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Kreuzbulle Kreuzen
auf da? dritte Jahrh, zurück. Konstantin der Große ließ auf öffentlichen Plätzen,in Palästen und Kirchen Kreuze aufstellen, und schon damals bemalte nian damitden Eingang der Häuser, um sie als christliche zu bezeichnen, auch wurden später-hin die meisten Kirchen in Kreufform gebaut. Zum Gegenstände der Verehrungwurde es aber erst, nachdem die Kaiserin Helena, Konstantins Mutter, das Kreuz,an dem ZesuS gestorben sein sollte, in Jerusalem gefunden und einen Theil davonnach Konstantinopel gebracht hatte. Daher schreibt sich das Fest der KreuzeScrsin-düng in der kathol. Kirche, welches den 3. Mai gefeiert wird. Nun galt es baldals Panier des Sieges und der freudigsten Hoffnungen; Fahnen und Waffen wur-den damit geschmückt, und derKaiserHerakliuS glaubte dasPattadium seines Reichswiedererobert zu haben, als er jenes zu Jerusalem aufbewahrte Ettück des Kreuz-holzes, das den Persern 616 in die Hände gefallen war, 628 von ihnen wieder-gewann. Zum Andenken an diese Wiedergewinnung wurde das Fest der KreuzeS-erhöhung gestiftet, weil Heraklius das Kreuz zu Jerusalem auf der Schädelstätte auf-richten ließ. Es fällt den 14. Sept. Wunderbar vervielfältigte sich diese heiligeReliquie; unzählige Kirchen wußten Stückchen davon auszuweisen, deren wunder-lhätige Kraft sich durch die erstaunenswürdigsten Thatsachen bewährt haben sollte,und man glaubte im Ernste, daß es sich theilen lasse, ohne kleiner zu werden. Ver-geblich fochten die Bilderstürmer auch die Anbetung des Kreuzes an; man glaubteihm mir dem daran gehefteten Bilde des sterbenden Erlösers (Crucifix) vor allenandern Heiligenbildern Verehrung schuldig zu fern, und nach dem Lehrbegriffe Jo-hannes'- von Damast wurde es im I.Zahrh. in den Kirchen des Orients förmlichangebetet. Daß auch der Occident seiner Gestalt geheime Kräfte zuschrieb, beweistdie Kreuzprobe oder das Kreuzgericht. (S.Ordalien.) Die Feldzüge, welche dieChristenheit im Mittelalter zur Wiederelwberung des heiligen Landes geführt hat,sind ebenfalls vomKreuze benannt (s.Kreuzzüge), weil sich jederTheilnehmendemit einem auf sein Kleid gehefteten Kreuze von rothem Tuch, Seide oder goldenemBande bezeichnen und dadurch zum Kreuzfahrer machen liess. Einen andern Sinnhatten die unter dem Namen Kreuzbrüder im Anfange des 15. Jahrh, nachArt der Geißler herumschweifenden Rotten, die nur schwärmerische Bußübungenund Absonderung von den kirchlichen Mißbräuchen beabsichtigten. k.
Kreuzbulle (Cruzada), in Spanien ein anlehnlicherZweig der königl.Einkünfte. Papst Calixtus lll. ertheilte nämlich unter König Heinrich von Ca-siilien 1451 durch diese Bulle allen Denjenigen, welche wider die Ungläubigen sich-ten oder dem Könige eine gewisse Summe (200 MaravediS) zum Kriege widerdieselben entrichten würden, einen Ablaß für Lebendige undTodte, und da sie eigent-lich nur auf 5 Jahre sich erstreckte, so ließe» die Könige sie von Zeit zu Zeit er-neuern und auch auf andre Freiheiten (wegen der Fastenspeisen w.) ausdehnen, wel-che Erneuerung jedoch seit 1153 nicht mehr nachgesucht ward. So wurden jährlichdergleichen schon gedruckte Bulle» durch Geistliche und.Mönche verkauft, welcheohne dieselben Niemand zur Beichte ließen, keine letzte Ölung ertheilten w. Manberechnete den Ertrag dieser geistlichen Steuer für Spanien und Amerika auf an-derthalb Mill. Thaler. Auch Portugal erhielt 1591 eine ähnliche Kreuzbulle zumUnterhalte der Festungen in 'Afrika .
Kreuzen (in der Schiffersprache) heißt, sich einige Zeit auf einer Höhe inder See halten, um daselbst Schiffe zu erwarten, Caper oder Schleichhändler zuentfernen, feindliche Schiffe wegzunehmen, Zufuhr abzuschneiden, Flotten zubeobachten, oder sonst aus andern Absichten (wie oft die Caper selbst) in einer Ge-gend des Meeres hin und herfahren. Die kreuzenden Schiffe sperren die Häfen,sichern vorLandungen und suchen überhaupt den ankommenden Schiffen, insofernsie diese als feindliche zu betrachten haben, den möglichsten Schaden zuzufügen,der in ihrer Gewalt steht. Die Schiffe, welche dazu gebraucht werden, sind bewaff-
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