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Sechster Band. K bis L.
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Laibach (Stadt — Congrcß)

sten beschäftigt, eben ein großes Fest anzuordnen. „Was denkt Ihr?" sprachKarl zu dem Ritter, der das eitle Treiben an des Dauphins Hofe nur finssrnBlicken betrachtete. „Ich denke", erwiderte L.,nian kann ein Königreich nichtlast ger perü'ren". Nach Orleans zurückgekehrt, that er sein Möglichstes, unidie Stadt zu retten und die Trümmer der geschlagenen Armee zu chmmeln. Daerschien (1429) die begeisterte Jungfrau. L. schloß sich zuerst an die Retterin anund geleitete sie bei ihrem Einzüge in die Stadt. Hierauf die geschlagenen Eng-länder verfolgend und in den Schlachten von Iargeau und P tai sich auszeichnend,stürmte er mitten im Winter Louvier« und drang bis vor Rouen , in der Absicht,die gefangene Johanna zu befreien. Er wurde aber dabei s-lbst von den Englän-dern gefangen, entzog sich jedoch deren Haft bald wieder, um sie von Neuem,mit R üntrailleS vereint, zu bekämpfen. So blieb L. bis an sein Ende der erbit-tertste Feind der Feinde seines Vaterlandes und that ihnen durch seine List und Ta-pferkeit bedeutenden schaden. Mehrmals noch, oft durch die Verräiherei falscherFreunde, in Gefangenschaft gerathen, wußte er sich doch stets wieder loszumachen,und trotzte sogar eine Zeit lang seinem eignen König, indem er den kleinen Kriegg--g>'ii die Engländer lind Burgunter fortführte und einige Städte beseht hielt, wäh-rend Karl schon längst Friede» mit den Feinden geschlossen haue. Auf einer Reise-nach Montauban, wokin er Karl VII . 1442 begleitete, starb er, geschwächt durchWunden. Seine romantische Tapferkeit und die Anhänglichkeit an das Mädchenvon Orleans erwarben ihm nach seinem Tode die seltsame Ehre, daß sein Namedem Cloanr in der franz. Karte — deren Bilder sich bekanntlich mit allerleiHeldennamen schmücken — beigelegt wurde.

L a i b a ch, ital . Lubianna, illyr. Lublan, Hauptst. des östreich. Herzogth.Krain , mit einem Bergschloß und schönen Umgebungen, der S h des ersten kaiserl.Guberniums im Königreich Illyri.n für Kärmhen und Krain , eines Fürstbischofsund mehrer Behörden. Sie ivar im Alterthume, wo sie Amona hieß, eine ansehn-liche Stadt im vindelieiscben Illyricn, welche von den Hunnen und Langobardenzerstört und von Karl dem Großen, wie man glaubt, wiederhergestellt wurde.Hetzt zählt sie 866 Häuser und 11,600 Einw., die deutsch , italienisch, neugrie-chisch, zum Theil auch franz. sprechen. Volkssprache ist die illvrisch-vindelicischeMundart, die vom Kroatischen und Hstrischm wenig abweicht. Die Straßen sindwohlgebaut und sehr reinlich. Unter mehren öffentlichen Gebäuden und Anstaltenverdient die Provinzialbibliothek Aufmerksamkeit. Der schiffbare Fluß Lublan oder Laibach, der im Winter warmes Wasser hak und in die Save fällt, durch-schneidet die Statt in 2, durch 3 Brücken verbundene Hälften. Sie steht mitWien , Dened-g, Konstaniinopel und Daiern in regelmäßigem Verkehr und hatbesonders viel Tommiffwns - und Speditionshandel. Diese Stadt war vom Oct.1809 — 13 der Sitz des französ. Generalgouverneurs der illyrischen Provinzen.Hm Dec. 1820 ward der Congreß von Troppau hierher verlegt. Die Monarchenvon Ostreich, Rußland und Preußen hatten sich nämlich in Troppau 1820 ver-sammelt, um in Hinsicht auf die durch die stehende» Heere in Spanien, Neapel und Portugal bewirkten Staatsveränderungen und über andre die Ruhe von Eu-ropa bclreffmde Gegenstände Beschlüsse zu fassn. (S. T on gresse.) Da je-doch die Gegenwart des Königs von Sicilien nothwendig schien, und man demSchauplatze der Begebenheiten näher sein wollte, so verlegte nian den Congreß nachLaibach . Hier versammelten sich die beiden Kaiser (der König von Preußen konntenicht persönlich Theil nehmen), dann der König Ferdinand l. v.on beiden Sicilienund det H>rzog von Modena , im Jan. 1821, um durch gemeinschaftliche Bera-thung die Ruhe Italiens gegen den Ca rb onarismus (s. d. und Italien ) zusichern, dem weiter» Umsichgreifen erzwungener, von den stehenden Heeren aus-gehender »LtaatSveränderungen Einhalt zu thun, und die Ordnung in Neapel und