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Sechster Band. K bis L.
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Kuh

nach München , um sich durch Portraitmalen Unterstützung zu verschaffen. Hier be-nutzte er die Galerie zu seinem Studium, während Karl in Rom blieb, wo derselbe'die Bekanntschaft des Lords Bristol machte. Als der Lord bald darauf auch nachMünchen kam, staunte er nicht wenig, den jungen K., welchen er mit Aufträgen inRom zurückgelassen hakte, hier auf einmal vor sich zu sehen. Diese Überraschungverschaffte dem ältern Zwilling sogleich die volle Zuneigung des britischen Sonder-,lings. Er kaufte mehre seiner Bilder und bot ihm eine Verlängerung tcrReiseren-sioit von 100 Dukaten auf unbestimmte Zeit an. Allein Freundschaft und Dank--barkeit verpflichteten Gerhard, den jungen Liefiändcr in seine Heimalh, nach Riga ,zu begleiten. Im Sept. 1795 kamen beide Freunde in Riga an, wo K. die erfreu-lichste Aufnahme fand. Unterdessen hakte sein Bruder Karl die Aufträge des LordsBristol vollendet; und da ihm die Revolutionszeiten den längern Aufenthalt in Ita-I,en verleideten, so folgte er der Einladung Gerhards nach Riga , bei dessen kunst-sinnigen Bewohnern er ebenfalls viel Beschäftigung fand. 1799 besuchten dieBrü-der Petersburg. Hier beschäftigten den Portraitmaler ehrenvolle Aufträge des Kai-,serhofes, und der Landfchaftmaler wurde vom Kaiser Paul, der ihm mehre Bilderabkaufte, mit einem Gehalte von 3000 Rub. angestellt. Nach wenig Jahren sahensie sich in der Lage, um die Hand von zwei Schwestern anzuhalten, welche sie aufder Reise nach Petersburg in Rcval kennen gelernt hatten. Da diese aus adeligemGeschlechte waren, so ließen die Bruder den Adel ihrer Fanulie wiederherstellen.Als hierauf Karl 1803 eine Reise nach der Krim machte, besuchte Gerhard seineMutter in Koblenz und sah in Paris die Kunstschätze des Museums. Nach dem Todeseiner Mutter wählte Gerhard 1805 zu seinem Aufenthalte Dresden . Die dasigenKunstsammlungen gaben ihm Veranlassung zur fernern Entwickelung seines Kunst:strebens, aber auf der Mitte seiner schonen Bahn fiel er unter den Händen eine»Raubmörders, eines sächs. Artilleristen, auf freier Strafe nahe bei Dresden , den27. März 1820. Ideale Formen, dichterische Composition, der innigste Ausdruckdes innersten Lebens, künstlerische Darstellung und ein schönes Eolorit zeichnen imAllgemeinen die Werke Gerhards v. K. aus. Seine Magtalena und sein Iohan-,»es möchten wol jedem Nachbstdner unerreichbar sein. ^ein Amor, seine Portraitsvon Görhe, Schiller, Herder und Wieland u. A. m. sind in Kupfer gestochen. DieWerke seines Bruders Karl, der abwechselnd in Petersburg und auf dem Gute fei-nes Schwagers, des Freih. von Manteuffel, zu Kurkull in Liesiand, lebt, sindgröß-tentheils in dem Besitze des seitdem versi. Lords Bristol, in Berlin, Riga und in denKunstsammlungen von Petersburg . Ein großer Atlas von Zeichnungen und Ansich-ten aus der Krim ist noch in des Künstlers Besitz, der eine krünische Galerie in 80Bl. und eine ähnliche landschaftliche Galerie von Finnland für den Kaiser Alexan-der gemalt hat. Auch hat er eine „Malerische Reise in die Krim " zu Petersburg1823 herausgegeben. 1825 unternahm er, unter dem -Lchutze der Regierung, eineKunstreise nach Kaukasien bis Armenien . Eine treue Erzählung von dem Lebenund von den Werken beider Bruder (vom Pros. Hasse) findet man in den „Zeitge-nossen", Nr. XI. Eine vollständige Biographie mit dem von Goktschick gestoche-nen Bildnis Gerhards v. K. und 8 Umrissen seiner vorzüglichsten Gemälde ist 182-1von denis. Vers. in Leipzig erschienen.

K u h (Ephraim Moses), geb. 1731 zu Brcslau von jüdischen Ältern, zeigtefrüh ein ungemein starkes Gedächtniß, eine große Lebhaftigkeit des Geistes undimmer rege Wißbegierde. Sein Vater, ein begüterter Kaufmann, bestimmte ihnanfangs für die jüdische Gelehrsamkeit, und als der Erfolg den Erwartungen keines-wegs entsprach, für den Kaufmannsstand. Er ließ ihm Unterricht in der franz,ital . und engl. Sprache ertheilen, wodurch er Kenntniß der neuern Literatur undPoesie gewann. Nach den. Tote s. Vaters trat er in Berlin als erster Gebülse mdie Handlung s. Oheims. Hier war es, wo er sich durch seine Talente die Freund-