Band 
Sechster Band. K bis L.
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Krebs

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Krefeld

KriegSdepotS, Generalmajor und Kriegsminister. Später, als Napoleon Hollandmit seinem Kaiserreiche vereinte, lag K. dem König Ludwig an, sich dieser Ungerech-tigkeit zu widersetzen, und bestrebte sich, Amsterdam in Derthcidigungsstand zusetzen. Ludwig? Abdankung vereitelte jedoch diese Maßregeln, und K. zog sich in denPrivatstand zurück. Bald ward er aber von Napoleon , der da? Talent auch beiGegnern zu ehren wußte, alsGeneralinspector des Geniewesens angestellt, welchenPosten er bis zu der Katastrophe von 1813 bekleidete, um welche Zeit er sich für diePartei der Patrioten erklärte. (Dgl. Hogendorp.) Er ward jetzt zuni Gouver-neur von Amsterdam ernannt und belagerte Naarden , konnte jedoch diesen Ortnicht erobern, den die Franzosen erst nach Napoleons Abdankung übergaben. Se,t1814 ist der General K. auch Aufseher des sogen. WaterstaatS, d. h. der Verwal-tung der Brücken und Dämme. Als Schriftsteller hat er sich durch mehre Werkeund treffliche Charten ausgezeichnet, z. B. durch s. Entwurf, durch das Ableitendes NiederrhemS in den Vsselstrom den vereinigten Strömen Waal und Maaseine andreRichtung zu geben, mit Charten (Nimwegen 1823,1.). Beide Werkesind in Hydrograph., topograph. und kydrotechniscber Hinsicht selbst geschichtlich sehrlehrreich. Eine latein.Abhandl. von ihm über die Elektricität, welche van Lckwindenspäter ins Franz, übersetzte, erhielt den Preis von der gelehrt. Gesellsch. zu Toulouse .

Krebs, Krebsschaden, ein höchst bösartiges Geschwür, dessenEntstehung in einer Drüse oder in drüsige» Theilen stattfindet, von da aber auchauf andre Theile sich fortpflanzen kann. Der Ursprung des Krebses ist meistensin verhärteten (seirrhösen) Drüsen, doch darf man deßwegen nicht jede Drüsenge-schwulst als Anlage zum Krebs fürchten, den» es gibt auch dergleichen, welche sichleicht zertheilen lassen. Entstehen in veralteten Scirrhen plötzliche Schmerzen undStiche, so ist der Übergang in Krebs zu befürchten, und inan nennt es den verbor-genen Krebs. Dabei wird die Verhärtung großer, es laufen blaue aufgetriebeneAdern um die Geschwulst herum, welche von ihrem Ansehen (besonders auf einerBrust) wahrscheinlich zu dem Namen Veranlassung gegeben haben. Bricht dieGeschwulst auf und bildet ein um sich fressendes, sehr schmerzhaftes, leicht bluten-des und mit vielen Auswüchsen, welche schnell emporkommen, versehenes, übel-riechendes Geschwür, so beißt dies der offene Krebs. Zur Entstellung des v r^or-genen Krebses gibt oft äußere Verletzung derDrüsen, ein Stoß, Druck olersseibendie erste Veranlassung z doch kann auch eigenthümliche Erzeugung des Krebsgiftesund Absatz desselben stattfinden. Im letzter» Falle ist die Heilung sekr schwer, wonicht ganz unmöglich; im erster» Falle ist das Ausschneiden der Verhärtung dassicherste Mittel. Oft wird ein Geschwür krebsartig genannt, nur weil es an Bös-artigkeit und Hartnäckigkeit dem wahren Krebse nahe kommt. II.

Krefeld . Hantels-, Fabrik- und Kreisstadt in der preußischen ProvinzKleve-Berg (15 i3 H-, 16,000 Einw., darunter 100 Mennoniten; über 12,000Fabrikanten). Sie ist im holländischen Geschmack gebaut. Hauptfabriken sinddie für Siücksammet und Sammetband (seit etwa 200 Z. entstanden). Sanimetleichterer Gattung beziehen selbst die Lyouer und Genueser von hier. Dieser Lmick-sammet wird fast ausschließlich in der Sradt gewebt; dagegen geschieht das Webendes SammetbandcS auf den Dörfern in einem Umkreise von 4—5 L runden.Dies beschäftigt allein über 300 Stühle. Die andern Fabriken bestehen in sei-denen Stoffen, s idenen Tüchern (besonders werden hier, wie in Elberfeld , die ge-druckten ostindischen Tücher in Menge nachgemacht), seidenen Bändern (besondersSchuh -, Hut- und Zopfband), Nähseide, Savettgarn, Flanelle, wollenen Strüm-pfen, sogen. „nv-luiuic-PantalonS, groben schlesischen Tüchern, Biber, Say oderKirsav, Boy, Sarschen, baumwollenem Manchester , Leinwand, Wachsleinwand,Rothgerbereien, Zuckerraffinerien, Kornbranntweinbrennereien, Bieressig, Seifen-siedereien und andern von geringerer Bedeutung. Der Ertrag der kreselder Seiden-