Band 
Sechster Band. K bis L.
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denen die Bestimmung des Ranges der Patriarchen und die Gestaltung der Prüster-ehe der larein. Kirche so auffällig waren, daß sie die Gesetze dieses Conciliums aber--Haupt nicht annahm. In der griech. Kirche gelten sie aber noch jetzt. Die 7. allzem.Kwchenve, sammt., welche754 inK.von338 Bischöfen gehalten, vondem römischenaber weder beschickt noch anerkannt wurde, verdanmite mit leidenschaftlicher Strengealle Bilderperehrung, zog viele Hinrichtungen von Bilderverehrern nach sich, verloraber durch die ganz entgegengesetzten Beschlüsse der Kirchenversammlung von Nicäa 787 alle Gültigkeit. (Vgl. Bi ld erstü rmer.) 31.

Konstanz , Hauptstadt des Seekreiscs im Großherzogth. Baden, am kon-stanzer oder Dodensee, da, wo der Rhein den obern und untern See mit einanderverbindet; 26°'48' Ö- L., 47° 36' 10" st!. B. Die Stadt und ihre beiden Vor-,städte, durch eine Brücke über den Rhein verbunden, sind theilweise befestigt undim Verhältnisse zu 1500 Einw. sehr ausgedehnt. Die alle bischöfl. Residenz unddie Hauplkirche enthalten schöne gothische Denkmäler. Das hiesige BiSthum, des,sen Verweser zuletzt Ign. Frech. v.Wessenberg (s. d.) war, ist 1827 aufgelöstworden. K. ist merkwürdig durch das Concilium von 1414 —18. Der Kaiser,der Papst, 26 Fürsten , 140 Grafen, mehr als 20 Cardinäle, 7 Patriarchen,20 Erzbischöse, 91 Bischöfe, 600 Prälaten und Doctoren und gegen 4000 Prie,ster erschienen auf dieser Kirchenversammlung, zu welcher die Zerrüttungen undStreitigkeiten in Kirchensachen die Veranlassung gaben. Don 1805—77 stattendie Päpste in Avignon ihreResidenz gehabt, als endlich Gregor XI. sie 1378 wie-der nach Rom verlegte. Da nach seinem Tode die italienischen und franz. Cardinälesich über die Papstwahl nicht vereinige» konnten, so wähltejedeParteieineneignen,wodurch 40 I. lang ein Schisma entstand; ja als Kaiser Sicgmund 1411 denKaiserthron bestieg, gab cS sogar 5 Päpste, welche einander in den Bann thaten.Um diesen Unordnungen und der Verbreitung der Lehre des Huß ein Ende zu ma-chen , reiste Siegmuud in Person nach Italien, Frankreich, Spanien und Eng-land, und berief (wie Kaiser Maximilian I. im Scherze zu sagen pflegte, als desrömischen Reichs Büttel) eine allgemeine Kirchenversammlung zusammen. Aufdieser wurden WiclestS und Huß's angebliche Ketzereien verdammt, und Letzterer,des ihm gegebene» kaiserl. sichern Geleits ungeachtet, am 6. Juli 1415, s.Freundund Gefährte, HieronymuS von Prag , aber am 30. Mai 1416 mm Scheiterhaufenverurtheilt und verbrannt. Nachdem man durch diese doppelte Hinrichtung derVerbreitung der Ketzereien vorgebaut zu haben glaubte, schritt man zur Absetzungder 3 Päpste: Johanns XXII. (oder auch XXIII.), Gregors XII . und Bene-dicts XIII. Johann, der selbst auf dem Concilium gegenwärtig war, mußte in s.Absetzung willigen. Zwar entfloh er mit Hülse Herzogs Friedrich von Östreich,der darüber in Acht und Bann siel und einen großen Theil seiner Länder verlor;allein endlich unterwarf sich Friedrich, lieferte Zostauii selbst an das Concilium undins Gefängniß, und dieser ließ sich gutwillig mit der bloßen Cardmalswürde begnü-gen. Eben dies that Gregor .XII . Benedicr XIII. behielt iwar noch einige Zeitin Spanien den päpstlichen Titel, wurde aber nicht geachtet. Dagegen ward Mar-tin V. als rechtmäßiger Papst gewählt. Siegmuud glaubte nun eine gänzliche Ver-besserung der kirchl. Angelegenheiten bewirken zu können; allein da der neuePapstwider des Kaisers Willen sich nach Italien begab, ging die ganze Kirchenversamm-lung aus einander, ohne daß dieser Zweck erreicht worden war. Dies geschah erstauf dem Concilium zu Basel (s. d.). Noch zeigt man den Reisenden die Halle, wosich das Concilium versammelte (jetzt eine Markthalle für Tuchhändler), die Stühle,auf denen der Kaiser und der Papst gesessen, das Haus, wo Huß gefangen genommenward und wo sein Brustbild noch zu sehen ist, seinen Kerker im Dominikanerkloster,s. Statue, die der Domkirche zur Stütze dient, und im Schiff der Kirche eineMes.singplatte aufder Stelle, wo der ehrwürdige Märtyrer s. Todesurcheil ablese» hörte.