Band 
Sechster Band. K bis L.
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Leben

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ehedem die Schützlinge des heil. LazaruS, welche meistens aus Kranken aus den unter-sten Dolksclassen bestanden und auch nach ihrer Entlassung aus den KrankenhäuserndieelenkeKleidnng dieser Kranken beibehielten, so genanntzu werden pflegten.

Lazzi . Mit diesem Worte, dessen Ableitung zweifelhaft ist, bezeichnen die Ita-liener die extemporieren Scherze und Possen ihrer komischen Schauspieler u. Sänger.

Leander, s. Hero.

Leben. Das Leben offenbart sich uns durch Dasein und Thätigkeit, es sehtalso einen Körper und das Vermögen desselben, aus eignem Antrabe Bewegungenvorzunehmen, voraus. Der Anblick einer Gestalt belehrt uns von ihrem Dasein;aber dann erst, wenn wir Bewegung an ihr sehen, oder solche Zeichen wahrnehmen,von welchen wir auf das Vermögen der Bewegung schließen können, halten wirsie für belebt. Es gibt verschiedene Stufen des Lebens. Von der Pflanze sagenwir auch: sie lebt. Hier beschränktsich dieBewegung bloß aufdas Innere der Pflan-zen, so weit sie zur Erhaltung, Ernährung und zur Durcklausunz der Perioden ih-res Wachsthums nöthig ist; dies ist das bloß vegetative Lebe». Es ist im Thiereauch vorhanden, allein dieses ist zugleich mit einem höhern begabt; das thierischeLeben umfaßt selbstthätige Bewegung der äußern Theile und Orisveränderung. Jehöher der Grad des Lebens, desto vollkommnerer Organisation bedarf es. DasLeben der Polypen z. B. entfernt sich kaum von dem Pflanzenleben, dagegen dasLeben der vollkommenen Thiere eine weit mannigfaltigere und zusammengesetztereOrganisation erfodert. (V. Naturreiche.) Aug den Erscheinungen des Lebenskönnen wir wol einenBegriff desselben abziehen, allein in das Innere desselben kön-nen w>r nicht eindringen. Jedes individuelle Leben ist aber nur der Ausfluß des all-gemeinen, ewigen und höchsten Lebens, eine endliche Abstufung und Darstellungdesselben nach unzählig mannigfaltigen Graden. Die Lehre von den Bedingungenund Gesetzen des Lebens oder die Philosophie der lebenden Natur nennt man Bio-logie, dergleichen TreviranuS (1802—14, in 4 Bdn.) gelieftrt hak. Unter Le-benskraft und Lebensprincip denken wir uns die den Erscheinungen des organischenLebens zum Grunde liegende innere Ursache desselben. Wo wir Leben bemerken,ist eine bestimmte Organisation vorhanden, welche durch eine innere Kraft in Be,wegung und Thätigkeit gesetzt wird, und das Leben ist vernichtet, sobald die Orga-nisation zur Ausübung ihrer Verrichtungen untauglich ist, oder die innere Kraftfehlt. Diese Kraft als Lebensprincip muß in dem feinsten und durchdringendstenFluidum der Natur enthalten sein, das wir nur mit dem Äther, der elektrischen,magnetischen und Lichtmaterie vergleichen können. Zu gewissen Theilen des Orga-nismus scheint es besondere Verwandtschaft zu haben, besonders im thierischen Kör-per zu den Nerven, von denen es zu den übrigen Theilen des Körpers geleitet wird.Es kann in einem Körper angehäuft werden, kann in freiem, einige Zeit aber auchin einem gebundenen Zustande erscheinen. Das Lebensprincip gibt der thierischenFaser die Eigenschaft, sich zusammenzuziehen und auszudehnen (Contractiliiät),und entzieht sich zum Theil den allgenieinen physischen und chemisch n Gesetzen derunorganischen Natur, daher in einem belebten Körper kein bloß mechanischer undchenuscher Proceß besteht. Das Lebensprincip kann durch gewisse ihni entgegenge-setzte Einwirkungen geschwächt, durch andre verstärkt werden. Unter die feindlichenEinflüsse gehört besonders ein hoher Grad von Kälte, gehören starke Erschütterun-gen, manche Gifte u, s. w.; unter die günstigen Einwirkungen gehört die Wärme(in einem angemessenen Grade), das Licht, die Luft, besonders der Antheil vonLebenslust (Oxygengas) in derselben. Dieses Lebensprincip erfüllt den ganzen Kör-per und erregt die Thätigkeit aller einzelnen Theile desselben, jedes nach seinem be-sondern Bau und seiner Einrichtung; daher dann das harmonische, zu einem Zweckehin gerichtete Streben derselben, ihre Funktionen auszuüben. — Eine Biome-trie oder Lebensmeß- und Rechnungskunst (wie man das Leben mittelst rechter