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Lancaster's und Bell'S Systein
statt Londons eine Armenschule, die er, durch die Menge seiner Schüler veran-lasst, allmälig nach der oben beschriebenen Methode einrichtete und 1865, durch dieMildthätigkeit vieler Kinderfreunde unterchitzt, bis auf 860 Schüler erweiterte.Zugleich vereinigte er mehre Hundert Mädchen zu einer ähnlichen Schule, und um-gab sich mit jungen Erziehern, die er zu Lehrern heranzog und an seiner Stelle ar-beiten ließ, während er 1810 und 1811 die britischen Königreiche bereiste und dieEinrichtung mehrer Schulen nach seinem System bewirkte. Mehre englische (Troste,selbst konigl.Prinzen, beförderten die Ausbreitung des LancasterianiSmuS; die boheGeistlichkeit aber, unzufrieden, die Verbesserung der Schulen von einem Quäkerbetrieben zu sehen, stellte ihm den 1>. Kell, der bisher auf einem Landgütchen pri-vatisirt harte, als den ersten Erfinder entgegen. Dieser mußte seit 1812 in Eng-land Schulen errichten, pädagogische Lehrbücher schreiben und unter der Leitungeines pädagogischen Nationalvereins, der den König von England zum Patron, denErzbischof von Canterburv zum Präsidenten und mehre Bischöfe und Staatsmännerzu Mitgliedern hat, die Sache ins Große treiben. Bell'S Schulen haben fast ganzdie dargestellte, von Lancasier schon angewendete Einrichtung. Bell wird von derHofparrei, Lancaster von der Volkspartei unterstützt; der Staat aber hat von diesenSchulen nicht Kenntniß genommen, und sie sind bis jetzt, wie die Volksschulen inEngland überhaupt, Privatanstalten geblieben. Der Gras Laboide brachte dieKunde von da 1814 nach Frankreich, mehre Große in Paris vereinigten steh 181gzu einer Gesellschaft für den ersten Unterricht, es entstand ein Wetteifer, Lancaster'-sche Schulen zu errichten und mit ansehnlichen Geldbeiträgen zu unterstützen, unterden sranz.Vornehmen, den eine konigl. Verordnung vorn lO.Febr. 1816 mit Em-pfehlung dieser guten -Sache bestens belobte; 1816 bestanden in Paris 11 Schulennach Lancaster's Methode, jede von 2 — 566 Kindern, und in den Derart., be-sonders den nördlichen und östlichen, viele ähnliche. Sie sind auch in Frankreich Privatanstalten, die der Wohlthätigkeit ihr Bestehen verdanken und nur Kinderder ärmern Classe aufnehmen. In Paris werden Lehrer nach Lancaster's Idee ge-bildet. Der Kaiser Alexander schickte 1815 den Baron Strandmann mit 4 jungenRussen nach England und Frankreich, um diese Methode prüfen und nach Rußland verpflanze» zu lassen. Im Herbst 1811 eröffnete ein Pädagog, Namens Scappa,im königlichen Armenhanse zu Neapel eine Lancaster'sche Schule, und Bell'S Anwe-senheit in der Schweiz gab Gelegenheit zur Stiftung ähnlicher Schulen zu Genf und im Waadtlande. (s. Wechselseitiger Unterricht.) Diese Schulensind in Landern, wo bisher noch fast gar Nichts, wie in Frankreich , oder nichtsGeordnetes und Zweckmäßiges, wie in England, für den Dolksunterricht geschaf-fen war, unstreitig von großem Nutzen, doch immer nur ein Nothbehelf, der diemangelnde DolkSerziehung nicht ersetzen kann. Sie wirken bloß aus äußere Ablich-tung m den Fertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens nach sehr unvoll-kommenen Methoden. Der Religionsunterricht beschränkt sich auf ein seelenlosesAuswendiglernen. Sprachunterricht, Singen, Zeichnen und Denkübungen fehlenganz. An Wirksamkeit des Lehrers auf das Gemüth der Kinder und an eigentlicheGeistesbildung ist dabei gar nicht zu denken. So hat denn England, Frankreich rc.ein Lehrsvstem, dessen todter Mechanismus in Deutschland schon seit 50 Jahrengeächtet und durch bessere Methoden zur wahren Menschenbildung verdrängt wordenist, mit einem Eifer aufgenommen, der eine gänzliche Unbekanntschaft mit denFortschritten der teutschen Erziehungskunst und mit dem Geiste derPestalozzi'schenErziehungsidee verräth. Deutsche Dorfschulmeister leisten jetzt mehr für die Gei-stesbildung ihrer Schüler als Lancaster und Bell, und kein Deutscher, der daseinheimische Gute kennt, kann aus den Einfall kommen, uns eine Schuleinrichtungzu empfehlen, die wol zur Entwilderung des Pöbels in England und Frankreich brauchbar sein mag, aber, wo Menschen zind Christen gebildet werden sollen, um