Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
333
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Kunigunde Kunst 3!-3

Moment zuni (Gefecht eingetreten, wo seine Erscheinung den Verbündete» anst el-fe» und die Preußen niederwei sen innßre. Nun war es auch der preuß. Reitereinicht mehr möalick, das verlorene Gleickgcwicht wiederherziistellen; dagegen fanddie feindliche Reiterei um so leichteres Spiel. Bald löste sich die Haltung deserschöpften preuß. Heeres in wilde Flucht auf, und wenn den König selbst, der sichmehrmals in der äußersten Gefahr befand, mcht jenes dunkle Sckickial ereilte, demer ahnungsvoll entgezenzog, st rettete ihn nur die unbegreifliche Saumniß Solti-koßss, der seinen Sieg nicht zu benutze» wußte oder nicht verfolgen wollte. Zwarverlor der König beinabe sein ganzes beschütz und gegen 20,000 Mann, aber nurauf kurze Zeit die Fassung. Jenes ward bald ersetzt, und mit dieser ruhmvoll dieNiederlage gerächt. Unter den Verwunderen befand sich auch Septlitz, der demKönig sehr gerathen hätte, nach den ersten Vortheilen dieSchlachtabzubrechen. TerDichter Ew. v. Kleist (s. d.) blieb tödlich verwuudet auf dem Schlacktfelde. 5.

Kunigund e, die heilige, Tochter des Grasen Siegfried von Luzeiuburg,war vermählt mit dem Herzoge Heinrich von Baicrn. 7kl? dieser nach Ottos lll.Tode 1002 zu Mainz zum König der Deutschen erwählt wart, theilte sie am 0.Juni mit ihrem Gemahle die Ehren der Krönung. Dasselbe geschah Kick, als ersich bei einem später» Römerzuge 1011 durch Benedict ä IN. in ter Hauptstadtder Welt den Kaisersebmuck anlegen ließ. Einer Sage zufolge sollen beide Gat-te,, ein Gelübde ewiger Enthaltsamkeit gethan haben. Von Seiten des Kasseuldarf mau dies bezweifeln, da er auf einem Reichstage zu Frankfurt sich über dieUnfruchtbarkeit seiner Gemahlin beschwert haben soll. Späterhin wagte sich derLeumund sogar an den Ruf der gottessurchkigen, aber noch mehr die Kirchendienerehrenden Kaiserin, und den Begriffe» der Zeit gemäß, unterwarf sie sich einem Got-tesurrheile, indem sie barfuß über glühende Pflugscharen wcgschritt. Das glück-liche Bestehen dieser Feuerprobe soll den beschämten Kaiser von ter Unschuld seinerGemahlin so fest überzeugt haben, daß er nie wieder zweifelte. (M. s. über diesejungfräuliche Ehe: Schurzfleisch, „Ist >ui,o<x-utst l'.»,,>»ui>clis", Witt. 1700, .z.,und Guntling „Von der heil. Kunigunde und derselben vermeinten Keuschheit"m s. W.: „stliu", lll. 151.) Sicher ist, daß Heinrichs II. Ehe kinderlos blieb. Alsder Kaiser starb, zog sich Kunigunde in das von ihr gestiftete Kloster Kauffunaenbei Kassel zurück und nahm endlich ani Jahrestage ihre? Witwenstande? (am 13.Juli 1025) au? den Händen des Bischofs von Paterborn den Nonnenschleier.Der Welt vergessend, lebte sie nun frommen Werken, wie jene Zeit sie federte, biszu ihren, Tode am 3. März 1010. An der Seite ihres Gemahls ist sie im Domzu Bamberg beigesetzt, und mir ihm theilt sie die Ehre der Seligsprechung. I„-noccn; UI. setzte sie 1200 unter die Heiligen.

K unkelleh n (von Kunkel, die Spindel, oder auch das Spinnrad) heißtdasjenige Lehn/ welches auch auf Frauen forterben kann. Reines Kunkellehn,welche? nur auf Flauen forterbt, gibt e? nickt, denn sobald mannlicke Erben dasind, fällt das Lehn aus dieß. In demselben Einne heißt Kunkeladel ein solcherAdel, der, bei einem unadeligen Vater, von der Mutter herstammt.

K u n st. I. Im weitesten Sinne. Alle Kunst ist etwas Praktische?, d. h.auf freien Kraftäußerungen vernünftiger Wesen in ter ^innenwelt Beruhendes,denn sie ist (subjeeriv) dieGeschicklichkeit oder Fertigkeit vernünftig-sinnlicher We-sen, gewisse, nach freien Zwecken bestimmte, regelmäßige Wirkungen hervorzubrin-gen , oder (objectiv) das ganze Gebiet ter äußern Wirkungen und selbständigenErzeugnisse dieser freien Thätigkeit in der Sinnenwelt. Die Äußerungen aber,und nutkui diese Wirksamkeit selbst, sind um so vollkommener, je mehr durch sieetwas für sich Bestehendes, d. i. ein selbständige?, zu jenen Zwecken in allen seine»Theilen übereinstimmende? Werk hervorgebracht wird, welche? wir insofern Werkder Kunst im eigentlichen Sinne des Wort?, oder Kunstwerk nennenz unter-