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Kunst (Kunsiphilosophie)
des Einzelnen andeuten. Nun heißt aber darstellen, zur Erscheinung b«ngen;die ihrem Wesen nach verschiedenen Darstellungsmutel bestehen sich also auf dieverschiedenen Gebiete der Erscheinungswelt, und die Organe für die Auffassungund Darstellung derselben. Wie wir daher eine innere und äußere Erfebei-nungswelt, einen innern und äußern Sinn unterscheiden, so unterscheiden wir auchKünste des äußern Sinnes und Kunst des innern Smnes. Nun kennen die Dar-,siellungsmittel der schonen Künste ersterer Art nur auf den Empfindungen derediern, oder der Schönheitssinne, mittels! deren wir selbständige äußere For-men in ihrem Bestehen, sowie in ihren Verhältnissen zu einander, mit einem Ge-fühle der Lust wahrnehmen, gegründet sein. Dieses sind aber Gesicht und Ge-lt ö r. Auf diese bestehen sich also die bildende und die tönende Kunst. Jene stelltunter der Form des Sichtbaren, diese unter der Form des Hörbaren dar. Alle Sin-nenempsindungen aber umfaßt der Gedanke mittelst der Einbildungskraft (der in-dividuelle Gedanke). Diejenige Kunst also, welche das Leben durch Gegenständedes innern Sinnes, d. i. durch die Vorstellungen der Einbildungskraft, zunächst sü rdie Einbildungskraft darstellt, oder dieKunstdeS innern Sinnes, ist die Poesie
Dichtkunst vorzugsweise). Das allgemeine Organ der SchöpfungSkrast schönerKunstwerke ist ihr eigenthümliches, lind sie bezieht steh erst mittelst desselben aufdie äußern Sinne. Sie ist daher die mittelbarste und geistigste Kunst, bedarf aberauch fiir ihre Darstellungsmittel noch besonderer äußerer Zeichen, der Worte, alsder eigenthümlichen Zeichen der Gedanken; doch beruht nicht in den Worten,»och in den Tönen für sich, das Wesen der Poesie (s d.), weshalb sie auchfälschlich zu den tönenden Künsten gerechnet worden ist. Dieses aber sind die dreiElementar- oder -LSrammkünste. Andre sind abgeleitete und zwar entweder ein-fache abgeleitete, Uiitergeoednere, wie die Malerei, Bildhauerkunst (Plastik,Skulptur), Baukunst, und jener analog (jedoch mit Rücksicht auf die successiveErscheinung eines KünstgartenS) auch die Garten ku n st; oder zusammengesetzteabgeleitete, welche man auch Übergangskiinste nennen konnte. Letztere sind die De-klamation und Mimi k, von denen die erstere von der Poesie zur tönende»Kunst, diese von der Poesie zur bildenden Kunst den Übergang macht; aus Dekla-mation und Mimik entspringt die Schauspielerknnst; die Tanzkunst aber bildet denÜbergang von der Mimik zur tönenden Kunst. (Andre Etiitheilungen findet man inW. T.Krug's „Versuch einer spstemat. Encvklopädie der schonen Künste", Leipzig 1802, §. 15 fg.) Wie nun die schönen Künste unter einander verschieden sind, soweichen auch die Erfodermsse des Künstlers, in Hinsicht auf diese verschiedenen Ge-biete der Kunst, von einander ab, und es ist die Genialität (des bildenden Künstlers,oder des Tonkünstlers ;. B.) durch das besondere Darstellungsmittel, durch die na-türliche Anlage, welche der Gebrauch desselben voraussetzt und die vorwaltende Be-hebung desselben auf gewisse Thätigkeiten des Geistes (z. B. des Hörbaren auf da«Gefühl, des Sichtbaren auf die Beurrheilungskraft) genauer bestimmt. V. Kunst-philosophie, Theorie der schonen Künste. Die Wissenschaft von der schöne»Kunst und den besondere» Gebieten derselben (schönen Künsten) kann man dieKunstwissenschaft nennen. Handelt sie von der schonen Kunst und den Künstenüberhaupt, ihrem Geiste »ach, oder in unmittelbarer Beziehung aus die Idee derSchönheit, welche durch sie verschieden dargestellt wird, ft ist sieKunstphiloftphie,und macht einen Hauptrheil der Ä sthetj x mw (s. d.). AlsKunstphilosophic han-delt sie von der schönen Kunst überhaupt (allgemeine Kunstphilo'ophie, wovon wirhier einen kleinen Umriß gegeben habe») und von den einzelnen schonen Krustenin der angegebenen Beziehung. Letzterer Theil der Kunstphilosorhie wird auchdie ästhetische Theorie der schonen Künste genannt und macht die angewcndte,oder besondere Ästhetik aus. Da aber jede Kunst, wie oben gesagt workni ist,ihi-e äußer- Grundlage oder ihr eigentlich Technisches hat, so gibt es aueö eine