352 Kupferdruck Kupferstecher
Spießglanz, Kobalt und Blei verbundn, wodurch es spröder wird und an Festig-keit verliert. Die Scheidung jener Mctalle von dem Schwarzkupfer geschieht durchdas Garmachen oder das Spleißen. Man bewerkstelligt dies entweder in Flamm-öfen, wobei ei» Ansatz von Blei gegeben wird, oder in den großen Garherden oderSpleißöfen, oder in den kleinen Garberden. Jene sind-iint einem (Gewölbe ver-sehen, diese bestehen in einem bloßen Herde; beide haben ein Gebläse, welches dieVcrschlackung befördert. Das Kupfer wird in dem halbkugelformigen Herde beiHolzkohlen emgeschmolzen, und wenn es gar ist, d. h. wenn die verunreinigendenMetalle und andre Stoffe in den abgezogenen Schlacken entfernt sind, so wirdWasser aufgegossen, und das Garkupser wird in dünnen Scheiben abgehoben.—Eine eigenthümliche Art der Kupfer-gewinnung ist die Niederschlagung des Kupfersaus einer zufällig entstandenen oder absichtlich bereiteten Lauge aus Kupfervitriolmittelst Eisens; das auf diese Weise erhaltene Kupfer heißt Eeinentkupfer. —DaS Garkupfer wird zwischen Holzkohlen in einem Herde vor dem Geblase nieder-geschmolzen und dann hannnergares Kupfer genannt. Es wird in bestimmte For-men gegossen und nun unter Wasserh.ami,er», Streck- und Walzwerken, Präge-werken und Drahtzugen weiter verarbeitet. Vor der ersten Verarbeitung, und vonZeit zu Zeit auch während der Arbeit, muß dem Kupfer die Sprödigkeit, welche esdurch die gewaltsame Ausdehnung der Thestchen unter Hämmern und Ldtreckwerkenerhalten hat, durch Ausglichen vor der Esse oder in einem Glühofen benommenwerken; das Kupfer wird rorhgluhend gemacht, aber erst nach dem Erkalten weiterbearbeitet.
K u pferd r u ck ist die Art und Weise, wie von der vorn Kupferstecher ge-stochenen Kupferplatke mittelst der Kupferpresse Abdrücke auf Papier gemacht wer-de». Das dazu nöthige Papier darf nicht zu stark geleimt sein und wird angefeuch-tet, doch nicht zu sehr und zu lange, damit es nicht durch gelbe Flecke unbrauchbarwerde. Damit das Papier die Farbe besser aufnehme, mischt man einige LothAlaun in das zum Anfeuchten bestimmte Wasser. Die Schwärze der Kupferdrucke!-ist feiner als die Buchdruckerfarbe und wird von Frankfurt a.M. bezogen, wo mansie aus Weinhefe» bereiten soll. Sie wird auf einem Reibesteine mit Firniß oderdem noch bessern Nußöl gerieben und zuweilen mit etwas Mastix erhöht. Ist nunPapier undFarbe gehörig vorbereitet, so wird die Platte, wenn es kalt ist, auf einemRoste gelind erwärmt, die Farbe mit einem Span aufgetragen und mit einemBallen durch Auftupfe» (nicht Streichen) überall verbreitet. Hierauf wischt mandie Farbe mit Leinwand behutsam ab, sotaß die Dberfiache völlig gereinigt wird,und nur die Schrasstrungen von ihr ausgefüllt bleiben. Nach allem Diesen bringtman die Platte auf einem Lager von Pappe und weichem Papier auf die Fasel derPresse, legt das Papier, welches den Abdruck erhalten soll, auf, bedeckt auch diesesmit einigen Bogen weichen Papiers und macht nun den Druck. Jetzt nimmt mandas Blatt mit dem Abdruck ab und trocknet diesen, wenn der Kupferstich von Werthist, auf einer Tafel, sonst auf der Leine. Die Platte wird dann am besten durchPotaschenlauge von der alten Schwärze gereinigt. Außer den schwarzen Abdrückengibt es auch rothe, von Zinnober und Mennig, dunkelrorhe, von siorentiner Lack,blaue, von Berlinerblau. Auch kennt man die Kunst, bunte Abdrücke zu liefern.(S. Kupferstecher-kunst.)
Kupferstecher, neuere ausgezeichnete. Die Hebe an Werkender Kunst begünstigt eine Fertigkeit, die des GemuS einzige Wert,- vervielfältigtund den Wenigen vergömueu Genuß Mehren im Nachbilde zukommen läßt. Wohl-berathen wählen die neuern Künstler sich zu Aufgabe» die vortrefflichsten Werke derMalerei und geben diese mir richtiger Beachtung der Mittel, die ihnen zu Gebotestehen, bald zart, bald kräftig, durch Geilt, Ausdruck und Treue der Nachbildung,als eigenthümliche Kunstwerke wieder. Italien, Frankreich, England und Deutsch -