Band 
Sechster Band. K bis L.
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Lamoignon

sei böse von Natur, »nd anderwärts aus der Natur der Wesin ihre Pflichten undibre Glückseligkeit ableitet; der sich zu bemühen scheint, den Verbrecher bei fttncmVerbrechen, den Lasterhaften bei seinen Lastern zu beruhigen, und dessen grobe, aberwegen der Scherze, womit er sie würzt, gefährliche Sophismen einen Schriftstellerverrathen, der nicht die ersten Ideen von der Grundlage der Moral hat. DasChaos von Verstand und Überspannung in seinen Schriften kann nur von leichtsin-nigen Lssern obne Widerwillen betrachtet werden, welche Witz und Wahrheit ver-wechseln, unk denen man Alles bewiesen Hai, wenn man ihnen ein Lächeln abgewinnt.Selbst Voliair, der ihn in Schuh genommen hatte, nahm später seine Lobsprüchezurück, sowie er selbst noch auf dem Totteubette von jenem Unglauben zurückgekom-men ist und unzweideutige Beweise einer ernstlichen Reue abgelegt hat.

Lamoignon, s. Malesherbe».

Lamien, s. Lemures.

Lamothe (Ieanne de Luz, de St.-Remy, de Dalois, Gräfin de), geb. den22. Juli 1156 zu Fontette in Champagne, berüchtigt durch die Halsbandgeschich-te, war ein Sprößling aus der Familie der Dalois (durch einen Bastard Hein-richs >l.). Bis zu jenem Proceß hatte sie in Elend und Verachtung gelebt, obgleichsie, in alle Künste der Sittenlosigkeit und Intrigue eingeweiht, kein Mittel unver-sucht gelassen, sich Ansehen und Reichthum, zu verschaffen. Von dieser «Veite einemgroßen Theile des Adels zu Versailles und Paris bekannt, setzte sie Lilie, die vonihren Glücköumständen unterrichtet waren, in Erstaunen, als sie plötzlich 118t einenAufwand zu machen begann, der auf einen ungeheuern Reichthum schließen ließ.Bald wurde eine Intrigue ruchlbar, in die auch Tagliostro verwickelt zu sein schien.Der Fürst Louis von Rohan (s, d,), Cardinal, Bischof v. Slrasburg und Groß-almoftnier, war aus nicht hinlänglich bekannten Grünten in Ungnade gefallen. DieGräfin de Lamothe, von dem Bestreben des Cardinals, um jeden Preis die Gunstdes Hofes wiederzuerhalten, unterrichtet, halte ihm vorgespiegelt, sie wisse, daß dieKönigin, bei der sie einen bedeutenden, obgleich zur Zeit noch geheimen Einfluß habe,einen kostbaren Halsschmuck, der ihr zum Kaufangeboten worden, zu besitzen wun-'sche, ohne daß sie für den Augenblick im Stande sei, die Kaufsumme (1,600,000Livres) aus eignen Mitteln zu bestreiken. Wenn er jenes Halsband in seinem Na-men kaufen und der Königin abschlägliche Zahlung gestatten wolle, würde er dieGunst derselben wiedererlangen. Der Cardmal war in diese Schlingen gefallen,hatte das Halsband gekauft und es der Gräfin de Lamothe zur Einhändigung an dieKönigin geliefert, wogegen ihm ein von Letzterer fässchüch unterschriebener Revers,der die Termine der Rückzahlung bestimmte, zu seiner Sicherheit übergeben wordenwar. Um den Cardinal desso vollkommener zu täuschen, hatte die Gräfin ein mit ihreinverstandene« Frauenzimmer (d Oliva) unter der Maske der Königin im August1184 ihm im Garten von Versailles erscheinen und eine Rose zu dessen Füßen hin-werfen lassen. Der Termin, an welchem der Carhinal selbst das Halsband zu be-zahlen versprochen, war erschienen, und er, der eine so große Summe nicht besaß,hatte den Juwelieren entdeckt, die Königin habe ihr Halsband gekauft. Als der Ju-welier Böhmer nach langem Warten keine Bezahlung erbalten konnte, wandte ersich sd. 15. Aug, 1185) an den König, und gab somit Veranlassung zur Entdeckungdes Betrugs. Durch den Spruch des Parlaments (31. Mai 1186) ward der be-trogene Cardinal zwar freigesprochen, die Gräfin de Lamoibe aber, als überwiesen,das Halsband unterschlagen und verkauft zu hab n, zu Brandmarkung, Siaup-besen und ewigem Gefängnisse veruriheilt. Aus diesem entkam sie nach 9 Monaienund entfloh nach England, wo sie in Vereinigung mit ihr em Gemahle, der daselbstdas Halsband verkauft hatte, eine Schrift gegen den Hof von Versaill s, besondersgegen die Königin, erscheine» ließ.. VActte und Cagliostro , die an dem BeirugeTheil genommen, wurden aus dem Königreiche verwiesen. Die Lamothe fand maft