Kraus
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Krasicki
heitsanlage in die wirkliche Krankheit Veranlassung geben. — KrankhcitS-ersch e in ungen, s. Symptome. — Krankheitsform ist die Reihe vonErscheinungen in und a» dem Körper, wodurch sich eine bestimmte Krankheit äußer-lich offenbart und von allen andern unterscheidet. Diese sind theils zugleich vorhan-den, theils folgen sie in bestimmter Ordnung auf einander (successive Evmpkome),nach den Gesehen des Organismus, nach dem Zusammenhange der Organe undSysteme in demselben und ihrer Wechselwirkung auf einander. Insofern dieKrankheitsform bei jedem Menschen durch dessen persönliche Anlage und eigne Ver-hältnisse bestimmt wird, entsteht der einzelne Krankheitsfall. — K ränklichkeitist ein Zustand, der zwischen Anlage und Ausbruch einer Krankheit mitten inneschwebt. (Dgl. „Die Krankheiten des Menschengeschlechts, hifl. und geogr.betrachtet", Tübingen 1825, 2 Bde.). U.
Krasicki (Ignaz), Grafvon Siehe«, Erzbischof von Gnesen, DichterundSchriftsteller, geb. zuDubiecko den 3. Febr. 1535, aus einem in der Literatur wieim Kriege gleich berühmten Geschlechte, zeichnete sich schon alsFürstbischofv. Erme-land unter den ersten Schriftstellern seiner Nation aus. Ihn begeisterte damals derGedanke an die Unabhängigkeit seines Vaterlandes. Als er in Folge der TheilungPolens , 1552, seine Stelle im Senat derRepubbk aufgeben mußte, fand er Trostund Beruhigung in den Wissenschaften. In s. Schriften zeigt er vielleicht mehrGeschmack, Anmuth und Leichtigkeit als Naruszewicz und Trembecki, seine Zeit-genossen, aber er hat weniger Kraft und Correctheit. Das Lächerliche in den Nano-nalgebräuchen wußte er sehr gut aufzufassen und darzustellen. Auch im Umgängewar er, selbst im Unglück, heiter und lebhaft. Friedrich der Große unterhielt sichgern mit ihm und blieb ihm stets gewogen. „Ich hoffe, Herr Erzbischof ", sagte ereinst zu ihm, „Lne werden mich künftig unter Ihrem bischöflichen Mantel mir inSParadies nehmen". — „Nein, Sire", antwortete der Prälat, „Ew. Maj. hat mil-chn so sehr gekürzt, daß ich unmöglich Tontrebande darunter verbergen könnte".Unter den Werken dieses Dichters nennt nian vorzüglich sein heroisch-komischesGedicht: älvAieülc" oder „I.-, Ged. m 10Gesängen, übers.von
I. D. Lavoisier (Wilna 1815; auch Dubois hat es inS Franz, überseht; deutsch :„Die Mäuseade". Warschau u. Leipz. 1590), dessen Stoff aus der alten Chronikdes Bischofs Kadlubeck entlehnt ist, nach welcher die Ratten und Mäuse den KönigPopiel gespeist haben; ferner s Krieg der Mönche, „fta äIo»c>,»a> l>ie", in 6 Gestvielleicht sein Meisterwerk. Friedrich der Gr. soll ihn dazu veranlaßt haben, als erihm einst in Sanssouci das früher von Voltaire bewohnte Zimmer anweise» ließund dabei bemerkte, der Gedanke an seinen poetischen Vorgänger würde ihn unstrei-tig sehr begeistern. Weniger Werth hat s. „ lull,nom, »weine", ebenfalls in 6 GestUnter s. Fabeln sind mehre classisch; s. Satyren dagegen, verglichen mit denen desNaniszewicz, etwas matt. Sein episches Gedicht: „Der Krieg von Choczim",in 12 Gest, ist mehr eine historische Erzählung von dem Siege CKoczkiewi'S überden Eultan Osman, unter SigismunkS Regierung, doch enthält es dichterischeStellen. Noch schrieb er eine Elementarencyklopädie und eine Geschichte Warschaus .Am geistreichsten scherzt K. in Prosa und in Versen, in s. Briefen und vermischtenAufsaßen. Die Fehler und Thorheiten seiner LandSkeute hat er vorzüglich in seinenprosaischen Schriften, und nicht ohne wohlthätigen Erfolg, sowol mit den Waffendes Witzes als der Vernunft angegriffen. Noch jetzt werden seine Schriften alsclassisch angesehen. K. starb zu Berlin den 11. März 1801, 66 I. alt. 1829ward seine Leiche nach Gnesen abgeführt. ,Den größten Theil seiner Schrif-ten gab Dmachowski (Warschau 1803 fg.) in 10 Bdn. heraus.
Kraus (Christian Jakob), Pros. der praktischen Philosophie und der Ka-meralwissenschaften zu Königsberg , einer der geistreichsten, gelehrtesten und ge-meinnützigsten Männer, Sohn eines Wundarztes, geb. 1553 zu Osterode , gest.