haben zum Theil Säulengänge. In der Mitte fil ein schöner Springbrunnen, bs-schaltet von vielen Cypressen und wilden Maulbeerbäumen. Das wichtigste unterden Gebärden hier ist der Divan. Von hier kommt man aufden dritten Hof, wel-chen nur Türken und auch diese nur, wenn sie zum Hofe gehören oder ausdrücklichhinemgerufen werden, betreten dürfen. Nur die Gesandten kommen durch einenbedeckten Gang aus dem Divan in das Audienzzimmer des Sultans, das sich indem innersten oder eigentlichen Serail befindet, und zwar prächtig, aber klein unddunkel ist. N euer läßt sich von diesem innersten Gebäude, das der eigentlicheWohnsitz des Kaisers und der Frauenzimmer ist, nichts entdecken. Von Außensieht man viele große, aber unregelmäßige Gebäude, die in Kuppeln, welche mitBlei gedeckt sind, zusammenlaufen. Außer diesem Hauptserail ist fast in der Mitteder Stadt »och ein altes Eski-Serai, von Mohammed I>. erbaut, worin man dieWeiber und Sklavinnen des abgegangenen Kaisers einsperrt; doch können sie sichhinaus verhen arhen. Die Zahl der Dschamis und Moscheen belauft sich aus fast600. Darunter ist die älteste und merkwürdigste die von Iustinia» erbaute ehe-malige Kirche der heil. Sophia von 270 Fuß Länge und 240 F. Breite. Ieteni,der nick t Muselman» ist, wird ohne besondere Erlaubniß des Sultans der Eintrittin dieselbe nicht gestartet. Die Kuppel ruht auf Säulen, welche mit Marmor be-legt sind. An diese große Kuppel schließen sich noch 8 Hali -kuppeln an. Der Fuß-boden ist mit Porphyr und Venlu unlieo ausgelegt und mit reichen Teppichen be-deckt. Von Außen sieht man nichts als einen Haufen unscheinbarer Massen; dievielen ungleichartigen Zusätze machen nichts Zusammenhängendes aus; nur dieKuppel erhebt sich majestätisch. Die 4 Minarets, welche Selun >>. hat aufführenlassen, stehen isolirt, haben jeder eine andre Form und sind gothischen Thürmenähnlich. Nächstdem sind die berühmtesten die Moscheen von Selim, Mahmud, Ach-med, S.oliman, der Sultanin Valide, der Mutter Mahommed'S 41., und vonBajazed. Bethäuser (Metscbeds) zählt man 5000, ferner 23 griechische, 3 ar-menische, 1 russische, 9 katholische Kirchen, 130 öffentliche Bäder, 11 Akademien,wo aufkaiserl. Kosten über 1600 junge Türken zu künftigen Kirchen - und StaatS-dienern gebildet werden, 518 höhere Lehranstalten (Medrese) mit freie»! Unterrichtund Pflege, 1300 Kinderschulen, 13 öffentliche und viele Privatbibliotheken, dochkeine über 2000 Manuscripte stark und ohne alle gedruckte Bücher. Ferner gibt eshier KaravanseraiS, eine mathematische und eine Seeschule, türkische, armenischeund jüdische Buchdruckereien und eine Menge Eaffeehäusar, in chinesischem Ge-schmack verziert und sonderbar ausgemalt, wo sich Leute aus allen Ständen ver-sammeln; manche rauchen den größten Theil des Tages hindurch 50—40 PfeifenTaback und verzehren ebenso viel Tassen Caffee . Zu den öffentlichen Häusern ge-hören auch die Teriak-Hane oder Opiumbuden, wo sich die Gäste gewöhnlich desAbends versammeln, einige Pillen Opium verzehren, ein Glas Wasser dazu trinkenund nun die Entzückung abwarten. Die Fabriken liefern Marogum, Saffian,baumwollene, seidene und leinene Zeuche, Teppiche, Schabracken und Briefta-schen, Gewehre, Bogen und Pfeile, Gold-, Silber-und Stickereiarbeiten. Esfehlt nicht an Rothfärbereien, Steinschneidereien, geschickten Iuwelirern ic. DerHandel wird vorzüglich in den Khans und BazarS geführt. In den Bazars befin-den sich Kaufleute von allen Nationen des türkischen Reichs. Es sind ansehnlicheGebäude von Stein. Der eine, Miss Chartschö, der ägyptische Markt, enthältlauter Waaren aus Kairo , besonders Mineralien und Arzneimittel. Andre Theiledes Bazar sind mit Iuwelirern und mit Buchhändlern besetzt, die türkische, arabischeund persische Manuscripte feil haben. Meistens haben einzelne Artikel ihre beson-dern Gassen. Die Pelzhändler, Schuhmacher und'Pfeifenmacher haben, jede Art,ihre eigne Gasse. Der Handel K.'s befindet sich vorzüglich in den Händen der Grie-chen, Armenier und Juden. Don den europäischen Nationen (hier Franken ge-
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