Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kroatien

Kritik der reinen Verminst

doch, daß sie, wenn sie mit nöthiger Unbefangenheit, hinlänglichem Scharfsinn,umfassender Sachkenntniß und ausdauernder Sorgfalt angesicllt werden, meisten-theils eine bestimmte Entscheidung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gewähren.Wem fallen hier nicht die größten unserer neuern Philologen, ein Wolf, Hermann,Heyne u. A. ein. Einen glücklichen Versuch, diese Kritik auch auf die altdeutscheLiteratur anzuwenden, hat A. W. Schlegel (im „Deutschen Museum") abgelegt.Übrigens ist zu bemerken, daß, wenn von Kritik schlechthin die Rede ist, gemeinig-lich die philologischeKritik vorzugsweise, besonders aber die gewöhnlichere, niedereKritik, welche sich mit Beurtheilung der verschiedenen Lesarten in den Werken deralten Schriftsteller und mit Festsetzung der richtigen beschäftigt, zu verstehen ist.Was aber 2) kieKunsikritik anlangt, so untersucht sie, wie wir oben andeuteten,den innern, idealen oder ästhetischen Werth des Kunstwerks und heißt insofern ästhe-tische Kritik, oder sie beurtheilt nur die äußere körperliche und mechanische Bearbei-tung, die regelmäßige Anwendung der Werkzeuge und Darstellungsmittel derKunst oder eines (Gewerbes, und dann heißt sie technische und technologische Kri-tik. — Der gründliche Kritiker (Kritikus), Beurtheilet-, Kunstlichter unter-scheidet sich von dem Kritikaster, Krittler oder Afterkritiker, d. h. Demjenigen,welcher entweder Alles beurtheilt, oder dessen Urtheil ohne objectiven Grund undNothwendigkeit, mithin nur eine Meinung oder immer nur ein Tadel ist, undzwar gewöhnlich aus Übelwollen, Neid w. entsprungen, oder sich auf willkürlicheund conventionnclle Gesetze, welche hier nichts entscheiden, oder endlich nur aufKleinigkeiten und anscheinende Fehler gründet. Das Gefühl menschlicher Be-schränktheit und die Einsicht, daß das Vollkommenste nur Ideal ist, lehrt den Kri-tiker bei Beurtheilung nienschlicher Erzeugnisse nachsichtig zu sein, ja selbst, umseines eignen Genusses willen, der Beurtheilung im Leben eine Grenze setzen, umnicht mit Recht verhaßt zu werden. Außer letzterm Grunde aber, der in dem Miß-brauche der Kritik liegt, ist die Kritik nur jener schwächlichen Eigenliebe der Be-urtheilten, welche in dem Geschäfte, das sie treiben, sei es so hoch und wichtig, als eswolle, nur sich selbst sehen und ihre persönlichen Anfoderunge» geltend zu machensuchen, oder der Trägheit der gewöhnlichen Beurtheilet- verhaßt, welche sich ledig-lich ihrem Gefühle, sei es geübt oder ungeübt, verdorben oder nicht, überlassen undanvertrauen. Diese sehr hervorstechenden Triebfeder» menschlicher Denk- undBeurtheilungSweise haben freilich selbst dem Namen Kritik, Kritikus und Kritisch(welcher Ausdruck nicht nur prüfend, untersuchend, sondern auch etwas Bedenk-liches, Mißliches und Gefährliches bedeutet), sowie dem Geschäfte des Kritisireng«ine verdächtige Bedeutung gegeben-, allein gewiß ist es, daß, so lange derMenschein verständiges, Mittel und Zwecke vergleichende? Wesen sein wird, er auch Ver-wahren und humanen Beurtheilung seiner Werke, wie vielmehr der geistvollen undumfassenden Kritik einen unverkennbaren und noch hohern Werth beilegen wird, alsder einseitigen Zcugungskraft und beschränkten Manier, über welche sich die Kritikdurch die Zdee erhebt. Diesen Werth belegt auch die Erfahrung und Geschichte,welche uns zeigen, wie oft die wahre Kritik vor Verirrungen und gefährlichcii*Ab-wegen in Wissenschaft und Kunst verwahrt und abgehalten hat. Nur erhebe sichder Kritiker nie über die eigenthümliche Schöpferkraft des reichen Genies. 1.

Kritik der reinen Vernunft, s. Kant.

Kritische Philosophie, s. Kant und Philosophie.

Kroatien , ein niitUngarn verbundenes Königreich der östreich. Monar-chie (N3HM., 441,000 E. in 1 Städten, 1k Mfi., 182' D., mit den 3 Ge-spannschaften: Agram, Hptst., Warasdin, Kreuz; und dem ungarischen Kü-stenland oder Litorale, wo Fiunie zu bemerken ist), wird von der Drau , Sau,Kulpa und Unna bewässert und von Ungarn, Slawonien, Bosnien, Dalmatien ,Zllyrien und Sleiermark begrenzt. Die kroatische Militairgrenze ent-