Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kupferstichinaschmcn

Grabstichel- aufLandcharten hat, seit Karl Iäck in dem letzten Iahrzehend des vorigenJahrh. in ihr rühmlich auftrat, eine zweckmäßigere, man möchte sagen, wiffeu-schastlichere Richtung genommen, indem bis dahin die meisten Charte» em unbe-friedigendes Bild des darzustellenden Landes waren. Auch auf diesen Zweig hatLehman» (s. d.) durch s. Theorie der Situation-zeichnung sehr eingewirkt undGrundsätze aufgestellt, die vorher kaum geahnet waren. Aus s. Schule ging Bach hervor, ein Meister in der Darstellung deü Terrains. In Berlin beschäftigte dieSchropp'scheHandlung die einheimischen Künstler und bildete dadurch diesen Zweigder Kupferstecherkunst aus. Unter den berliner Kupferdruckern aber erwarb sichHampe die Auszeichnung eines akad.Künstlers. Die wesentlichen Federungen, dieman jetzt an den Stich der Landcharten macht, deren sorgfältige Befolgung abergrößtentheils von dem anzuwendenden Maßstabe abhängt, bestehen in folgenden:1) genaue Angabe des Steigen- und Fallen- des Terrains; 2) charakteristische Be-zeichnung des Wassersystems eine- Landes; 3) Horizoutaldarstellung — und nichtwie früher perspectivische — aller Gebäude und Bauwerke; 4) abstufende Angabe derLandes-, Provinz- und DistrictSgrenzen; 5) gefällige und sich doch dabei auszeich-»ende Auftragung von Wäldern, Straßen w ; endlich 6) die Ainvendung einer gutlesbaren, alle andre auf der Charte vorsindliche Gegenstände freilassenden und nachgewissen Abstufungen geordneten Schrift. Zu den neuern Zeiten wetteifern berli-ner, pariser, Münchner , wiener, nürnberger, leipziger u. a. Kupferstecher, um dieBedingungen des Stichs einer guten Charte zu erfüllen. Den pariser Künstlern(Piguet, Tardieu, Pellicier, Aubert u. A.) kommt besonders noch zu stalten, daßbei ihnen die Einrichtung derTheilung der einzelnen Arbeiten getroffen ist: d.rEinesticht Situation, der Andre Schrift, ein Dritter hat das Linearwesen zum Gegen--stände seiner Arbeiten; dadurch kann jeder Künstler in seinem Fache es zu einer ge-wissen Gleichförmigkeit undDollkommenheit bringen, woran es den deutschen Char.tcnkupferstechern noch sehr fehlt. Dann aber ist wol auch in keiner Stadt die Ku-pferdruckerei zu der Ausbildung gediehen wie in Paris , wodurch deni Kupferstecherdie Genugthuung wird, den Fleiß und die Sorgfalt, die er auf sein Werk angewen-dct hat, im Drucke treu und mit möglichster Eleganz wiedergegeben zu sehen. Be-rühmt ist die schöne franz. to etc-« einiger. — Wir nennen nur einige Meisterin dieser Kunst: Bach in Dresden, K. Kolbe in Berlin . Des Letzter» Plane fürdes Grafen von RaczinSki „Reise durch die europ. Türkei " haben in der Zeichnung,von Lehmann'S Manier abweichend, ihr Eigenthümliche- und sind meisterhaft ge-stochen. In einem andern Blatte zur großen Charre des preuß. Staats (Halle, beiKümmel) hat Kolbe dieLehmann'sche Methode befolgt. Pros. Mare (stach Mül-ler'öPlan von Königsberg); Heinrich Brose (stach u. a. die 13. und 20. Sect. derLecoq'schen Charte von Westfalen, das 127. Bl. der Reymann'kchen Charte vonDeutschland ); Paul Schmidt und dessen Lohn August Schmidt; Wilh. Iäck;Karl Iättnlg (starb 1819) und dessen Sohn Karl Iättnig d.I.; Franz (stach u.a.Penz'S Plan von Hanover ); Richter; Kliewer (ausgezeichneter Schi iflstecher ;Bimbe u. A. ebenfalls in Preußen. In Wien : Karl Stein (Schüler von K.Iäck, hat die große Postcharte von Europa bei Artaria seit 1821 gestochen) undMüller; in München: Seih und Schleich; in Darmstadt: Felsing; in Wei-mar: Bürk; in Leipzig: Leutemann u. A.; in Nürnberg : Knitkel u. A. —In London erscheinen treffliche topographische Charten von verschiedene» Künstlern,die sich einander in die Hände arbeiten. Sie sind Musterblatter für die Chalko-graphie. Beim Petersburger Chartendepot ist ein eignes Corps geograph. Kupferstecher errichtet; aus ihren Pressen ging der schöne 'Plan von Petersburg und dietopograph. Blätter von der Umgegend hervor. 88.

Kupferstichmaschinen, Seit 1803 besitzt England mechanische