Lebensbeschreibung Lebensverlängerrmg 487
Eintheilung und Benutzung der Zeit anwenden soll, hat Julien (deutsch bearbeitetvon l). Thon, Ilmenau 1825) geschrieben. I I.
Lebensbeschreibung, Biographie, die Erzählung der Schicksale,Handlungen und Eigenschaften einer einzelnen denkwürdigen Person. Sie ist denallgemeinen Regeln einer guten Erzählung und Charakterschilderung unterworfen,unterscheidet steh jedoch von letzterer dadurch, daß sie nicht bloß das Innerliche undBeharrliche, sondern auch die äußern Umstände und Veränderungen des Lebenszum Inhalte hat. Der Biograph darf nur solche Personen wählen, deren Lebenanziehend und fruchtbar genug ist, und die sich durch ihren Rang, durch vorzüglicheVerdienste oder durch denkwürdige Glücksveränderungen merkwürdig gemacht ha-ben. Versteht der Biograph solcher Personen die Kunst, das Erhebliche und Anzie-hende aufzufassen und darzustellen, die wahren Gründe der Handlungen aufzufin-den und scharf zu erkennen, und wiefern äußere Umstände auf Charakter und Hand-lungsweise einwirkten, überzeugend anzugeben, und bleibt er stets der Natur undWahrheit treu, so wird sein Werk zugleich eine Quelle der Kenntniß und der Er-forschung des menschlichen Geistes und Herzens sein. — Eine besondere Art derBiographie ist diejenige, in welcher eine Person selbst ihre Schicksale, Handlungenund Meinungen erzählt. Es gehört dazu ein seltener Gradvon Selbstlennkniß und einnoch seltenerer Grad von Wahrheitsliebe: Eigenschaften, die nur von Demjenigenzu erwarten sind, der im gerechten Gefühle seines moralischen Werthes auch seineSchwächen und Fehler ohne Beschämung bekennen darf, wie wir dies z. B. in dertrefflichen Selbstbiographie Alfieri'ü finden. Ähnliche Autobiographien lind dievon LLcheffner, von Nettelbeck u. A. — Unter mehren Sammlungen von Biogra-phien nennen wir die von M.L.G.Michaud unternommene „Hing,»,,!>>e »i>>v>-r-,e!Ie" (52 Bde., Paris 1812— 28; Supplementbände sollen folgen); Vieilh deBoisjoslin's „lüo^r,. univrrr. et porlat. lüuii!e>,i>p»iuinr" ^ Paris 1828 tg.);I. WatkinS „Uuivcrral b'mgrapb. ilictionar^" (N. A-, Land. 1825), und de Pro:piac S „lllutargue des jeunes elemoiselles. ou »bi ege de« vies des ieiinue; illus-tres de lous >es s>»vs etc." (4. A., Paris 1825, 2 Bde. IN. Kpfrn.). Für die deutscheBiogr. haben wir Samml. von Schwach, Klein, Hofmann, Niemeper, Hennings,Fest (Denkm. verdienst». Deutschen, Lpz. 1828 fg.) u. 2 Nekrologen (s. d.).
Lebensmittel, s. Nahrungsmittel.
Lebensverlängerung, die Anwendung derjenigen Mittel und Me-thoden, welche das Leben des Menschen seinem natürlichen Ziele am nächsten bringen.Das Leben des Menschen ist das vollkommenste und bildet sich als die vollkommen-ste Organisation aus. Es kann der innern Möglichkeit nach eine sehr lange Dauer(absolute Lebensdauer) haben, die man, nach der Dergleichung mit seinem Wachs-thum und seiner Ausbildung, über 100 I, schätzen kann. Die wirkliche (relative)Dauer des menschl, Lebens hängtabervon dem Grade des ihm ursprünglich zugetheil-ten Lebensprincips, von der Beschaffenheit seiner Organisation und von der durch dieLebensihätigkeit selbst bewirkten Aufzehrung (Consumtion) der Lebenskraft ab. Fer-mr gibt es viele feindliche Einflüsse auf den menschlichen Körper, z. B. ungünstigeWitterung, ansteckende Krankheüsstosfe, Leidenschaften u. s. w., welche seine natürli-che Lebensdauer abkürzen. Da der wirklichen (relativen) Lebensdauer so manche Ge-fahren drohen, und die mögliche (absolute) Lebensdauer doch so hoch steigen kaun; daferner durch Beobachtung gewisser Regeln manche Gefahr abgewendet, die Derzeh-rung des Lebensprincips verzögert u. der Ersah desselben befördert werden kann, so läßtsichdie Möglichkeit einer Lebensverlängerung denken, insofern das wirkliche Leben demZiele der möglichen (absoluten) Lebensdauer genähert wird. Die Anlage zum langenLeben überhaupt erfoderr einen regelmäßigen Bau des Körpers u. s. einzelnen Theile,gesunde Lungen, gute Verdauung, gesetzmäßigen Umlauf des Blut«, gehöriges Ver-hältniß in der Vertheilung des Lebensprincips, welche durch gutes Temperament,