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Krieg Kriegsbaukunst
der Mamelucken und Sultane. Diese wurden Eroberer, und die Besitzungen derChristen in Palästina wurden ihr Ziel. Tripolis, TyruS , Berytus kamen nachund nach in ihre Hände, und mit Acre oder Ptolemais fiel 1291 das letzte Boll-werk und der letzte Rest des chrifil. Reichs auf dem Festlands von Asien . — Durchdiese Unternehmungen ward eine engere Verbindung unter den europäischen Völ-kern vermittelt, ward da« Steigen des Bürgerstandes vorbereitet, theils indemder Adel durch diese kostspieligen Züge verarmte, theils indem ein Handelsverkehrin Europa sich bildete, mithin den Städten große Reichthümer zuführte, ward derGesichtskreis des menschlichen Geistes erweitert und eine große Anzahl neuerKenntnisse und Künste nach Europa gebracht. Der gegenwärtige Zustand dereuropäischen Welt ist größtentheils eine mittelbare Folge dieser Unternehmungen.Siehe die „Geschichte der Kremzüge nach morgenländischen und abendländischenBerichten", von Friedrich Wilken (Leipzig 18M—19, 3 Thle.; der 4. Thl.,die Z. 1188—95, erschien 1826), Haken's „Gemälde der Kreuzzüge" (Franks,a. d. O. 1808), und des Gen.-Lieut. v. Funck „Gemälde aus dem Zeitalter derKreuzzüge" (Leipzig 1821 fg., 4 Bde.), auch Michaud's, Mitglied der franz. Akad.„11,5t. ckes cro's-xlez", 8 Bde., Paris 1825 fg. die 4. Verb. Allst. Von CharlesMills's „Gesch. der Kreuzzüge" (London 1820, seitdem 3 Mal aufgelegt) er-schien eine franz. Übers. von Paul Tiby, m. e. Atlas (Paris , 3 Bde.). Vgl. Hee-ren'« „Versuch einer Entwickelung der Folgen der Kreuzzüge für Europa"(Göttingen 1808). ?i..
Krieg, im Allgemeinen der Zustand der Gewaltthätigkeit unter unabhän-gigen Menschen. Im völkerrechtlichen Winne derjenige Zustand unter unabhän-gigen Nationen, wo diese ihre Rechte mit Gewalt verfolgen, oder der Zustandder öffentlichen Feindseligkeiten zwischen Völkern. Diesen Zustand pflegt manauch öffentlichen Krieg im engern Sinne zu nennen, zur Unterscheidung vom Bür-gerkriege, d. i. von dem Kriege eines Theils des Volks gegen den andern. Einegewöhnliche Eintheilung ist die in Angriffs- und Vertheidigung!!- (Offensiv- undDefensiv-) Krieg, wobei man sich jedoch hüten muß, zu glauben, daß Der noth-wendig einen Angriffskrieg führe, der zuerst zu Feindseligkeiten schreitet; dennoft kann Der, der sich nur zu vertheidigen scheint, der wirkliche Angreifer sein,wenn er entweder vorher die Rechte des andern Theils verletzte, oder eine big zurmoralischen Gewißheit gesteigerte Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, daß er diesthun werde. Bekanntlich pflegt jeder der kriegführenden Theile sich gern das An-sehen zu geben, als führe er nur einen DertheidigungSkrieg, theils um die öffent-liche Meinung für sich zu gewinnen, die, wiewol nicht immer mit Grund, denVertheidigungskrieg für rechtmäßig, den Angriffskrieg für unrechklich erklärt,theils aber auch, damit er, falls er mit andern Mächten in Schutzbündnissen steht,unter dem Vvrwande der eingetretenen Bedingung, die vertragsmäßige Hülfe inAnspruch nehmen könne. Was das Recht, Krieg zu führen, betrifft, so stehtdasselbe nur dem jedesmaligen Souverain und Demjenigen zu, dem dieses Rechtvon dem Souverain ausdrücklich übertragen worden ist; ein Fall, der sich z. B.bei großen Handelsgesellschaften nicht selten ereignet. Zeder aber, der ohne Auf-trag von Seiten des SouverainS Feindseligkeiten übt, wird von der andern krieg-führenden Partei als Räuber bestraft. Zur See werden nicht nur die Kriegsschiffe,sondern auch die Caper, sobald sie mit hinreichenden Vollmachten von Seiten desStaats versehen sind, unbedingt als rechtmäßige Feinde angesehen, und nur Die-jenigen, die ohne solche Ermächtigung sich Feindseligkeiten erlauben möchten, alsSeeräuber bestraft. S. Fichte, „Über den Begriff des wahrhaften Kriegs" (Tü-bingen 1815); „Der Krieg für wahre Krieger" (Leipz. 1815).
Kriegsbaukunst, Fortification, auch wol, wenngleich un-eigentlich, Ingenieur kunst, Theil der Kriegskunst, beschäftigt sich milder