3117
Krug
Wftkenberg, ward Adjunct der philosophischen Facnlrät und lehrte al? solcher?Jahre lang ohne iö'ebalt, bloß vom Ertrage seine? Fleiße? mit von einem Slipen-dmm lebend, da? ibm vom Kircbenralhe in Diesden ertheilt winde. «Leine„Briese über die Persectibilüät der geoffenbarten Religion", die er al? Student in(Köttinqen anonrm herausgab lind die grossen Anstoß veranlaßten, wurden die Ur-sache, dar, er in Wittenberg nicht einmal eine aurerordentlicl e Professur erhielt,ungeachtet er mit grobem Beifall lehrte, und die Universität selbst sich für ihn ver-wendete. Er gab nun da? Studium der Theologie und da? Predigen auf undhielt blos philosophische, philologische und encotlopädische Vorlesungen, schrieb den„Versuch einer svstemanschen Encrklopädie der Wissenschaften" (2 Bde.); „Überda? Verhältnis, der kritischen Philosophie zur moralischen, politischen und religiösen Cultur de? Menschen"; „Apbori?men uir Philosopbic dc? Recht?"; „Bruchstüche an? meiner Lebensphilosophie"; „Pbilosopbie der Ebe" (aronrni); „Briefeüber die Wissenschastslehrc"; „Briefe über den neueste» Idealismus"; und da?„Neue Organon der Philosophie" :c. löst! harte K. aus einer Reise nach Berlin Bekanntschaft mit Teller, Zöllner, Biester, ss'edike und A. gemacht. Darauferhielt er einen Ruf nach Frankfurt a. d. O. al? auserord. Pros. der Philosophie.Zugleich sollte er den alten Steinbart im Halten theologischer Vorlesungen und imEramüüren der lutherischen Predigtamtocandidaten unterstütze,,. Auch verhei-ratkeke er sich mit der ältesten Tochter dc? in Franksurr con inandirente» H'emral?v. Zeuge, au? welcher Ehe noch 3 Sehne und eine Tochter am beben sind. Vonden Schriften, die er hier herauogab, sind die bedeutendsten.' „Versuch einer sy-stematischen Encvklopädie der schönen Künste"; „Kallicpe und ihre -Lchwestern";„Widerstreit der Vernunft mit sich selbst in ter Versehnungolekre"; und die (1K27zum 3. ?)cal aufgelegte) „Fundanientalphilosophie", inir irelcher er den ?t, sangmachte, da? in dem „Neuen Organon" u. d. sslanien des transcendentalen Sviutherl?m„g entworfene Svsicm der Philosophie (oder die transcendentale Srnikesi?de? Sei»? und de? Wissen?) weiter au?;ufuhren. Die ssü iu didee dieses L vsteiiiSist, das; weder der Realismus, welcher da? Wissen au? dem Sein, als dein ur-sprünglich Realen, ableitet, noch der Idealismus, welcher da? Sein au? dem Wis-se», als dem ursprünglich Idealen, ableitet, die Vernunft befriedige, mithin eindritte? Svstem, welches von der ursprünglichen Verknüpfung des Sein? und de?Wissen? im Bewußtsein, als einer transscendentalen -Lviuhese, ausgehe, das alleinzulässige sei. Mittlerweile starb Kant in Königsberg , und der Ministerv.Masse»',der in jener Zeit das preuß. Schul- und Kirchenwese» leitete, bor dem Pros. ädrugdiese Lehrstelle an. Wiewol er nun auch einen Ruf nach Fulda und einen andernnach Clreifswald erhalten hatte, so zog er doch jenen vor und ging im Herbste 1KÜ5nach Königsberg ab, al? ordenil.Professor der Logik und Meraphvstk, erhielt abernach Krau?'? Tode auch die ordentl. Professur der praktische» Philosophie. Außer2 kleinern Schriften: „Über Staatsverfassnng und -Ltaatsverwaltung" und „Vonden Idealen der Wissenschaft, der Kunst und de? Lebens", sing er auch hier sein„S vstem der theoretischen Philosophie," in 3 Theilen an, wovon die beide» erstenin Königsberg erschienen und seitdem neu aufgelegt wurden. Seine literarischeThätigkeit ward aber hier durch eine Art von moralisch-politischer Wirksamkeit un-terbrochen, indem ihm der hohe Rath te? sogen. Tugendbunde? (s. d.) dieFuncrion eine? Obercensor?, der auf Ordnung halten sollte, eigentlich aber dieHauptleitung der (N-schäfte führte, übertrug. Ibstst folgte K., aus Liebe zum ur-sprünglichen Vaterlande und durch andre Umstände bestimmt, einem Rufe nachLeipstg, wo ihm die ord. Professur der Philosophie angetragen wurde, welche? Lehr-amt er noch jetzt verwaltet. Hier vollendete er IdAO sein „Svstem der theoretischenPhilosophie" mit dem 3. Thle.; dann erschienen von ihm: „Der Staat und dceSchule, oder Politik und Pädagogik in ihrem gegenseitigen Verhältnisse zur B-e-