Band 
Sechster Band. K bis L.
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279
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Krampf Kranoch 219

cken, wohnt auf dem Grunde des Meeres und erhebt sich nur bei stiller Witterung,um sich ein ganze« Jahr satt zu fressen und dann, bei erhobenem Winde, wiederlangsam in die Tiefe zu sinken. Bei diesem Untersinken soll es einen Seeschlundverursachen, der Alle« mit sich fortreißt. Diese märchenhafte Erzählung hat durchdie eidliche gerichtliche Aussage einer engl.Heringsbupse, welche das Ungebcuer imAug. 1114, und eines andern Schiffes, das es ani 5. Aug. 1188 gesehen zuhaben bestätigte, einigen Schein von Glaubwürdigkeit erhallen. Sehr wahr-scheinlich ist es, daß entweder dicke, niedrig stehende Nebel, welche zuweilen, selbstvonerfahrenen Seeleuten, für Küsten gehalten werden, oder die großen Klippenund Sandbänke, welche bei stiller See sichtbar werden, bei stürmischem Wet-ter aber wieder verschwinden, oder endlich Walisische Veranlassung zur Erzäh-lung von diesem Kraken gegeben haben. Nach einer nordischen Sage solldas sogen. Medusenhaupt das Junge des Kraken sein.

Krampf, ein krankhafter Anstand des lebenden Körpers, welcher in einerunregelmäßigen Zusammenziehung der Muskeln besteht. Die MuSkelbewegung istan die Einwirkung der Nerven gebunden, theils willkürlich, wie bei den Muskelnder Gliedmaßen, des Kopfes, des Gesichts u. A. m., theils unwillkürlich, nach Be-stimmung gewisser Verrichtungen der innern Eingeweide, z. B. die Bewegung desHerzens, der Gedärme, der Pulsadern u. s. w.; andre Bewegungen der Muskelngehen zum Theil willkürlich, zum Theil unwillkürlich vor sich. z. B. die Muskelndes Brustkastens, das Zwerchfell. Auf die Einwirkung des Nerven zieht sich derMuskel zusammen, verkürzt sich und bewirkt dadurch die Bewegung der Theile, anwelche er befestigt ist. Geschieht bei den der Willkür unterworfenen Muskeln dieseNerveneinwirkung ohne Antrieb des Willens, bei den andern aber heftiger, anhal-tender und dem Zwecke nicht angemessen, so entsteht ejne unwillkürliche, zu heftige,unordentliche und zweckwidrige Bewegung des Gliedes oder Theils, verbunden miteinem unangenehmen, schmerzhaften Gefühle von Spannung und Anschwellungdes Muskelfleisches, welche die Zeichen des Krampfes sind. Die Krämpfe selbstsind sehr mannigfaltig, je nachdem die fehlerhafte Einwirkung der Nerven auf dieseoder jene MuSkelpartie anhaltend oder abwechselnd wirkt. Tonische Krämpfe sindanhaltend, klonische oder Tonvulsionen sind abwechselnd, stoßweise; Katalepsie,Epilepsie (s. d.), Herzklopfen, Stammeln, Brustkrämpfe, St.-Veitskrampf,Starrkrampf, das sardonische Lachen u. s. w. gebären hierher. Menschen, dermNervenspstem besonders empfindlich und deren Muskelsostem schwach ist, sindKrämpfen am meisten unterworfen, z. B. Kinder, zarte Frauenzimmer und kränk-liche, hvpochondrische Männer. Kiampfstillende Mittel sind solche, welche den un-ordentlichen Wirkungen der Nerven auf die Muskeln Grenzen setzen, indem ihreWirkung die Thätigkeit derselben herabseht, regelt oder beschränkt, oder die Stär-kung des MuSkelsvstemS bewirkt. Der Gebrauch derselben erfodert Vorsicht. Dergemeine Mann nennt fälschlich innere S chmcrzen auch Krämpfe. II.

Kranach (Lucas), eigentlich Sünder oder Sünder, gewöhnlich nach demDrte, wo er 1412 im DiskhumeBamberg geb. wurde, (Kronaeb) Kranach. SeinVater war Formenschneider und Kartenmaler; von ihm erlernte er das Nothdürf-tiqste der Kunst. Er kam bald nach Koburg, wo ihn der Kurfürst Friedrich derWeise kennen lernte und mit an seinen Hof nahm. Er begleitete ihn aus seinerReise nach Palästina 1493, und sing von da an als Historienmaler aufzutreten.Er wurde 1504 Hofmaler des Kurfürsten und dessen Bruders, Herzogs JohannFriedrich, in den Adelstand von ihnen erhoben, 1531 Bürgermeister zu Witten -berg. begleitete nachher den Kurfürsten Johann Friedrich in die Gefangenschaftnach Innsbruck, kam mit ihm 1552 nach Sachsen zurück und starb zu Weimar den18. Oct. 1553, ein Jahr vor seinem unglücklichen Fürsten. An der Schloßkirchedaselbst liegt erbegraben. Das s^ui pro guo desSteinmetzen, der in der Inschrift