Kunst (Kunstsinn) Kunstbliduilg
technologische Theorie der schönen Künste, oder eine Technologie der einzelnenschönen Künste; diese ist empirischen Ursprungs und gebt Anleitung zur zweck-,müßigen mechemischen Behandlung der jedesmaligen Kunstmittel. VI. Kunst-sinn, Kunsigcschmack, K unstkenntniß, Kunükritik, Kunstrich-ter, Kunstsreund. Das Kunstireik, welches aus einem reichen Innern ent>sprungen ist, erfodert auch, um würdig ausgenommen zu werden, ein verwandtesGemüth, einen reifen und mündigen Geist, ter den Sinn des Lebens veisieht unddas lebendige Werk nicht von einzelnen Seiten und mit einzelnen Kräften auffaßt.Dieselben Kräfte also, wenn auch nicht in demselben Maße, welche zum gelingenHervorbringen des Werks erfodert wurde», werden daher auch bei dein voll-kommenen Genusse desselben in Thätigkeit gesetzt. (Gewöhnlich aber setzt man denGenuß des Kunstwerks bald in das durch die Anschauung zunächst erregte, oft sehrunbestimmte Gefühl, so z. B. der oberflächliche Liebhaber (Dilettant) der Kunst;bald in die Beurtheilung nach bestimmten Regeln, wie ter kalte Kunstrichter.Bei der wahre» Auffassung aber verbindet sich Beides, das Gefühl des Anschauen-den löst sich in Urtheil auf und ist dem ideenmäßigen Urtheil ganz entsprechend. Esist daher einleuchtend, daß zur wahren Auffassung eines Werks nicht blos; der all-gemeine Kunstsinn (Empfänglichkeit für Eindrucke der Kunst, Interesse für Kunst-werke und Leichtigkeit, sich in der Kunst zu orientircn), sondern vor allen Dingendir individuelle, unbefangene Anschauung desselben, und zu seiner wahren Wür-digung Kunstgeschmack (d. i. ein feines Beurtheilungsvermögen, nach der bewußtoder bewußtlos vorschwebenden Idee des Schönen, oder eine Leichtigkeit, dasKunstschöne von dem Kunstwidrigen zu unterscheiden) und daher auch Kunstkennt-niß, d. i. Kenntniß des Wesens der Kunst und der Künste, insbesondere auch desTechnischen der Künste, sowie der Geschichte der Kunst erfoderlich ist; denn nurmit diesen Eigenschaften ausgerüstet, wird man einem Kunstwerke feinet, wahrenPlatz in dem großen Gebiete derselben, in Beziehung auf die in demselben zu reali-sirende Idee der Kunst, anweisen können, welches der letzte Zweck ter Kunstkritikist. Di?Kunstkritik (s. Kritik) setzt also in ihrer Vollkommenheit voraus: 1) Un-befangene gesunde Anschauungskraft. 2) Kunstsinn und Kunstgeschmack. Letzte-rer ist nach seinem Umfange in den Künsten, scwie i» Beziehung auf die Werkeverschiedener Völker und Zeiten, mehr oder minder ausgebreitet oder beschrankt,seinem Ursprünge nach natürlich oder ausgebildet; durch Übung in; Anschauen vondem Naturgeschmack (oder der Beurtheilung des Schoren in ter Natur), immeraber durch höhere Bildung verschieden. (S. Kunst bildung und Gescbmack.)8) Wissenschaftliche und geschichtliche Kenntniß der Kunst (Kunstphilosophie. Theo-rie der Künste, Technologie, Kunstgeschichte, wo;u auch Archäologie der Kunst ge-hört), denn bei allen Urtheilen wendet man Gesetze aus die zu beurtheilenden Ge-genstände an. Alles dieses sind daher auch nothwendige Eigenschaften des wahrenKunstrichters. Daraus geht aber auch hervor, daß die bloße Eigenschaft desKunstkenners noch nicht ;um Kunstrichter macht, indem diese Kennerschaft baldmehr auf die Theorie des Innern, bald mehr auf die Theorie des Äußern oder dasGeschichtliche der Kunst geht, und der Besitz dieser Grundsätze noch nicht die Fähig-keit, sie anzuwenden, gewährt. Auch mangelt dem Kunstkenner, sowie dem fei-nen Geschmacke oft das warme und lebendige Interesse des Kunstsinnigen oder desKunstfreundes, welches uns das innere Leben des verwandten Kunstwerks aus-schließt. l-
Kunstakademien, s. Kunstschulen.
K u n st a u s st e l l u n g, s. A usste l lung.
K u n st b > ldung heißt: I) der natürlichen entgegengesetzt, die durch Er-ziebung, Umgang und andre Verhältnisse, vornehmlich aber durch methotiftheEinwirkung erlangte oder absichtlich erworbene Bildung, die rxa« auch oftCultur in