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Kreide
fabrikate, mit Inbegriff der Sammete, wird auf 3 Mill. Thlr. berechnet. Auch»ach 'Amerika hat sich in den neuer» Zeiten ein großer Absah gezeigt.
Kreide gehört nach der Bestimmung der neuern Chemiker zu den kohlen-sauren Kalkerden und besteht aus feinen, mager anzufühlenden Theilen, die nurleicht aneinander hangen und sich daher leicht an fremde Körper ansetzen. Diesist der Grund, warum Kreide so leicht abfärbt. Sie besitzt im Allgemeinen die Ei-genschaften der Kalkerten. Die reinste ist schneeweiß und fällt inS Graue, je mehrsie mit Thon und Kieselerde vermischt ist. Ihr Name kommt wahrscheinlich vonKreta (Kandia) her, welche Insel sie in großer Menge und von besonderer Güteliefert. In England, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Dänemark undandern Ländern ist sie sehr gemein und bildet daselbst oft ganze Vorgebirge, zumalan den Seeküsten, wie in England. In letzten» Lande brennt man au« der KreideKalk; wir brauchen sie zum Schreiben, mit Leim vermischt als Farbe, und zum Po-liren des Silbers und andrer Metalle. Sie wird ferner zur Verfertigung des Spie-gelglases, des r> aumur'schen Porzellans, der Schmelztiegel, als Grundlage aufHolz bei Vergoldungen, als Düngmittel auf thonigen Ackern und noch zu andern:Behufe gebraucht. Durch sie kann man saures Bier verbessern, Fettflecke aus demPapiere bringen und in Verbindung mit Alaun, ranzige Dle wiederherstellen. DieKreide kommt mehrentheils au? England und Dänemark in ganzen Ladungen alsbloßer Ballast nach Hamburg, Bremen und andern Seestädten. (S. Kalk.)
Kreis, oir- uln-. in derGeometrie, die in sich selbst geschlossene, krum-me Linie, in welcher alle Punkte von dem Mittelpunkte gleich weit abstehen; wel-cher Abstand Radius oder Halbmesser genannt wird. Figürlich heißt Kreis jcdeRückkehr zu dem Punkte, wo man ausgegangen war. Kreis in der Logik, s. En-kel. — Aus der geometrischen Erklärung des Kreises folgt, daß die Größe seinesUmfangs (Peripherie) allein von der Größe seines Durchmessers abhängt, und eSist daher eine höchst wichtige Aufgabe, das Verhältniß des Durchmessers zum Um-fange zu finden, d. h. den Kreis zu reckificiren, weil man hierbei die krumme Liniedes Kreises sich in eine gerade verwandelt denken muß. Inhalt des Kreises heißtder Flächeninhalt der vom Kreise begrenzten Ebene, der dem Pi oduct aus dem Um-fange in den halben Radius gleich ist. Gäbe es ein rationales Verhältniß (d. i. einVerhältniß in ganzen Zahlen) der Kreisfläche zu einer Q.uadratfläche, so hätte nianoffenbar zugleich auch ein rationales Verhältniß des Durchmessers zur Peripherie.Weil nun dieses Verhältniß häufig aus jenen« Flächeninhalt ist gesucht worden, sowurde die Rectification des Kreises gewöhnlich Quadratur des Cirkels genannt. Ausgeometrischen Gründen aber ist kein rationale? Verhältniß des Durchmessers zumUmfange möglich, sondern es kann dasselbe nur Näherungsweise gefunden werden,doch so genau und weit genauer noch, als es zu irgend einem Zwecke nöthig ist.Indeß hat e« in den neuesten Zeiten noch Cirkelguadrirer gegeben, die ihr ganzesLeben hindurch damit beschäftigt, am Ende ein Ergebniß gefunden haben, das sichweit von der Richtigkeit entfernte. Setzt man den Durchmesser —1, so ist nämlichder Umfang "3, 141 592 9535 u. s. w. So weit hat schon Franz Dieta dieseZahl gefunden. Nachher ist sie weiter bestimmt worden von Atrianus RomanuSbis auf 15, von Ludolf v. Köln (von ihm wird sie auch die ludolfische Zahl genannt)bis auf35, von Sharp bis auf 72, von Machin bis auf 100, von Lagny bis auf126, und endlich findet sie sich in einem oxfordischen Monuscript bis auf 156 De-cimalstellen berechnet. Zuerst fand Archüuedes das Verhältniß des Durchmesserszum Umfange wie 7 zu 22, oder wie 1 zu 3, 142... nachher MetiuS wie 113 zu355, oder wie 1 zu 3, 141 592 9, also schon bis auf 6 Decimalstellen richtig,was zu den meisten Zwecken hinlängliche Genauigkeit gibt. U.
Kreml, Kremlin, ein Statttheil von Moskau , in der Mitte der Stadt,enthält nur Gebäude der Krone und Kirchen, insbesondere das kaiserl. Residenz-