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nicht in München aufhalten wollte. Er begckb sich nach Erlangen . In dieser Zeitgab er s. „Kosmologischen Briefe über die Einrichtung des Weltbaues" (Ärgst».1161) hei aus, welche die Tiefe s. Geistes beurkunden. 1163 machte er eine Reisenach Deltlin und wurde Mirgl. einer Gesellsch. zur Berichtigung der Grenzen zwi-schen Mailand und der Republik. Im Dec. dess. I. ging er nach Leipzig und, nach-,dem er hier s. „Neues Organen" herausgegeben hatte, im Febr. 1164 nach Ber-lin, wo ihn Friedrich II. zun, Oberbanraih und zum Mitgl. der Akad. derWissen-schaften ernannte. L. verwaltete diese Aniier bis an s. Tod, 25. S,pk. 1111. Erwar ein redlicher Mann von geradem Wesen, in hohem Grade mitleidig, teilneh-mend, wohlthätig und friedliebend, und von einer unstörbaren Ruhe des Gemüth«und Gewissens. Hatte er auch in einigen Wissenschaften nur mittelmäßige Kennt-nisse, so war er in der Malbematik, in der Logik und Metaphysik danials dergrößte Analytiker und unterstützte seine Talente durch den bewundernswürdigen Fleiß,mit welchem er täglich von früh 5 Uhr bis in die späte Mitternacht sür die Wissen-schaften thätig war. Er entdeckte auch die Theorie des Sprachrohrs. Für die Phi-losophie und besonders für die analytische Logik erwarb er sich großes Verdienst durchsein „Neues Organon, oder Gedanken über die Erforschung und Beziehung desWahren" (Leipzig 1164, 2 Bde.) und „Anlage zur Architektonik oder Theorie desEinfachen und Ersten in der philos. u. makhem. Erkenntniß" (Riga 1111, 2 Bde.).Seinen Briefwechsel mit Kant findet man in dessen gesammelten kleinen Schriften.Dem Pfarrer Graf gelang es, diesem berühmten Denker an s. lOOjähr. Geburts-tage 1828 ein Denkmal in s. Vaterstadt zu errichten. .411,.
Lamettrle (Julien Offroy de), Materialist und Medicin. Charlatan , geb.zuSt.-Malo 1109, studirte die Medicin in Holland unter Bocrhaave. Mit Kennt-nissen bereichert, kam er nach Pari«, wo ihn der Herzog v. Gramnionk, Oberster derGarden, zum Arzt s. Regiments ernannte. Er folgte demselben zur Belagerungvon Freiburg und ward hier gefährlich krank. Er glaubte wahrzunehmen, daß diegeistige Kraft, welche man >L>eele nennt, mit dem Körper scbwindet und mit ihmverblüht, und schrieb eine „llis'mie luttnr, ll<- <>r1 u,„c-". DtcseS Werk, das aufjeder Seite den gröbsten Materialismus und Unglauben athmet, erweckte ihni Feinde.Es wurde auf Befehl des Parlaments von dem Scharfrichter verbrannt. SeinBeschützer blieb, und er verlor seine Stelle. Jetzt kehrte er seine Waffen gegen seinepariser Collegen und schrieb u. t. N. Aletheius Demetrius seine Salyre: „Lciiü-Inpa ou Vliwelinivcl eu Iiwileaiiw" (Berlin 1148), wcßwegen er genöthigt ward,sich vor seinen Widersachern nach Lenden zu flüchten. Hier gab er seinen „I.'l><»,in>,nwnbine" heraus. Beständige Voraussetzung Dessen, was bewiesen werden soll,unvollkommene Vergleiche oder Analogien statt der Beweise, einzelne richtige Be-ibachtungen, aus denen allgemeine Schlüsse gezogen werden die nicht daraus fol-gen, Behauptungen statt Zweifel, darin besteht die Philosophie des Verfassers.Verfolgt in Holland , wo sein Buch zum Feuer verurtheilt wurde, ging er 1148nach Berlin , ward Vorleser und Freund desKönig« und Mitglied der Akademie,starb aber 1151 an einem Fieber, das er nach seinen eignen widersinnigen Ansichtenbehandelte. Der König von Preußen selbst verfaßte seine Leichenrede, welche in derAkademie verlesen wurde. Man findet in allen Werken L.'s Feuer und glänzendePhantasie, aber wetng Urtheil, Genauigkeit und Geschmack. Seine pbilosoph.Schriften sind zu Berlin 1151 in 2 Bdn. gesammelt erschienen. Diese Schriftenffnd außer den genannten: „I.'Iioinine planle"; „U'nrt cle jauir"; „I.e -Iiieours,ur le 6n>>!>enr" u. s. w. In der letzter» ist L. nach Dideiot ein unverständigerSchriftsteller, der die Leiden des Weisen mit den Qualen desLösewichlS, die leich-te» Übel des Wissens mit den verderblichen Folgen der Unwissenheit verwechselt, derIste Frivolität des Geistes in Dem, was er sagt, und die Verderdthett des Herzens inD^.n, was er nicht zu sagen wagt, zu erkennen gibt; der hier iehauptet, der Mensch