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Kupfersiccherkunsc
Werk»-durch die Nadel hat sich, wie die Blätter von Troosiwyck, v.Os, T>verbeek,Zausen, Chalon u. A. beweisen, noch das angestamnite Talent erhalten. Für aus-geführter»- Arbeiten, wo Grabstichel und Nadel sich vereinen, um einen Ton wie inRembrandt'S Gemälden hervorzubringen, sind Claessens und de Frev anerkannteVdeister. Was Rußlands, Dänemarks, der Niederlande Künstler in diesem Facheneuerer Zeit geleistet haben, verdient keineswegs ganz übersehe» zu werden. Dieschweizer Arbeiten, meist in Aberli's beliebterManier, bilden einen eignen Stamm,der weithin in frische Zweige getrieben hat; ihr Veteran, Zoh.Heinr. Meyer, starbden 25. Juni 1829 zu Zürich .
Kupferstecherkunst ist die Kunst, durch Striche und Punkte dieFormen, Lichter und Schatten von Gegenständen auf einer Fläche in Kupfer abzu-bilden, uni diese Darstellungen dann mittelst des Drucks zu vervielfältigen. DerKupferstecher verhält sich zu dem Maler wie ein Übersetzer zu feinem Autor. Sowiees aber unmöglich ist, von einem geistvollen Werke eine gute Übersetzung zu liefern,ohne selbst Geist zu haben, so wird auch von einem guten Kupferstecher erfodert, daßer die Compvsition in ihren feinsten Theilen verstehe, in die Geheimnisse der Zeich-nenkunst eingeweiht sei und nicht kalte, leere Darstellungen der bloßen Formen, Lich-ter und «chatten seines Gemäldes, sondern Abbildungen liefere, in welchen der Cha-rakter der Gegenstände in dem eigenthümlichen Geiste seines Urbildes frei und leichtaufgefaßt werde. Bedenkt man, daß der Kupferstecher zu diesem Allen kein Mittelhat als Punkte und Striche, so wird man gewiß keinen Augenblick anstehen, demTalente eines guten Kupferstechers die ehrenvolle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen,die dasselbe verdient. Die Kupferstecherkunst wurde in Europa erst in der zweitenHälfte des 15. Zahrh. erfunden; dieChinesen sollen dieselbe schon lange vorher ge-kannt haben. Unter den europäischen Völkern streiten die Deutschen , die Ztaliener,die Holländer um diese Erfindung. Als einen fester» Anfangspunkt dieser Kunstseht man den Florentiner Goldschmied TommasoFiniguerra (14lil>). Irrig ist woldieMeinung, daß Martin Schoensgest. um 118k) der älteste teutsche Kupferstechersei. Denn es gibt noch eine Menge Kupferstiche, welche zwar ohne Zahl zahl undNamen sind, aber doch älter alsSchoen's Blätter zu sein scheinen. Die Kupser-siechcrkunst entwickelte sich unstreitig aus dem Formschneiden, und die ersten Ab-drücke sind wahrscheinlich von Arbeiten der Goldschmiede undSilberstccher gemachtworden. (Vgl. Niello-Arbeiten.) S. Heller'S „Geschichte der Kupferstecher-kunst", und v. Q.uandt's „Entwurf zu einer Gesch. d. K." (Leipt. 182V). Unterden eigentlichen Kupferstichen ist die Arbeit mit dem Grabstichel die älteste. Nachund nach kamen die andern Manieren auf, die man jetzt auch wol mir einander zuverbinden pflegt.— i. DasKupferstechen mit dem Grabstichel, oder die Ki'pfer-stecherkunst im engern Sinne. Man zeichnet die Umrisse und Formen seines^toffsmit der Radirnadel in das Kupfer und schneidet nachher mittelst des Grabstichelsmehr oder weniger große und tiefe Furchen, welche Taillen (Schraffirunaen) genanntwerden. Diese Manier ist der größten Sauberkeit und Genauigkeit fähig, auch istsie die schwerste umer allen. Sowie aber alle mittelmäßige Arbeit hierin sehr unan-genehm ausfällt, lo ist auch die zu genaue Regelmäßigkeit und Schärfe des Strichsi» derselben nicht für alle Gegenstände in der Natur passend. Baisse, Bloemaert,Edelink, Sharp, Wille und die neuern Kupferstecher (s. d.) müssen bier genanntwerden. II. DaSJltzen oderRadiren. Man überziebt die Kupferplatten mit demsogen. Nadir- oder Ätzgrunde, welcher in einem gewissen Firnisse besteht, und denman am besten mit Wachsruß anlaufen läßt. Dieser Grund wird nach der darzu-stellenden Zeichnung mit der Radirnadel bis auf das Kupfer aufgerissen auch woletwas in das Kuofer hineingcritzt; hierauf zieht man rings um die Kupfertazelherum einen Rank von Wachs und gießtScheidewasscr darauf, welches in die vomÄtzgrunde entblößten Stellen eindringt, dieselben vertieft und so die Figuren »n
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