Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
312
JPEG-Download
 

5t2

Kronglas Krönung

bloOen T sieln geworden, oder ihre Besitzer versehen höchstens hei außeroickentlichen(i'elegenheiren die damit verkiiupften Geschäfte. In diele» alten Staaten wird auchder Unterschied 'arischen Krön- und Reichswürden nicht genau beobachtet, woge-gen dieselben in den neuern Staaten streng getrennt sind; so gründete Napoleon hohe Reichswürden, oder vielmehr nur die Titel derselben, denn er hütete sich sehr,den Inhabern derselben etwas mehr als ein leeres Ceremonie! zu gestatten. Inmanchen Staaten, wie in England, hat man die hohen Reichswürden, die hiermehr als bloße Titel waren und ihren Inhabern alle die Rechte und (Geschäfte ga-ben, die der Name der Würde anzeigte, auSsterben lassen, so ;. B. die Würde ei-nes Großadmirals, da es gefährlich schien, einem Einzelnen eine solche ausgebrei-tete Macht zu überlassen. (N.

Kronglas (üno'vnI.i.-i-), sehr reines, Helles Tafelglas, welches die Eng-länder in Verbindung mit dem Flintglase bei Verfertigung dioptrischer Instrumenteanwenden. Durch diese Verbindung nämlich wird die bei gewöhnlichen Fernrohrenso unangenehm störende Farbenzerstreuung aufgehoben. Beide Glasarten werdenfetzt auch in Deutschland , namentlich zuBenedictbeurn (s, d.), in größter Voll-kommenheit angefertigt und zu gleichem Zwecke genutzt. (S. Achromatisch undDollond.)

Kronion, s. Jupiter .

Kronos, s. Saturnus.

Kronstadt, Stadt». Festung an der Mündung der Newa, welche Peter 1 .1710 auf der Insel Remsari (Kesselinsel) erbaute. Hier wird der Reichsschatz auf-bewahrt. SLie hak jetzt, außer 10,000 Matrosen, die sich dort immer befinden,80,000 T. Ein Fort, Kronslot genannt, auf st Inseln, verschließt die Einfahrt derNewa , die 2000 -rLchritke Breite hak, völlig, seitdem man die nördl. Mündung derNewa , nir AuStiefung der südlichern, durch versenkte Schiffe gesperrt hat. Unterden drei Hissen ist der Kriegshafen, st,7 Fuß rief, der sicherste, aber die beiden andernsind tiefer, wenngleich nicht so sicher vor allen Winken. Weil die Newa nicht gleicheTiefe als hier bisPekersburg behalt, so nehmest hier große aussegelnde schiffe denletzten Theil ihrer Ladung ein und entladen sich denn Einlaufen eines Theils insogen. Lichter. Der Hafen dient also zugleich der kaiserl. Marine und der Hauptsee-handelsstadt des Reichs. Es laufen jährlich gegen 1100 Schiffe aus und ein. AlleGebäude, deren ein großer Kriegshafen bedarf, sind hier. Merkwürdig ist der Ca-nal, welcher sich 358 Faden inS Meer erstreckt, auch im Ganzen 1050 Faden Längehar, bei einer Breite von 100 Faden in der Oberfläche, und mit großen Duader-steinen ausgesetzt ist. Er hat 24 Fuß Tiefe.

Krönung, eine feierliche Einsetzung und Anerkennung als Monarch, initkircbl. Feierlichkeiten, die man in den ältern Zeiten, wo oft das Recht der Thronfolgeunsicher und streitig war, oder wo das Recht zu regieren nicht ohne förmliche Über-nahme gewisser Regierungspflichten erlangt werden konnte, für nothwendiger hieltals in der neuern Zeit. Wenn auch diese Handlung nicht nothwendig ist, um zwi-schen Regenten und Unterthanen das gegenseitige Band von Rechten und Pflich-ten zu knüpfen, so ist sie doch sehr zweckmäßig, um beide Theile an Das, was siesich gegenseitig schuldig sind, auf eine feierliche Weise zu erinnern. Das Wesent-liche der Krönung ist erstlich der Eid, welchen der Monarch ablegt, daß er gerechtund fromm regieren, das wahre Wohl seines Volkes stets vor Augen haben unddie Grundgesetze des -LtaatS gewissenhaft befolgen wolle, und zweitens die Aus-setzung der Krone unter religiöser Feierlichkeit (Gebet und Salbung), wodurch dergöttliche Ursprung des Herrscherrechts versinnlicht werden soll. In England habensich die Könige bis auf die neueste Zeit stets mit großein Prunk und mit Beobach-tung alterthümlicher LehnSgebräuche in der Westnchnsterabtei salben und krönenlassen. Ebenso in Frankreich , wo die crzbischöfliche Kirche zu Rheims von uralter