Band 
Sechster Band. K bis L.
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284 Krause (Karl Christian Friedrich)

am 25. August 1807 zu Königsberg . Er begann seine Studien 1710 auf denselben Universität, der seine vielseitige Thätigkeit gewidmet war. Die Verbin-dung, in die er dadurch mit Kant kam, erwarb ihm dessen Zuneigung, die sichdurch eine spätere jahrelange Tischgenossenschaft lebendig erhielt. Auch der Umgangmit dem genialen Hamann und mit Hippel trug zu seiner Bildung bei. Von sei-nem Plane, Theologie zu studiren, ging er früh ab, widmete sich mit beispiellosemEifer, in einer sehr beschränkten Lage, den humanistischen, matkematischen und phi-losophischen Studie», erlernte die engl. und franz. Sprache fast allein durch Selbst-unterricht und ward hierauf Hauslehrer, u. A. im Hause des russ. Geh. StaatS-rachsGrafenvonKavserling, wo er Arthur Poung'S „Politische Arithmetik" über-setzte (1777, mit Aiuncrk.). Hier bildete er sich für das Leben und die Welt aus.1778 ging er »ach Berlin , wo er die Aufmerksamkeit des Ministers von Zedlihauf sich zog. Don dort begab er sich als Führer eines studirenden Jünglings nachGöttingen, wo Hevne und Schlözer seinem Geiste eine entschiedene Richtung aufLiteratur und Geschichte gaben. Er promovirte sodann in Halle und ward 1781in Königsberg als Professor angestellt. Seine Vorlesungen über praktische Phi-losophie, über griechische Schriftsteller, Geschichte und Mathematik, welche letzteresein LieblingSstudüun war, wurden häufig besucht, in spätern Jahren auch von an-gesehenen Beamten, besonders als er, den Umfang seiner Wirksamkeit enger be-grenzend , sich mehr mit der SraatSwirthschaft beschäftigte. Er hatte alle Tiefender Mathematik und speculativen Philosophie durchwandert. Sein Geist, der anGelehrsamkeit und ausgebreiteter Sprachkcnntniß selbst Kant überstrahlte, wendetesich jetzt dem praktischen Theile der Philosophie zu. Nicht minder wirkte K. durchdie magische Kraft, die er besaß, jedes Talent, das ihn berührte, zu wecken, zuleitenund zu begeistern. Einheimisch fast in jedem Felde menschlichen Wissens und Wir-kens, war er ein echter Polyhistor, weil er mit allem Erlernten Scharfsinn undEinbildungskraft verband, daher fein Vortrag ebenso fachreich und wortkarg alslebendig und hinreißend war. -Obgleich ganz den Wissenschaften lebend, war erdoch nichts weniger als ungesellig, sondern nützte durch seinen Umgang, den er mehrmit vorzüglichen Geschäftsmännern und ausgezeichneten Gliedern der gebildetenStände als mir Professionsverwandten unterhielt, vielleicht ebenso viel als vomKatheder. Litcrarische Celebrität war nicht sein Streben; aber auch das Wenige,was er in Druck gab, wohin die Zugabe zu seiner neuen Übersetzung von Hume'S„Polit. Versuchen" und einige Recensionen gehören, zeigt die Vielseitigkeit seinesWissens und die Tiefe f. Eindringens. Sein Handschrift!. Nachlaß wurde von fei-nem innigsien Freunde, dem Obcrpräsidenten von Auerswald, und einigen anderns. Geistesverwandten zum Druck geordnet und bildet außer der „StaatSwirthschaft"in 5 Bdn. (Konigsb. 1808—11) noch eine Sammlung vermischter Schriften in8Bdn. (Königsb. 1808 fg.), deren letzter '1819) eine Biographie des Verewigtenvon der Hand des Biogravhen Hildebrand'S (Pros. Joh. Voigt) nebst s. Briefenenthält. Wohlthun im Stillen, reichlich und nicht auf gemeine Weise, warihm Bedürfniß des Herzens.

Krause (Karl Christian Friedrich), l). der Philos., einer der tiefdenkend-sien Geister, bekannt durch s. Forschungen über Maurerei und andre Gegenstände,geb. 1781 zu Eisenberg im Altenburgischen, studirte in Jena unter Fichte undSchelling Philosophie und las daselbst von 1802—4 als Privatdocmt mit Beifallüber Logik, Naturrecht, Mathematik und Naturphilosophie. Da jedoch der Auf-enthalt in Jena seinen umfassenden wissenschaftlichen Planen nicht günstig schien,so begab er sich nach Rudolstadt, um die Kunstschähe des Fürsten zu benutzen, unddann nach Dresden , woselbst er seinen Zweck weiter verfolgte. Die KriegS-siürme vertrieben ihn 1813 aus diesem Asyle. Er wandte sich nach Berlin , wo erbei der Universität Vorlesungen begann und im Verein mit mehren Gelehrten die