Band 
Sechster Band. K bis L.
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Krause (Johann Friedrich)

Berlinische Gesellschaft für teutsche Sprache stiftete, deren 1817 gedruckte Statu-ken großtentheils von ihm entworfen worden stnd. Seine zahlreiche Familie, dieTheurung des Ortes und der Mangel an Aussicht, daselbst eine Anstellung als öffcntl.Lehrer zu erhalten, nöthigten ihn, Berlin zu verlassen. Er begab sich abermalsnach Dresden , wo er s. Werk: „Die drei ältesten Kunsturkunden rc.", und s. nochnicht erschienenes „Urwortthum der deutsche» Volkssprache" ausarbeitete. 1817machte er in Gesellschaft eines Freundes eine Reise durch Deutschland, Italien undFrankreich . Seitdem ist er als akademischer Lehrer in Gbtkingen aufgetreten. Übersein Wirken als Maurer bemerken wir, daß er in der Loge zu Altenburg in den Or-den trat, mit großem Eifer die Geschichte desselben studirte, und besonders durch s.mit tiefer Erforschung des Ganzen verfaßten Schriften die Geheimnißkrämerei be-kämpfte, an welcher noch Mancher in diesem Vereine, der Vernunft zum Hohn,festhält. Daß dergleichen in Kleinigkeiten befangene Köpfe Krause's höhere Ideen,die auf einen Bund der Menschheit zur Erstrebnng der edelsten Humanität hin-gehen, nicht fassen konnten, begreift sich, und ebenso auch, daß ihm die Heraus-gabe der drei ältesten Kunsturkundcn von vielen Br. sehr übel ausgelegt ward. (S.d.A. Krause in der „Encyklopädie der Freimaurerei" von Lenning.) Noch nennenwir s. „System der Sitkenlehre" (Lpz. 1810); „Urbild der Menschheit" (Dresden 1811); die mit Fischer herauSgegeb. „Mathematik" und s. „Vorlesungen überdas System der Philosophie" (Göttingen 1828). 12.

Krause «Johann Friedrich), Generalsuperintendent zu Weimar , ausge-zeichnet als Theolog und Kirchenbeamker, war geb. am 26. Oct. 1770 zu Reichen-bach im sächs. Voigtlande. Sein Vater, Diakonus daselbst, starb, als er, der Äl-teste von 5 Geschwistern, 13 I. alt war. Durch vieles Bitten brachte er es dahin,daß die Mutter, die ohne Vermögen war, ihm erlaubte, sich dem geistlichen Standezu widmen. Er erhielt eine Freistelle auf der Landesschule zu Meißen , wo derSuperintendent Donner väterlich für ihn sorgte. Darauf studirte er zu Witten-berg, wurde Magister und fing an Vorlesungen zu halten, als er 1793 nach sei-nem Geburtsorte als Diakonus berufen wurde. Ostern 1801 wurde er zum Dom-prediger und Schulinspector zu Naumburg erwählt. Hier entfaltete er in einemweiter» Wirkungskreise seine seltene Gabe, die Herzen zu gewinnen und zum Gu-ten zu erwärmen. Besonders wohlthätig wirkte er für die Domschule, welche un-ter seiner Leitung neu aufblühte. 1810 folgte er dem Rufe als Tonsistorialrath,Professor der Theologie und Pfarrer an der Löbenichtschen Kirche m Köniqsberz.Hier umfaßten seine Vorlesungen vorzüglich die Erklärung des N. Test., theolog.Dogmatik, Moral und RcligionSphilosophie, welche letztere selbst von Geschäfts-männern besucht wurden. Aber zu große Anstrengung schwächte seine Gesund-heit; er dachte daran, eins seiner Ämter niederzulegen, und in dieser Lage erschienihm 1819 der Ruf als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Weimar (Vaterstadt seiner Gattin) als ein Wink der Vorsehung. Aber die vermehrte An-strengung, welche die Abgabe seiner Amtsgeschäfte erfoterte, die Gemüthsbewegung,in welche er durch die Anerbietungen seiner Gemeinde, welche ihn sich zu erhaltensuchte, verseht wurde, entwickelten den schon in ihm liegenden Krankheitsstoff nochmehr. Er konnte zwar sein Amt in Weimar (Mai 1819) antreten und es eineZeit lang verwalten; allein die Brustwassersucht nahm im Winter schnell Ober-hand, und er starb am 31. März 1820. -Leine Schriften stnd (außer s. Dispu-tation: „VincliH oap. ult. cknanu.", Witkenb. 1793, und einzelnen

Predigten): „Opuscil-l Geologie-," (Königsb. 1818); „Predigten über einigeLandeSqesehe" lLeipz. 1797); „Predigten über die gewöhnl. Sonn- undFesttaaS-evangelien" (Leipzig 1803, 3 Bde., 2. Iahrg., 1808, 2 Bde.). Von ihm istauch der 3. Bd. von Ioh. Wilh. Schmid's „Theologischer Moral" (Jena 1799).Echte theologische Gelehrsamkeit und ein wahrhaft geistlicher Sinn, unerschükter-