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Landolt
schauung zu bringen, zeichnet man aus diese Flächen Netze oder Roste, d. i. dieeinander durchkreuzenden Bcstinimungslinicn der Längen-, und Breitenarade, so-wie der kleinern Gradlheile, wozu ein gedoppelter Maßstab und logarithmilcheRechnungen erfodert werten. Dann trägt man die Gegenstände nach Maßgabeihrer geogr. Länge und Breite ein. Bei Special-oder topographischen Charten,die gewöhnlich nur einen kleinen Tuest der Erdfläche enthalten , wo also die Krüm-mung derselben zu unbedeutend ist, nimmt man diesen Theil als eine >bene Flächean. Größere Stücke der Erde aber, bei denen die Kugelgestalt in Betracht zu zie-hen und schon bedeutend ist, müssen nach den Gesetzen der Perspektive auf einerFläche entworfen werden, welches man eine Projektion (s. d.) nennt, deren esverschiedene Arten gibt. Die Kunst, genaue Landcharten zu entwerfe», oder dieMappirungskunst (vgl. d.), erfodert manmgsalkige mathematische Kenntnisseund Fertigkeiten bei großer geograph. Kunde, und man wird hieraus den Schlußauf die Unvollkommenheit der ersten Versuche in dieser Kunst dicht selbst machen.Die Geschichte derselben kann man in drei Perioden abtheilen. Die erste geht vonden ersten Bersuchen bis ausAgathodämon, welcher ini 5. Jahrh, nach Chr. zu derGeographie des Claud. Ptolemäus Charten lieferte. Hier find unter den frühernArbeiten die des Anaximander (500 I. v. Chr.). Die zweite Periode «> streckt sichvon Agathodämon bis auf den Nürnberger Martin Behaim und den VeroneserHie-ronymuS Fraeastoro, im 16. Jahrh. n. Chr., welche auch die ersten Erdkugeln ver-fertigten. Zm 8. und folg. Jahrh, hatte man in einigen fürstl. Bibliotheken me-tallene Planiglobien und Landcharten. Karl d. Gr. besass eine von Silber, undRoger l. von Sicilien, im 11. Jahrh., emen silbernen 100 Mark schweren Glo-bus. Eine auf 12 Pergamenthäule gezeichnete Landcharle der damals bekanntenErde hat man von 1265. Die drille Periode qeht von Behaim bis auf unsere Zeit.Die Gebrüder Appian verfertigten 1513 eine Welkcharie nur Darstellung der sogen,neuen Welt. Der Mathematiker Werner theilte 1514 die Erde in vier Theile.Gerhard Mercalor aus Ruremond (st. 1591) erfand eine Projeclionsmelhode, nachwelcher er Charten (die erste 1550) mir wachsenden Meridians-, aber unveränder-lichen Parallelgraten zeichnete, wie auch noch jetzt viele Charten entworfen werden.Genima FrisiuS, welcher die jetzige Art, Landcharten zu stechen, erfand (1595),lieferte die Weltcharte mit den Entdeckungen in Ost- und Westindien . Alle bishergestochene Charten machen eine Sammlung von ungefähr 24,000 Stücken aus,unter denen aber kaum 4500 Originale sich befinden. Joh. Matthias Hase, Pro-fessor zu Wittenburg, sing unter den Deutschen zuerst an, die Landcharten nachmathematischen und geographischen Gründen zu verbessern. Homann's (s. d.)Verdienste. Hü b n e r (s. d.) fing an, tue Landcharten methodisch zu illuminiren.Noch immer besteht die Homann sehe Ofsicin, und mit ihr wetteifern das geogra-phische Institut zu Weimar, iLchrämbl und Mollo in Wien, Schrorp in Berlin ,die literarisch - artistische Anstalt der von Coira'schen Buchhandlung m München ,Schenk in Braurstchweiz ». A. Die Namen eines Güffcfeld, Sotzmann, Kinder-mann, Reichard, Mollo, Streit Ltieler, v. Schliessen >c. sind bekannt. Unter denAusländern sind Deüsle, d'Anvstle, Barbier, Rizzi Zannoni, Jeffery, Ari owsmiih,Walker, Lapie, Bugge, Akrel u. A. berühmt. In Haubner'S „Bors. einer umständl.Historie der Landchancn ' (Ulm 1124), mit den Zusähen in dessen „DiScourS vondem gegenwärtigen Zustande der Geographie" (Ulm 1121), Hübner's „älu.>>>nni>Kästner's „Geschichte der Mathematik" und Fabri'g „Geographie füralle Stände" (1. Thl., 1. B., S. 11) findet man ausführl. Belehrung. Charten-sammler finden ein brauchbares Hülfsmittel in des geograph. Instituts zu Weimar systeniat. -Lortimentscaialog von Landcharten, der sich nicht bloß aufeignen Verlagbeschränkt. (Vgl. Kupferstecherkunst, geogr.)
Landolt (Salomon), Künstler, Soldat und Beamter, geb. 1141 zu Zü-