Band 
Sechster Band. K bis L.
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Lainarck

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machten. Unstreitig geschieht dies »m der ihm beigelegten Reinheit willen; er istder Unbefleckte. Die Anbetung der Einacborenen sowol als ein r Menge van Frem-den (denn auch alle mongolische Völkerschaften in Rußland erkennen ihn an), wel-che beschwerliche Reisen nnternebmen, um chm zu huldigen und seinen Segen zuerhalten, empfängt er auf einer Art von Altar, auf einen, großen, prächtigen Kis-sen mit übercinandergeschlogenen Beinen sitzend. Nach den Tibetanern bezeigenihm die Tataren die größte Ehrerbietung. Aus d»n entferntesten Gegenden begebensie sich zu ihm, und die Fürsten unterwerfen sich denselben Ceremonien wie dasVolk; er aber beweist ihnen nicht Mehr Achtung als Andern. Er grüßt Niemand,entblößt sein Haupt nicht, steht vor Niemand auf, und begnügt sich, seine Handaus das Haupt seiner Anbeter zu legen, welche dadurch Vergebung ihrer Sündenzu erlangen glauben. Sie sind überzeugt, daß die höchste Gottheit in ihm b bt,daß er Alles weiß und sieht, im Inne, stcn der Herzen liest und über Nichts Erkun-digung einzuziehen braucht. Thut er es doch, so geschieht es nur, um den Ungläu-bigen und Übelgesinnten keine Veranlassung zu Klagen zu geben. Bisweilen theilter Kügelchen von geweihtem Mehlteig aus, mit denen die Tataren viel Aberglaubentreiben; falsch aber ist es, daß von seinem Unrathe Kügelchen gemacht, ausgetheilt,in goldenen Büchsen verwahrt und selbst mit den Speisen vermischt würden. SeineMacht war sonst, wo er die Khans ein- und abs.hie, großer als jetzt, wo er vomKaiser von China , obscho» ihm dieser in religiöser Hinsicht unterworfen ist, mehrabhängt. In seiner Hauptstadt hasten sich jetzt 2 chinesische Mandarinen mit einerGarnison von 1000 Chinesen auf, und im Palaste zu Peking unterhält der chinesi-sche Kaiser einen Unkerlama, der aber als Nuntius von Tibet abgesandt wird. Istein DalckuLama gestoi ben, so kommt es darauf an, zu entdecken, wo es ihm ge-fallen hat, aufs Neue wieder geboren zu werden. Hierin muß man sich stetsaufeuiige Lamas verlassen, welche allein von den Zeichen unterrichtet sind, an welchener erkannt werden kann, oder vielmehr, welche wissen, welches Kind der Del st. zuseinem Nachfolger ernannt hat. — Die Lamaiten überhaupt theilen sich inGelb- und Rolhmützen. Jede Sekte steht unter 3 Lamas: jene unter denDalai -, Tischu- oderBogdo- und Taranautlamü, diese unter den 3 Schammar.Der Dalai-Lama ist unter allen der vornehmste, nächstdem der Tischulama, wel-cher zu Tischulumbu, 10 Tagereisen seitwärts Lhassa, wohnt. Die 3 Scham-mar wohnen in verschiedenen Klöstern, der vornehmste von ihnen zu Tassisudon,der Hauptst. von Butan. Ihnen untergeordnet sind zahlreiche Geistliche von ver-schiedenem Range, die in großem Ansehen stehen, den Unterricht besorgen, undzum Theil nach gewissen Ordensregeln und in ehrlosem Stande, wie die christlichenMönche, leben. Man zählt blos um Lhassa 3000 Klöster. Die lamaische Religionist von Tibet ausgegangen und kennt kein ewiges Urwesen. Ihre Götzen oderBurchanen, 108 an der Zahl, sind erschaffene Wesen, die schon vor der jetzigenWelt durch ihre in vierzigfültigen Wanderungen bewiesene Heiligkeit zum Rangegöttlicher Wesen emporstiegen. Schigemuni, der Hauptgöhe, erschien 1000 I.vor Chr. zuletzt auf der Welt als Stifter des lamaischen Glaubens, und beherrschtjetzt das in Elend versunkene Weltalter. Die Erde ist von Geistern au» der Ober-welt, die zu Menschen ausgeartet sind, bewohnt. Je nachdem sie die Prüfung desLebens gut oder schlecht bestanden hat, tritt nach dem Tode des Körpers die mensch-liche Seele in einen höhern oder niedrigern Zustand. Dieser Glaube macht die La-maiten wohlthätig, menschenfreundlich und sittsam. Ihr Götzendienst besteht inschreienden und lärmenden Gesängen und Gebeten, begleitet mit einer überlaut tö-nenden Musik, in prächtigen und feierlichen Umzügen und in der Feier gewisserFeste zu bestimmten Zeiten, verbunden mit Wallfahrten und Kasteiungen. äcl.

Lamarck (Jean Baptist» Antoine Pierre Monet, Chevalier de), geb. 174Lin der Picardir, au« einer angesehenen Familiemußte wegen einer VerletzungConversationö-Leeicon. Bd. VI. 28