Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kräuterabdrücke Krayenhoff

liebe Gewissenhaftigkeit in seinem Beruft und warmer Eifer für alle« ftA'ihliche,erwarben ihm die Achtung aller Derer, die mir ihm in Berührung kamen; wasilmi aber am meisten die unwandelbare Liebe seiner Zuhörer und Freunde gewann,war eine seltene Geistesklarheit, Herzlichkeit und Milde.

K r ä u t c r a b d r ü ck e erhält man, wenn man die getrockneten Pflanzenmit Kienruß überstreicht und auf Papier abdruckt. Diese Kunst ward zu Anfangedes 1b. Jahrh, von dem Pseudonymen Schriftsteller AlexiuS Pedemontanus, denman mit Z. Jak. Wecker, welcher 1586 starb, für Eine Person hält, bekanntgeniacht.Auch HieronymuS Cardanus , der um 1516 starb, soll diese Kunst gelehrt haben,und der verstorbene Pros. Bester besaß eine Sammlung solcher Pflanzenabdrückeaus dem 16. Jahrh. Hessel, der 1701 in Amerika tiePflanzen selbst zu den Ty-pen oder Abdrücken in botanischen Werken gebrauchte, ist also nicht der erste Er-finder dieser Kunst. Der Pros. Kniephof legte 1121 (1128) nur Hülfe des Buch-druckers Funke zu Erfurt die erste ordentliche Druckerei an, worin auf Schreib-papier schwarze Pflanzenabdrücke von natürlichen Pflanzen geliefert wurden. DieseArbeit blieb aber liegen, als eine Feuersbrunst die Besitzungen KniephoftS, 1136,in Asche gelegt hatte. Der Buchdrucker Trampe verbesserte darauf mit Hülfe desPros. Ludwig den Kräuterdruck, und Beide gaben 12 Centurien von Abdrückenheraus. 1128 verfertigte der Engländer Kirnhalö die ersten Pflanzenabdrücke mitbunten Farben, welche Kunst 1131 von Seutter zu Augsburg wiederholt wurde.Der 1). Iunghans zu Halle hat nachher die Mittel entdeckt, fast alle Pflanzen(du zu welchen ausgenommen) so abzudrucken, daß sie mindestens den Kupferstichenan die Seite gesetzt werden können, vor denen sie den Vorzug der größern Wohl-feilheik und Natürlichkeit haben.

Kräuterkunde (medicinische) gehört als HülfSwissenschaft zur Arznei-kunde, und zwar in die Lehre von den Arzneimitteln. Wir unterscheiden die beson-dere Kräuterkunde, in medicinischer Rücksicht, von der allgemeinen, der wir denNamen Botanik, Pflanzenkunde, lassen wollen, unk rechnen zu jener bloß dieSumme von botanischen Kenntnissen, deren der Arzt, als solcher, zu seiner voll-kommenen Ausbildung bedarf. Der Botaniker von Profession muß den ganzenUmfang dieser Wissenschaft innehaben, — wozu, bei der jetzigen Ausbreitung undHöhe derselben, ein Menschenleben beinahe ausschließlich gehört. Der Arzt, wel-cher die Botanik zu seinem Hauprstudium machen wollte, würde daher seiner Aus-bildung sehr schaden, da die medicinische Kräuterkunde nur einen Theil der Arznei-kunde ausmacht und in der historische» Kenntniß derjenigen Pflanzen besteht, dieeinen Beitrag zu den Heilmitteln liefern, sowie in der Kenntniß der Physik derPflanzen, insoweit sie dazu dient, den organischen Bau derselben mir dem derThcere zu vergleichen und die Gesetze des organischen Lebens zu erläutern. So kön-nen wir auch eine ökonomische, eine Forstkräuterkunde u.s.w. unterscheiden. II.

Kravenhoff (Cornelius Rudolf Theodor), k. niederländ. Generallieut.und Generalinspector des Geniecorps, Commandeur des Wilhelmsordens lind Rit-ter der Ehrenlegion, geb.zu Nimwegen 1159. Sein Vater, früher Militair, hattesich alsApotheker in Amsterdam niedergelassen. K. widmete sich zuHarderwyk demStudium der Medicin, ward l). und prakricirte in Amsterdam . Bei dem Ausbruchder bürgerlichen Unruhen in Holland (1195) griff er zu den Waffen. Durch Muth,Talent und Studium der Mathematik ausgezeichnet, ward er 1198, als Obrist-lieut. und Generalinspector desFortisicationsloesenS, von der Regierung beauftragt,eine neue Charte der bakavischen Republik zu entwerfen, ein Geschäft, dessen er sichaufs ehrenvollste entledigte. Im August 1199 trug er zurNiederlage der gelande-ten Engländer und Russen bei. König Ludwig nahm ihn 1805 in den Generalstabauf und ernannte ihn, während seines ruhmvollen Antheils an den Feldzügen von1805, 1806 und 1809 in Zeeland , zum Generaladjutanren, Äeneraldirector der