Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
418
JPEG-Download
 

418 Landfriede

Friedens als zum Schuh lind Trutz gegen ihre Fende; indessen verhießen sie sich,Streitigkeiten unter ihren Unterthanen auf dem Wege Rechtens auszugleichen.Die Fürsien und Herren, eifersüchtig und orgwöhmch gegen die Macht der Städteund erbittert über die Bündnisse derselben, besanUrs da auch lantsässige Städteoft, ohne ihre Unrerthanenpflicht vorzubehalten, dazu traten, schlössen ihrerseitsebenfalls Bündnisse zum Schutz ihrer Gerechtsame u. d. N. Gesellschaften, wiedie Gesellschaft vorn Leuen, die von >Lt.- WilhAnr und St.: George, die mit denHörnern, nach ihren gewählten Wahrzeichen so güiannt. Bisweilen traten dieseGesellschaften auch wol mit den Städten in Bündriß, wie z. B. 1382 mit denendes schwäbischen Bundes auf ein und drei viertel sichre; aber diese unnatürlichenVerbindungen waren nie von Dauer. König Wenzel, der die Fünden fürchtete,soll es selbst gern gesehen haben, wenn die Städte, durch Bündnisse gestärkt, einGegengewicht gegen sie bildeten. So schlössen gegen die Frieden störend, n Edelnund zur Erhaltung ihrer Freiheiten und Rechte sieben der vornehmsten Städte amRhein 1381 einen solchen Bund, der sich bald mit dem schwäbischen vereinigte, so:daß der städtische Verein in Jahresfrist auf 41 Städte anwuchs; bis 1384 abertraten ihm fast alle Städte in Baiern, Franken, Schwaben und am Rheine bei.Der Bund war stillschweigend gegen die Fürsten a richtet; es wurden anfangs ge:wisse Fürsten nanien'lich ausgenommen, bald ai>r diese Ausnahmen ausdrücklichwieder aufgehoben. Dennoch verbündete» sich auf kaiserl, Befehl 1384 viele Für-sie» auf 4 Jahre mit diesem Städtcbunde, und 1387, wo er zu Mergentheim auf einige Jahre erneuert ward, fast alle, sodaß durch die Allgemeinheit desBündnisses der Friede, den es eigentlich nicht z »»Zwecke hatte, befördert wurde.Bei dem Allen saht» die Städte immer ihre D«rbmdung unter einander für engeran als die nut den Fürsten , erneuerten jene oft und nahmen neue erdiädke auf,ohne Zuziehung dieser, soeaß der Same der Zwietracht unerstickt blieb. Überdieserlaubten sich nicht nur die Fürsten immerfort widerrechtliche Anmaßungen, son-dern auch die Söldner der Städte Unordnungen und Gewaltthätigkeiten, die mitden friedlichen Absichten schlecht stimmten, welche di' Städte vorgaben, wohintersie aber oft nicht weniger Ehrgeiz und Habsucht, als den Fürsten zur Last fiel,verbargen, übermüthig durch die Stärke ihres Bundes, zumal da König eAxnzel1387 den Städten besonders seinen Schuh gegen Jedermann, der sie kränk,»würde, versprach. Vornehmlich erbitterte die Fürsten der Beistand, den der schwä-bische Bund 1386 den Schweizern gegen Herzog Leopold von Östreich leistete. Sobrachen 1388 offene Feindseligkeiten zwischen den Städten und Fürsten aus. DerKrieg ward mit abwechselndem Glücke geführt. König Wenzel nahm sich dabeianfangs der Städte sehr an und erklärte sich öffentlich für sie; bald aber ließ derUnbeständige selbst seine Völker zum Fürstenheere flößen. Die LNädte wurdendurch Übermacht und die Urierfchwinglichkeit der Kriegskosten gezwungen, nachzu-geben. Der Bürgerkrieg in seiner furchtbarsten Gestalt halte endlich den ernstli-chen Wunsch nach Frieden erregt. Es ward 1386 der Landfriede zu Eger auf 6 I.errichtet, wodurch alle städtische, und sofern die Lüädte nicht ferner widerspenstigsein würden, auch die fürstlichen Bündnisse für aufgehoben erklärt wurden. Die-ser Lmdfriede erhielt aber, da die meisten Städte sich nicht sogleich fügen wollien,erst durch den Vertrag zu Heidelberg , in demselben Jahre seine Wirkung. Eswurden hier für jeden der vier Bezirke: Schwaben , Baiern, Franken und Elfaßoder Rheinland, schiedsrichterliche Ausschüsse bestellt, um fernere Streitigkeitenzu schlichten, aus 4 fürstlichen und 4 städtischen Abgeordneten, unter einem Ob-mann, vom Kaiser ernannt, bestehend. So half man sich wie man konnte, ohnejedoch eine ordentliche feste Gerichtsverfassung, zu deren Einführung es hier anLust, dort a» Kraft fthlte, ersetzen zu können. Nach Ablauf des egerschen Frie-dens, nach Erholung der erschöpften Kräfte, kehrte die alte Zwietracht wieder,