philanthropin zuDessau . Dann war er 3 Jahre lang Forstsecrekair und Bibliothekar des Ministersvon Schulenburg-Kehnert. Hierauf kehrte er in die alte» Verhältnisse nach Des-sau zurück, wo die Verbindung mit Wolke, Matlhisson, Spazier, Olivier u. A.nicht ohne Einfluß auf die spätere Richtung seines Geistes geblieben zu sein scheint.Von jeher war Zeichnen seine Lieblingsbeschäftigung in Nebenstunden gewesen;als daher die Anstalt, deren Mitarbeiter er war, ihrer Auslosung sich näherte (um1193), beschloßer, zur Sicherstelluug seiner Lage und von seinem VerwandtenChodowiecki dazu ermuntert, sich ganz der Kunst zu widmen. Er machte alsZögling der berliner Akademie unter Meil's Leitung so schnelle Fortschritte, daß ihndie Akademie nach wenigen Jahren in die Reihe ihrer ordentlichen Mitglieder auf-nehmen konnte. Von Berlin ging er abermals nach Dessau , wo er seitdem, da dieKunstakademie, an welcher er eine Lehrerstelle übernehmen sollte, nicht z» Standekam, neben seinen künstlerische» und likerarisehen Arbeiten, den Zcichnenunterrichtan der Hauptschiile versieht. — Schon in Berlin hatte er, ohne alle Anweisung,Versuche mit der Radirnadel angestellt und es im Gebrauche derselben zu einergroßen Fertigkeit gebracht. Bei der Behandlung landschaftlicher Gegenständewaren Waterloo und Geßner seine hauptsächlichsten Führer. Geistige Auffassungder Natur in ihren lebendigen Formen und eine leichte und sichere Behandlungder Nadel machen seine landschaftlichen Blätter den Kunstfreunden werth. SeineArbeiten nach Geßner'schen Aquarellzeichnungeri, die er 1394 — 6 zu Zürich ünAuftrage der Geßner'schen Buchhandlung vollendete, sowie seine zahlreichen Blätternach eignen Skizzen, werden dem Besten beigezählt, was die Ätzkunst in neuesterZeit hervorgebracht bat, wenn auch der Umstand, daß K. nie unmittelbar nach derNatur gearbeitet (er hielt dieselbe immer mehr mir dem Auge als mit dem Griffelfest), hier und da der vollen Wahrheit Eintrag gethan Haber, sollte. Jener in sei-nen Kunstblättern vorherrschende Sinn für die Formen hat ihn auch bei seinenwissenschaftlichen Bestrebungen zunächst geleitet. Sein Verdienst als Schrift-steller, namentlich durch mehre Werke über die teutsche Sprache, ist unkäugbar.Schon auf dem Gymnasium, das es sich angelegen sein ließ, den Glauben an dieUntrügliebkeit des franz. Geschmacks in Sachen der Literatur geltend zu machen,und wo alle. Unterricht in sran;. Sprache ertheilt wurde, gewährte es dem deutsch -gesinnten K. Freude, die latein. und stanz. Sprache in Hinsicht auf Reichthumund Wohlklana mit seiner Muttersprache zu vergleichen. Je tiefer er in den Geistdes deutschen Schriftwesens eindrang, um so bedeutsamer erschien ihm die vater-ländische Sprache, als das fördernde Werkzeug des darstellenden Geistes. Ausdiesem vergleichenden Studium entstand sein Werk „Über den Wortreichthum derdeutschen und französischen Sprache und beider Anlage zur Poesie" (2 Bde., 1806,2. Aufl., 3 Bde., 1818'— 20). K. hat in demselben einen Gegenstand von allenSeiten beleuchtet, dessen Wichtigkeit nur Der bestreiken könnte, dem der innige Zu-sammenhang des geistigen Leben? eines Volks mit seiner Sprache verborgen ge«blieben wäre. Ein seltener Scharfsinn bei vertrauter Bekanntschaft mit dem fran-zösischen wie dem neuern deutschen Schriftwesen, ein glückliches Gefühl für da?Rechte und Schone und, bei aller Begeisterung für die verfvchtene Sache, ein« sich