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Sechster Band. K bis L.
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Kupftrj'vchorkiinst (geographische)

Kupfer darstellt. Außer dem Talente der Zeichnung wird zu dieser Manier vorzüg-lieh die Kenntniß, mit dem Scheidewaffer gut umzugehen, erfodert. Übrigens kannden geatzten Platten durch den Grabstichel (welcher sehr bald mit der Radirnadelvereinigt wurde) die gehörige Vollendung in Rücksicht aufReinheit und Kraft gege-ben werden. Die Ätz- oderRadirmanier ist die bequemste Art. auf Kupferplatten zuzeichnen. In Rücksicht auf ihre Wirkung steht sie zwar ander» Manieren nach, istaber doch überall, wo es auf treffende Darstellung des Sujets (Gegenstandes), aufrichtige Zeichnungen der Formen und auf Ausdruck der Tbarakrere ankommt, bei-nahe ganz kinreichend, deni wahren Kenner das Wesentliche zu geben; besonderskönnen Landschaften überhaupt und in allen ihren wesentlichen Bestandtheile» ineinem hohen Grade von Ausführung geätzt werten. Ohne sich eigentlich mit derKupferstecherkunst zu beschäftigen, haben mehre große Maler Werke von sich radirt,und diese Arbeiten werden vorzüglich hochgeschätzt. Stephan della Bella, Callot ,die Carraeci, Ckodowiecki, le Elerc, Cochin, Albr. Dürer (welchen Letzten man für denErfinder der Ätzkunst hält, wicwol dies nicht so ausgemacht ist, als daß er dieseKunst sehr vervollkommnet hat), Geyser, Hogarth, Meil, Matthias Merian , Rem-brandt, Salvator Rosa u. A.sind diejenigen Künstler, deren radirte Arbeite» amhöchsten geschäht werden. III. Die Punktirmanier, mit deni Hammer oderPunsen und mit dein Roulet („p»i>> >n->I!<n). Da die Kupferstecherkunst von denGoldschmieden ausging, so ist zwar der Hammer der Goldschmiede gleich anfangsdabei gebraucht worden; allein die gehännnerteArbeit kam vorzüglich im 16. Jahrh,auf, wo man mir einem-Vpihhammer feine Punkte in die Platte schlug und so dieFiguren herausbrachte, dabei aber gewöhnlich zugleich mit den, Grabstichel nachhalf.Im engern Sinne des Worts heißt jedoch gegenwärtig punktirte Manier diejenigeVervollkommnung derselben, an welcher Bartolozzi in England wo nicht den ersten,doch den vorzüglichsten Antheil hatte. Sie ist eine Zusammensetzung von Punktenund Schraffirungen, in welcher aber die Punkte der herrschende Theil und gewöhn-lich in dem Fleischigen und in den Gründen angebracht sind. Man kann sich dazudes tz^cheidewafserS bedienen oder nicht. Diese Manier ist, wie der Grabstichel,mühsam und langwierig, gibt weniger Bestimmtheit als dieser, aber mehr Sanft-heit. Mit Bartolozzi zugleich lind nach ihm haben Burke, Callyer, der unglücklicheRvland u. A., und unter den Deutschen Daniel Berger, E. Fester, G. Fr. Schmidtu. A. in dieser Manier gearbeitet. Übrigens sind in derselben auch rothe und bunteAbdrücke vorhanden. Wahrscheinlich ist die eben erwähnte punktirte Manier, diesich vorzugsweise in den Händen der engl. Künstler befindet, aus der sogen. Erayon-manier entstanden, welche auch zur Punktirmanier gehört, mit dem Roulet und an-dern Werkzeugen ausgeübt wird und Handriffe von schwarzer und rother Kreidenachahmt. Sie wurde in der Mitte dieses Jahrh, von FraiwoiS erfunden und vonDesmarteaux zur Vollkommenheit gebracht. Sie ist vorzüglich geschickt, Verzeich-nungen zu liefern; denn derjenige, der nach Kupferstichen zeichnet, gewöhnt sichan eine Karte und steife Manier. IV. Die schwarze Kunst (Schabmanier) und

V. die Tuschmanier. (S. Schwarze Kunst und Agua tinta.) Was

VI. die bunten Kupfer betrifft, welche, wiewol nicht zum Vortheil der echtenKunst, in England so sehr Mode geworden sind, so muß man illuminirre Kupfervon bunten Abdrücken unterscheiden, welche letztere theils mit mebr als Ein r Platte,theils mit einer einzigen gemacht werden. (Vgl. Schwarze Kunst.) Über dieneuerlich in England ausgebildete Erfindung, der Kupferstecherkunst durch Abdrückevon S tahlplakten eine in gewisser Hinsicht wichtige Erweiterung zu geben, s. Si-derographie. Außer der Anschauung, belehre man sich aus Bartsch's „Anlest,zur Kupferstiehkunde" (Wien 18-1, 2 Bde.), Iouberl'S „älanuel >I'uin.,te>n5<I'otm»zwst' (Paris 18st1) und Füßlt's „Kupferstecherlerikon".

Kupferstecherkunst, geographische. Die Anwendung des