Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
257
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Komyaiidel 2ü1

gleitet von allen Officieren des Corps und allen Maffenbrüdern, die ihn näherkannten, unter einer alten Eiche dei dem Dorfe Wöbbelin begraben. Lei» Nameschmückt die Rinde dieses Daimies. Der regierende Großherzog von Viecklenburghat dem Vater K.'s einen Raum von 45 ORuthen um die (Grabstätte geschenkt,in deren Mitte sich ein nach des Vaters Idee in Eisen gegossenes Denkmalerhebt. Seine einzige Schwester starb im März 1815 und ruht an seiner Seite.K.'S trauernder Varer hat chm außerdem durch Herausgabe von 32 semer aus-erwählten kriegerischen (Gedichte, unter dem Titel: „Leier lind Lackmen" (Berlin 1814, 6. Anst. 1824), sowie seines „Poetischen Nachlasses" (in2Bdn., derenerster „Zriiw" und „Rosamunte", der zweite aber noch iingetriickte lrrische Gedickteund Erzählungen, begleitet von biographischen Notizen und einer Charakteristik vonTiedge, nebst dem in Kupfer gestochenen Bildnisse Theodors enthält, Leipzig 1814und 1815) ei» unvergängliches Denkmal gestifiel. S. K.'S Charakteristik inden „Zeitgenossen", Nr. I>.

K o r n h a n d c l. Seit der Ackerbau durch die Cerealien die große Ausdeh-nung erreicht, hak sich der Kornkantel sehr erweitert. Denn bei der Leichtigkeitder Wasseistacht auf den großen Massrstraßen der Erde kann der Landmann Ge-treide für eine Consunition 1000 Stunden von seiner Laudwnihschaft erzeugen.Die eNatur des Kornhandels wohl zu erkennen, ist besonders in Hungerjabren wich--tig, damit die Regierungen nicht aus Unwissenheit auf falsche Maßregeln geführtweiten lind durch unrichtig berechnete Sperrungen den Kornhandel verwirre».In den Hungerjahren 1816 und 1811 hat man hiei über traurige Erfahrungengemacht. Wenn in einem großen Reiche von Europa nur die Hälfte von den ge-,wohnlichen Lebensrnitteln gewachsen ist, so verhungert noch Niemand, we.l dieÄrnte nicht überall mißrakhen ist, sowie auch 1816, wo das Regenwetter sich an derWeichsel geschieden, und der Osten ein trocknes und siuchtbareS Jahr gehabt. DieGesellschaft befindet sich alsdann in der Lage wie die Garnison m einem belagertenPlatze, welche mir den vorhandenen Lebensrnitteln von einem Monat nun 2 Monatauskommen soll. Jeder muß auf halbe Portion gesetzt werden, und es muß eine mög-lichst große Zurarhchaltung aller Nahrungsmittel eingeführt Werdens alles unnöthigeVieh wird abgeschafft und jedes Krümchen wird zurückgelegt. Allein man kanndie Gesellschaft nicht bevormundschaften wie eine Garnison, wo Jedem täglich seinehalbe Portion Lebensmittel zugewiesen und dadurch die andre Helfte erspart wird.In der Gesellschaft stellt sich diese Ersparniß auf einem ganz natürlichen Wege n»tder Theurung ein. Derjenige, welcher wöchentlich nur einen Thaler auf den An-kauf des Bro:es verwenden kann, erhält, wen» es doppelt so st euer ist, für seinenThaler nur die Hälfte — und er ißt also nur die Hälfte, und die andre Hälfte, dieer nicht ißt, wird m dem allgemeinen Magazine der Gesellschaft gespart. Ein And-rer, dem e- nichts verschlägt, ob er wöchentlich 1,2,3 oder 10 Thaler aufBrotVerwender, holt sich aus diesem Magazine immer seine ganze Portion und bezahltdiese um so viel theurer. Dieser trägt also zum Sparen nichts bei. Indeß je theu-rer das Brot wird, desto höher hinauf reicht in der Gesellschaft das Sparen, destomehr bleibt im Magazine, bis endlich ein festes Verhältniß zwischen Dem, was vor-handen ist, und Dem, was verzehrt wird, eintritt, wo tau» der Preis nicht mehrsieigen kann. Denn dieser richtet sich beim Korn wie bei allen andern Waarenimnier nach dem Verhältnisse, welches zwischen dem Vorhandenen und zwischen demBedars stattfindet. Die Theurung ist also Dasjenige, was dem Verbrauch einegewisse Grenze setzt. Sie ist die erste Bedingung, daß die Gesellschaft mit Dem,was sie in ihrem Magazine hat, bis zur Ärnte ausreicht, und indem die Theu-rung eine Folge der Fehlärnte ist, so ist sie zugleich wieder die Hülfe dagegen, indemsie zwar nicht die Lebensmittel vermehrt, aber doch den Verbrauch mindert, welchesfür das gestörte Verhältniß ebenso gut ist, wie jenes, da es auf dieselbe Weise wie-

L»i»versation;< Mexico «. Dd. VI.