Lateinischr Spräche Lateran 461
Äneas erster Ehe, wurde die Stadt Alba Longa erbaut und zum Sitze der latei-nischen Könige gemacht. Don da an wissen wir von der Geschichte Latiums,dessen Könige sämmtlich den Beinamen SylviuS führten, bis auf den Zeitpunkt,wo Romulus und RemuS einen neuen Staat gründeten, nichts. Eifersucht ent-zündete zwischen den beiden verschwisierten Staaten, dem lateinischen und römi-schen, einen Krieg, der sich mit Unterjochung der Lateiner und mit der Zerstörungihrer Hauptstadt endigte. Rom ward die Hauptstadt von ganz Latium , als KönigServius die Lateiner durch ein festes Bündniß mit Rom vereinigte. Don diesemZeitpunkte kann man den Anfang von Roms Größe und Macht rechnen, dennohne die Tapferkeit und Freundschaft der Lateiner würde Rom wahrscheinlich nie zudem Gipfel seiner nachmaligen Weltherrschaft emporgestiegen sein. TarquiniuSSupcrbus suchte dies Bündniß der Römer mit den Lateinern noch enger zu knü-pfen, reizte sie aber, nach seiner Vertreibung, zum Aufstande gegen Rom . Die-ser erste Krieg der Römer mit den Lateinern, seit dem geschlossenen Bündnisse,ward durch dieTapferkeit seiner Dictatoren siegreich für Rom beend'gt und daraufdas alte Bündniß unter beiden Völkern wieder erneuert. Im I. Roms 414 ent-stand jedoch ein weit gefährlicherer Bruch zwischen ihnen. Die Lateiner singennämlich einen Krieg mit den Samnitern an, und diese riefen die Römer zu Hülfe.Dadurch entstand ein Streit zwischen Rom und Latium , in welchem Letztires end-lich sogar foderie, Rom solle einen Eonsul und die Hälfte des Senats aus den La-teinern erwählen. Dieses Begehren ward von dem römischen Stolze verworfen.In den: darauf entstandenen Kriege gegen den tapfersten und furchtbarst.» Feindkonnten tie Römer nur mit der äußersten Anstrengung den Sieg erfechten; endlichaber gelang es ihnen, Latium unter ihre Botmäßigkeit zu bringen, späterhin,als die Römer b.inahe schon die Herrschaft der Welt erlangt hatten, machten dieLateiner durch die Theilnahme an d.m Bundesgenossenkriege (im Z. Roms 663)einen nochmaligen Versuch, ihre Freiheit wiederzuerlangen, welches ihnen auchinsofern gelang, als ihnen von den Römern manche ihrer Vorrechte wieder einge-räumt werden. (L. Rom.)
Lateinische Sprache, s. RömischeLprache.
Lateinisches Kaiserthu m, s. Byzantiner.
Lateran, ei» in Rom von der alirömischen Ilateranisch,»Familie benannterPlatz. Nero ließ den letzten Besitzer, PlaunuL Lat.ranus, hinrichten und eignetesich seme Güter zu, wodurch der Lakeranische Pallast ein kaiserl. Eigenthum wurde.Konstantin d.Gr.schenkte ihn den Päpsten, denen er auflOOOI., bis zur Ver-legung ihrer Residenz nach Avignon , alsWohnpalast diente. Die von Konstantinan dies m Palast erbaute Kirche des heil. Johannes vom Lateran ist die bischöflichedes Papstes und die Hauplkirche in Rom , daher die Inschrift über ihrer a^anpt-lhüre: „Oiiiuiuiii ii! knz ci ,n !ü- coole" i.iiii in iniitoe oi ouznist", und wird ebenfallsLateran genannt. Ihr hohes Alterthum, das Andenken von 11 Kirchenversamm-lungen, die in ihr gehalten worden sind, tie seltenen Reliquien, die sie aufbe-wahrt, und ihr piächliger Bau machen sie vor andern merkwürdig. An ihrem Por-tale si.hi man den Balkon, von welchem herab der Papst dem Volke den Legen er-theilt. Am Hauptaliare darf nur der Papst Messe les.n, denn in diesem Altare be-findet sich ein alter hölzerner, an dem schon der Apostel Petrus Messe gelesen habensoll. In dieser Kirche sah man auch sonst die beiden Stühle von rothem Marmor,welche in der Mine des Sitzes eine Öffnung baden, und, nach der Sage, zur Er-forschung des Geschlechts der ncuerwählten Päpste gebraucht worden sein sollen,aber wahrscheinlich in den Bädern des Caracalla, wo man sie vorfand, zu ganz un-term Behufe gedient haben mögen. Noch jetzt nimmt jeder neuerwählle Papstfeierlich durch die Eavalcade (eme Procession zu Pferde) von dieser Kirche Besitz.Auf dem Lateranplatze steht noch eine TapeUe, welche die üo-»Iu ran tu (eine Treppe