Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kupferstecher

land wetteifern durch gleich ausgezeichnete Werke; doch möchten Italien und Frank-reich an Zahl und Bedeutsamkeit der Blätter, vorzüglich durch die Fertigkeit seinerKünstler im Abdrucke der Platte», allen andern vora,«stehen. Konnte doch Bois-ser. e's kölner Dom nur durch die pariser Pressen seine Vollendung erreichen. Werkevon eineni Umfange wie Audran'S Alexanderschlachte» sind neuerdings in keinemLande zum Vorschein gekommen, wenn auch die neuern Künstler vor größern Wer-ken keineswegs sich fürchten. Beginnen wir die Reihe der einzelnen Künstler, somusi in Deutschland vor Alle» der zu früh gest. Fr. v. Müller genannt wer-den, dessen Madonna di S.-Sisto zu den Juwelen aller Sammlungen gehört.Ihm zunächst möchte jetzt C.Rahl stehen, dessen Darstellung Christi im Tempel,nach Fra Barrolomeo, sowie s. h. Margaretha, nach Rafael, diesen Platz ihm ge-sichert haben. Vorzügliche Erwähnung verdienen neben ihm dervcrst. K.Heß (s. d.)und der an s. Stelle in München getretene Sam. AmSler, welcherThorwaldsen'SAlexanderzug, die Grablegung im Pal. Borghese und DanneckerS Christus gestochenhak, sowie Reindel, dessen Grab des h. ScbalduS und dessen Blätter im ,,älu-l'min-K Cabinetüstücke sind. Die Arbeiten des unlängst verst. lllmer, Levbold'S,Luh'S und AloyS Keßler'S Stiche machen einander den Vorzug streitig. Jodn inWien liefert ausgezeichnete Blätter in punktirtcrManier; in TuschmanierW. Ko-bell in Vlünchen und Piringer in Wien . streng an Marc-Anton'S Aluster sichhaltend, durch bloße Taillen kräftig, suchten C. Barlh und Ruschweyh in Ron: sichhervorzuthun. Bestimmtheit der Unirisse, Reinlichkeit und Zartheit des Grabsti-chels und gleicher Fleiß in allen Theilen unterscheiden ihre Blätter von vielen gleich-artigen. Auch Krüger hat sich in derselben Art in kleinern Dlättchen versucht, wäh-rend Stölzel in freierer, ansprechenderer Form seine unternommene Arbeit auszu-führen verspricht. Noch nennen wir die geachteten Namen: Chodowiecki , Banse,Bolt, Clemens, Gmelin, I. S. Klauber, I. Schmuzer, Böhm, Jury, MenoHaas , «Lteinla, Schwcrdgeburlh, Fleischmann. Als ein gutes Zeichen der Zeitmag angeführt werden, daß die bessern Künstler sich an größere Arbeiten wagen,wobei sie Gelegenheit finde», ihr Talent zu erproben, während der Geschmack anden Alinanachformaten sich zu verlieren scheint. Treffliche Arbeiten im landschaft-lichen Fache von Darnstedt, Duttenhofer, Frenzel, Fronimel, Geisler, Günther,Haldenwang, Reinhardt, Veilh n. A. lassen die Deutschen getrost nebe» dem glän-zendsten Verdienste des Auslandes sich zeigen: für Thiere haben Klein und Hegi,der des Katzcnrafaels G. Mind Sittengemäldc dieser beliebten HauStbiere kräftigund geistreich wiedergab, sowie Kolke Ruhmwüidiges geleistet. Insbesondere nochnut derRadirnadel zeichnen sich auS: Barlseb, Ford, C. Reinhard, Fromel, Koch(an dessen große Blatter F..^obel1's und Grimm'S kleinere, durch glückliche Ver-bindung der Nadel mit der einfachen Ätzkunst, sich anschließen) und Marie Ellen-rieder; in der Schabkunst: Pichler, Fiuedhos, Wenk:c.; in der Aqua tnua: I.G.Preffel und s. Gattin Katharine, Kunz, W.Kobell; in derPunkrirmanler: Dl'»-»er, John, Sinzwich. Vieles müssen wir übergehen, was ehrender Erwähnungwol werth wäre, z. B. das Verdienst der Kupferstecher um die Darstellung wissen-schaftlicher Gegenstände. So hat u. A. Duttenhofer's Stichel in Ticdemann'S„Tal,, nei voi iim iite, i" (Heidelb. 1822) eine Vollendung, wie sie in Deutschland bei anatomischen Gegenständen noch nicht erreicht worden war. Ebenso wichtig istdie Geograph. Kupfersiecherkunst (s. d.). — Frankreich bewabrte denfrüh erworbenen Ruhm bis in die neuesten Tage. Die Blätter von A. Boucher-DesnoyerS (z. B. die Madonna von Foligno, In Vierte. >Iile la belle ini>li,,l> >e.Franz I. und Margaretha von Navarra, Phädra und Hippolytos , das Bild desPr. v. Benevent ) sind anerkannt als Muster. Lignon's h. Cäcilie, nach Domem-chino, seine Atala, sein Bild der Dlle. Mars; Massard'S h. Cäcilie, »ach Rafael,Apollo mit den Musen, nach Gitilio Romane; Richomme's, Dien's. Girokel's,Conversalivlis - Lexicvn. Bd. VI. 23