Kos Kosacken 2«K5
Kos oder K o o s, Insel des ügäischen Meeres (jetzt Stanchio oderStincho) an der kleinasiatischen brüste, den Stätten Halikarnaß und Kindes ge-genüber (4^H)M.. 4000 E.), das Vaterland des ApelleS und Hippokrates. Hierstand ein berühmter Tempel des 'Äskulap. In KoS wurden die feinen, kalbdurch-sichtigen Gewänder von Seide verfertigt, welche das Altenhum so schätzte.
Kosacken (Kasacken), alle diejenigen Dölkerstämme, welche die südlichenund östlichen Gegenden von Rußland, Polen, der Ukraine u. s. w. bewohnen unddie Grenzen des russischen Reichs nach dieser Seite hin bewachen, weswegen siekeine eigentliche Schätzung bezahlen, sondern dafür den Kriegsdienst versehen. Fastalle bekennen sich zur griechisch-russischen Kirche ; die Einrichtung ihres Gemein»Wesens ist jedoch unabhängig von der russischen Verfassung und durchaus kriege»risch. Sie müssen sowol in Betreff ihrer Abstammung als ihrer gegenwärtigenVerfassung in 2 Hauptstämme eingetheilt werden, in die kleinrussischen (maloros»fischen) und in die tonischen Kosacken. Beide Hauptstämme haben Nebe,«zweigegebildet, besonders der tonische. Don diesem, dem gebildeter«, stammen ab diewolgaischen, terekschen, grebinskischen, uralischen und sibirischen Kosacken. Zujenen gehören auch die saxorogischen oder Havdamaken, die zügellosesten und wil-desten. Über den Ursprung dieses Volks und seines Namens ist man nicht einig.Beides will man auf die Landschaft Kaschia, von Konstantin Porphyrogenctaalso benannt, zurückfübren. Im Türkischen bedeutet Kazak einen Räuber, imTatarischen aber einen herumstreichenden, leichtbewaffneten S oldaten. Da dieKosacken aus den Steppen jenseits der Wolga herstamiiien, so können sie aller-dings Überbleibsel von Tatarhorten sein, welche sich zu verschiedenen Zeiten da-selbst niedergelassen haben. Nach Andern sind sie russischen Ursprungs. Auch istihre Sprache eigentlich die russische, obgleich sie durch ihre frühern Kriege mit denTürken und Polen viele Wörter von diesen aufgenommen haben. Wahrscheinlichsind sowol die tonischen als die kleinrussischen Kosacken von zusammengelaufene»,verwegenen russischen Abenteurern der nowgorodischen Provinzen entstanden.Ihre Absicht war das Belitemachen in den Kriegen und Fehden mit den Tara-ren auf den Grenzen des russischen Reichs. Weil sie dadurch zugleich die Gren-zen deckten, so gewährte ihnen die Regierung große Vorrechte; daher bekamendiese gleichsam stehenden Freicorps, besonders als man denselben auch Landeinräumte, bedeutenden Zulauf. So gewannen sie nicht allein an Stärke,sondern auch an innern! Gehalt und kauerndem Bestände. Diese Vorrechtesind jedoch seit 1804 sehr eingeschränkt worden. Im Kriege 1538 jz. machten3000 tonische Kosacken den ersten Feldzug mit den Russen nach Liestand. Danneroberten sie Sibirien , drängten die Tataren aus vielen russischen Provinzen zu-rück und trugen zur Besiegung der Türken bei. Aus den öfter» Empörungen dertonischen Kosacken (die letzte 1113 unter der Anführung des furchtbare» Pugat-fcheff) entstanden unter ihnen selbst Spaltungen, und die große iLrammfamiliezerfiel in einzelne Abtheilungen. So entfloh ein Zweig des großen douischen Fa-niilienstannnes, etwa 1000 M. stark, um der Strafe für mehre Verbrechen zuentgehen, 1511 nach der Koma und nach Permien, später sogar bis an den Ob.(Vgl. Sibirien und Skroganoff.) Dort verjagten sie die ansässige» Wo-gulen, Ostjaken und Tataren. Als sie jedoch bei diesen Kämpfen mit den Ein-wohnern bis auf ein kleines Häufleiii zusammengeschmolzen waren, und der An-führer nicht hoffen durfte, das Eroberte fernerhin behaupten zu können, unter-warfen sie sich der russischen Regierung und erhielten Verstärkung. Seitdem hatsich diiser Stamm der Kosacken in ganz Sibirien ausgebreitet. Über die Stärkeder Kcsacken sind veifchiedene Meinungen. Archenholz gab die Anzahl der streit-baren Männer unter denselben auf 100,000 an. Aber nicht die Hälfte davonist im wirklichen Dienste. Zwei Drittel von dieser Hälfte werden überdies noch