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Sechster Band. K bis L.
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Krü'gögcfungene

düng der Kriegsmaschinen, besonders aber des Geschützes, die Desestigungskunstauf einen hohen Krad der Ausbildung brachten. Da die Befestigungskunst ausder Wechselwirkung des Angriffs und der Vertheidigung hervorging, so verlieht sichvon selbst, daß in ihr Gebiet auch der sogenannte Fesiungs- oder Angriffs-, undDertheidigungskrieg befestigter Plätze gehört, und daß der Kriegsbaumeister oderIngenieur besonders auch diese Art der Kriegführung genau verstehen muß. Mehrüber kiesen Gegenstand enthält der Art. Belagerung. Schon die älteste Ge-schichte erwähnt der befestigten Orte. Ein reicher Schatz von Ideen ist in der Ge-schichte der ältern Delagerungskriege enthalten. Der wichtigste Fortschritt inder Befestigungskunst geschah durch die Erfindung der Seitenvertheidigung. Bisdahin konnte eS nicht durch Mauern, Wälle und Gräben, nicht durch Schutzmitteljeglicher Art gelingen, den Feind von der Zerstörung dieser Werke abzuhalten, sotapfer sich auch die Vertheidiger wehrten. Sowie aber die bisherige bloße Frontal-vertheidigung durch den Anbau vorspringender Werke die Form ausgehender undeingehender Winkel erhielt, war auch das Mittel gegeben, vor jeden Punkt des be-festigten OrteS eine sich kreuzende Wirkung der Geschoffe zu bringen, welche demAngreifenden doppelt, ja mehrfach verderblich werden muß. Es ward seitdem dieAufgabe der Kriegsbaumeister, durch die künstlichsten Berechnungen und Zusam-menstellungen der Linien und Winkel, unter denen die Umgebungen zu befestigen-der Orte erbaut werden sollen, die Seitenvertheidigung zu vervielfachen, mithinauf jeden vorliegenden Punkt, den der Angreifende nothwendig passiren muß, einungehindertes, sich vielfach kreuzendes Feuer zu bringen. Allein das sicherte nochimmer den Ort und die Vertheidiger nicht genug vor der zerstörenden Wirkung derimmer mehr vervollkommneten Geschosse. Man mußte darauf denken, diese solange als möglich in weiter, unschädlicher Entfernung zu halten. Zu dem Endewurden die verschiedenen Arren der vorliegenden oder Außen - und detachirtenWerke (s. d. erfunden, femer die Sicherstellung vor dem Wurfgeschütz und diezweckmäßigere Verwahrung unk Bekleidung der Werke selbst. So hat nach und nachdie gegenwärtige BefesnzungSmanier ihre Gestalt bekommen. Die alte ita-lienische, wie die ihr ähnliche spanische, waren einfacher, aber auch fehlerhaft undunzulänglich. Die holländische Manier (s. Coehorn) war besonders künstlichund zusammengesetzt; ihr Werth wich der französischen seit Vauban (s. d.). Ein-zelne geniale Verbesseret' haben sie bis auf die neuesten Zeiten zu benutzen gewußt,auch wol ihren eignen Weg theilweise eingeschlagen. Was durch die Iü>, lilieuiü»,^»»-»a^ere. selbst zur Vertheidigung der Städte, geleistet werden könne, hat sichin unserer Zeit erwiesen; dadurch hat dieser Theil der Befestigung-kunst mehrWichtigkeit und Bedeutung erhalten, als es ehemals der Fall war. Reich ist dieLiteratur der BcfestigungSwissenschaften. (S. Militairliteratur.) 5.

Kriegsgefangene. Der Krieg berechtigt beide Theile, alle Personen,die zu der feindlichen Nation gehören, als ihre Feinde anzusehen und zu behandeln,welches jedoch der völkerrechtliche Gebrauch auf die Befugniß beschränkt, die feind-lichen Individuen außer Stand zu setzen, uns zu schaden. (V. KriegSrecht.)Daher folgt, daß auch das Recht, tödtliche Waffen anzuwenden und Kriegsgefan-gene zu machen, nur gegen Diejenigen statt hat, welche Widerstand leisten, sowieumgekehrt der Vortbell, als Kriegsgefangener behandelt und nicht wegen des Wi-derstandes bestraft zu werden, nur Denen zukommt, welche zum Kriege berechtigtwaren; Diejenigen, die, ohne Waffen zu führen, dem Heere folgen, sollen dahereigentlich nicht zu Kriegsgefangenen gemacht werden, so wenig als dies bei denübrigen Unbewaffneten rechtlich ist, insofern sich dieselben keine Widersetzlichkeit zuSchulden kommen lassen. Als Kriegsgefangene sind vielmehr allein zu behandelnsowol Diejenigen, welche die Waffen wegwerfen und sich selbst für Kriegsgefangeneerklären, als auch alle Die, welche bewaffnet, aber durch Wunden entkräftet, nicht