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Sechster Band. K bis L.
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KoporiucuS

wohnliche Sommerresidenz des k. Hofes, Hirschholm, Friedensburg, Friedrichs-burg und Iägerpreis. S.Fred.Thaariip's „Kopenh. und die Umgegend", »i. Chart.(Kopenhagen 1828).

Kopernicu S(fl>icolaus),geb.zuThornanderWeichseld.19.Febr.1413,wo sein Vater 10 I. vorher Bürger geworden war; man vermuthet, daß die Fa-milie aus Westfalen stammte. Leine Mutter war die Schwester des Bischofs vonErmeland , Waisselrod, genannt v. Alten. Von der Schule in Thor» ging K. nachKrakau und studirteMediein, in der er auch Docror wiirde. Zugleich studirte er Ästa-thematik und Astronomie. Peurdach und Regiomontan, die Wiederherstellen derAstronomie in Europa , erregten seine Bewunderung, und ihr Ruhm s. Nacheifer.23 I. alt ging er nacb Italien , wo die Künste und Wissenschaften nach dem Umstürzedes byzanrin. Kaiserihums anfinge» aufzublühen. In Bologna horte er die Astro-nomie bei Dominicus Maria , dessen Vertrauter er wurde. 1500 lehrte er Mathe-matik in Rom mit großem Beifall. Man setzte ihn jetzt schon dem Regiomontan andie Seite. Don Rom kehrte er in f. Vaterland zurück, wo ihm s. Oheim eine Pfründeam Dom zu Fraueuburg ertheilte. 1521 sandte ihn das Capitel auf den Landtagnach Graudenz , wo eine der Hauptangclegenheiten war, die Verwirrung desMünz-wesens zu heben, die durch gesetzloses Münze» entstanden. K. machte in einer Schriftauf den unbilligen Münzfuß der 3 Städte Elbing, Danzig und Thorn aufmerksamund schlug vor, daß diese ihre Münzstätte» an einen vierten Ort verlegen sollten,wo sie auf des Landes Kosten und unter Aussicht gingen. Allein das Munzweserigekört, wieLichtenberg bemerkt, zu den Herzensangelegenheiten der Staaten. Manstritt lange über das KopernicanischeMunzsi,'stein und legte es endlich zu den Acten.Derselbe gerade und kräftige Sinn und (Mist der Anordnung richtete nun seineKraft auf einen der erhabensten (Gegenstände der Narur. Unter den mannigfachenVorstellungen der Menschen seit 2600 Jahren von der Einrichtung unsers Plaue-tenspstem? hatte endlich eine das Übergewicht erholten, die das feinste, künstlichsteund dabei sonderbarste Gewebe von Lcbarfsinn, Spitzfindigkeit und Verblendungwar, auf welches der menschliche Geist je gerathen ist. Pmhagoras, Aristoteles ,Plato, Hipparch, Archimedes u. A. waren dieser Meinung. Man nannte diese Lehredie ProlemäischeWeltordnung. (S. Weltsystem und PtolemäuS .) Kopcrni-cus zweifelte, daß die Bewegungen der Himmelskörper so verworren und ver-wickelt fein könnten, wie die Prolemäische Wclroi dnung solches angebe; denn dieNatur folge einfachern Gesetzen, und sobald man diese gefunden, müßte» auch dieseverwickelten Erscheinungen sich einfach erklären lassen. Er fand in den Schriften derAlten, daß schon NicetaS, Heraklites und Ekphontus einer Bewegung der Erde, ob»gleich nur sehr oberflächlich, gedacht harten. Dies veranlaßte ihn, weiter nachzuden-ken. Die Stelle des Aristarch von Lamos: daß sich die Erde in einem schiefen Kreiseum die Sonne drehe und dabei täglich um ihre'Achse, kannte K. jedoch nicht, da siein des Archimedes „Arenario" steht, der erst später in Venedig gedruckt wurde. Korpernicus nahm nun an, daß die Sonne der Mittelpunkt der'Welt, und daß die Erdeein Planet sei, sowie Mars und Venus , und daß alle Planeten in folgender Ordnungum die Sonne laufen: Merkur in 81 Tagen, Venus in 224, Erde in 365, Marsin 1 Jahr 321 T>, Jupiter in 11 und Saturn in 29 Jahren. Als er hiernach dieBahnen zeichnete, fand er, daß, so einfach diese Kreise waren, sie doch alle himm-lische Bewegungen vollkommen erklärten, und daß das scheinbare Stillstehen undRückwärtsgehen nothwendig aus der gleichzeitigen Bewegung derErde und der Pla-neten herrührt. So war denn das wahre Weltsystem gefunden. In tiesey Weisesteht K. da als Grenzstein einer neuen Zeit. (Vgl. Erde und Astronomie.) Erstarb den 11. Juni 154 3 im 11. Z. s. Alters. Sein großer Landsmann Kepler hatihn so charakterisier: „Loziemiou;, vlrm-irirno i»-?enioet guollintiocexcroiliorrniAui inomcuti esk, animo Über". —K.'ö herrlicher, klarer Charakter offen-