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Lamartine
die er sich zuzog, dem Militairsiande entsagen und widmete sich den Studien. An-fänglich zur Medicin, dann zur Astronomie hingezogen, wurde er endlich, durchZussieu's geistvolle Verträge der Botanik, zum Studium der Naturkunde geleitet.Zussieu hatte nämlich bei Gelegenheit einer boianischen Wanderung, welcher L.beiwohnte, geäußert, wie die bisherige Manier des Unterrichts in diesem Fache nochviel zu wünschen übrig lasse, und L. faßte nun den Gedanken, Dem abzuhelfen.Mit großem Fleiß arbeitete er eine Abhandlung aus, worin er die Mangel der äl-tern Methoden zeigte, und eine neue vorschlug, die den allgemeinsten Beifall fand.Er wandte nun sein neu aufgestelltes System auf die Pflanzen Frankreichs an undüberreichte der Akademie seine nach diesen Grundsätzen ausgearbeitete „I in,e 1'ran-roisc, on dcseriplin» snocinolo de Mutes les ploules <j»i cruisseul en Iraner."Äieses Werk wurde aufden darüber von der Akademie gegebenen Bericht, aufKo-sien der Regierung, zum Besten des Verfassers gedruckt (1780 unter derZahrzahl1778> 3 Bde., 2. Aufl., 1703, 2. Aufl. verm. und von Decandolle umgearbei-tet, 1805). Don nun an wandte L. seinen ranzen Fleiß auf diese Wissenschaftund unternahm deßhalb mehre botanische Reisen nach Auvergne und einen Theilvon Deutschland , letztere mit dem Sohne des großen Buffon. Bei seiner Rückkehrnach Paris übernahm er die Redaction des botanischen Theils der Encyklopädie,welche der Buchhändler Panckoucke herausgab, und widmete sich dieser Arbeit mitsolchem Eifer, daß er bereits 1783 die erste Hälfte des 1. Bds. mit einer Einleitungkonnte erscheinen lassen, die einen kurzen Umriß der Geschichte seiner Wissenschaftenthielt. 1788 kam der 2. Bd. heraus. Leider brachte eine Zwistigkeit zwischenihm und dem Verleger über einige aufzunehmende Artikel das Unternehmen inSStocken; damit endigte L.'s botanische Laufdahn. Außerdem hat man von ihmMehre, in den Memoiren der Akademie und in dem von ihm, dem Abbö Hauy,Fourcroy, Bruquiere, Olivier und Pelletier herausg. „dvurnal d'ldstoire natu-relle" (2 Bde., 1742) abgedruckte botanische Abhandlungen, die bedauern lassen,daß ihr Vers. sich von diesem Zweige der Wissenschaft wegwendete. Beim AuS-bruche der Revolution war L. zweiter Lehrer beim königl. Pflanzengarten, erhieltüber, in Folge anderer Einrichtungen, das Fach der Zoologie, in welchem er sichbald ebetsso wie in dem frühern auszeichnete, wie u. A. sein bestem«; des aniinauxSons retcbrer, vu tobleau Fenri.d deseloskes, des vrdres et des Feines deecr snimaux" (1. Bd., Paris 1801), ferner seine „?l>ilosopliic /,oc>Ic>Figue"und seine „klistnire naturelle des anirnaux Sons verleime?" beweisen. Auch aufPhysik wandte sich L.'s umfassender Geist, und ergab schon 1794 2Bde. „lieelier-ebes »ur Ics causes des zulneipaux laits )>I>vsic;ues" heraus, in welchen er gegenmehre falsche Aufstellungen in dieser Wissenschaft auftrat. In demselben Sinn istauch seine „kekul.xlion de I» tbeoiie pneuniotigue ete.", die 1796 in Paris er-schien. Seine meteorologischen Beobachtungen sammelte er in seinem „4»»uairenieteorolcmigue", welches er von 1799 bis 1809 herausgab. Zn diesem Jahrehatt« ihm Napoleon öffentlich überfeine Bestimmungen des Einflusses des Mondesauf die Witterung unangenehme Dinge gesagt. L. ist jetzt Mitglied des Znstituts,und man hat mehren Pflanzen seinen Namen beigelegt.
Lamartine (Alfonse de), unter Frankreichs lyrischen Dichtern einer derausgezeichnetsten, ist seit dem Oct. 1829 Mitgl. der franz. Akademie. Er gründetes. Ruf. durch s. „lObditsticms poctigues", die er, 20 Z. alt, herausgab (9. Ausg.mit Vignetten von Mendoz, Paris 1822, deutsch von Schaub, Gmünd 1823).Er malt darin den alten Hof der Bourbons als einen Spiegel der Sitisamkeit, derEhre und des Ritterthums. Sie zeichnen sich durch Tiefe der Gedanken, Gefühlund eine schöne Sprache aus. Dem Geiste seiner Poesien nach ist L. eher mit denBriten als milden Franzosen zu vergleichen. Eine oft düstere Schwermuth, einin wehmüthige Ahnung sich verlierendes Sehnen, ein Hinneigen zu dem Mystischen