Band 
Sechster Band. K bis L.
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237
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Konsiantmopel 231

hat ungefähr die Gestalt eine« Dreiecks mit gebogenen Seiten und mit stumpfenWinkel» an der Spitze. Diese Spitze grenzt an die Meerenge, die Nordseite anden Hafen, die Südseite an da« More di Marmora; die Westseite oder^ie Bastsdes Dreiecks hängt mit dem feste» Lande zusammen, hat unter den 3 leiten diegrößte Länge und reicht mit etwas gebogener Linie von dem Hasen gegen Süden bisan das Mare di Marmora. An dieser Südwestseite, webt weit von dem Meere,befindet sich im Umfange der Mauer das Schloß der sieben Thürme. Es hatteanfänglich sieben, später acht Thürme in seinem Umfange, von denen aber 1151durch ein Erdbeben vier, und Ist66 noch einer einstürzten. Zu dem zum Arfenalegehörigen Quartiere, welches sich auf die andre Seite des Eanalsdes süßen Was-sers herumschlingt, werden noch geringere Theile gerechnet, die sich bis gegen Ga-lata erstrecken. Man begreift sie u. d. N. Kassum-Paschi. Hier bestndel sich dieWohnung des Kapudan - Pascha, das Zeughaus, die -Lchiffswerfk, wie auch dasBehältniß der Galeeren. Nicht weit davon ist die Danie oder das Gefängniß derkaiserl. Sklaven, die an diesem sumpfigen Orte unter harter Arbeit sehr übel ge-halten werden. Die Vorstadt Galara, mit einer eignen Mauer umgeben, liegtdem Serail gegenüber, an dem Hasen oder dem Eanal, welcher au« dem schwarzenMeere kommt, ist von beträchtlicher Größe, hat eine Menge beguemer und massi-ver Häuser und ist der Sitz der europäischen Kaufleute. Noch weiter an dem Eanalehinauf liegt Tophana, welche« von der Stückgießerei den Namen hat. Aus denobern Anhöhen von Galara und Tophana liest die Vorstadt Peia, wo die euro-päischen Gesandten wohnen. Nicht weil davon ist der offene Begräbnißplatz derEuropäer und nebenbei, auf einem Berge, noch eine ziemlich große, meistentheilsvon Grieche» bewohnte Vorstadt, St.-Dimitri genannt. Schifft man nach derasiatische» Seite hinüber, so erscheint, fast in der Mitte des Eanals, auf einemFelsen erbaut, der Thurm des Leander, der eine Art von Festung und Gefängnißabgibt und mit einigen Kanonen beseht ist. Jenseits liegt die Vorstadt Leutari,ebenfalls von bedeutendem Umfange. Die Befestigung von K. ist unbedeutend.Eine mit Thürmen besetzte, theils aus gehauenen, theils aus Backsteinen er-baute Mauer, die auf der Landseike doppelt und mit einem breiten, ausgemauer-ten Graben versehen ist, schließt die Stadt ein. Auf der Landseite befinden sich6 Thore, nach dem Mare di Marmora 7 und nach dem Hafen zu 13, außer vie-len kleinen. Die Vorstädte sind zum Theil ganz offen, zum Theil mit einer alten,von den Griechen und Genuesern erbauten Mauer eingefaßt. Das Serail (s. d.)ist eine Sammlung von Wohngebäuden, Bädern, Moscheen, Kiosks, Gärten undEppreffenhainen. Zum Unterschiede von ankern Schlössern nennen eS die Türkenauch Padishah Serai (das kaiserl. Schloß). Gegen Südost hat es den Meerbusenvon Nieäa, Asien und besonders Scutari; gegen Nordost die schönen Gegendendes Eanals, der aus dem schwarzen Meere kommt, und die Vorstädte Tophana,Pera, Galata, welche sich an den Bergen gleichsam tcrrasscnartig erheben. Mitseinen Gärten bildet es eine mäßige Stadt und ist mit einer hohen Mauer umge-ben, welche nach den Eanälen zu mit Kanonen besetzt ist. Diese werden währendder .Spazierfahrten des Kaisers und bei öffentlichen Freudenbezeigungen abgefeuert.Einzelne Schüsse aus ihnen verkünden die Hinrichtung eines Staatsverbrechers imSerail. Das Hauptkhor, vor welchem sich auf der einen Seite die vormalige So-phienkirche, auf der andern Seite aber eine schöne Fontaine befindet, führt zudem ersten, unregelmäßigen und schlecht gepflasterten Hofe, auf welchem links dieMünze, rechts die Ställe, ein großes Krankenhaus und andre Gebäude stehen.Hier ist auch die Hosmoschee. In einer Entfernung von ungefähr tausend Schrit-ten von der äußern Pforte besindet sich das zweite Thor. Es ist, wie das erste,von Kapidschis bewacht und führt auf den zweiten Hof, welcher kleiner, aber schö-ner als der erste ist. Die Gebäude rund herum sind nicht von einerlei Höhe, sie