Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
491
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Lebcrreiine Lebrun (Charl. Fron?., Herz. v.Piacenza ) 491

schüft ziehen und sie krankhaft stimmen, sowie umgekehrt bei hitzigen Leberkrank»heiten leicht das Gehirn mit in Anspruch genommen wird, welches auf eine beson-dere Sympathie beider -Organe deutet.

Lebcrre ; me sind zweizeilige deutsche Scherzgedichte, in welchen die ersteZeile stets mit den Worten anfängt: „Die Leber ist vom Hecht und nicht voneinem —", hier wird ein Thier genannt, auf dessen Namen dann die folgendeZeile reimen muß. Diese Reime, welche von Schävius erfunden und ehemals beiöffentlichen Gastereien, sobald der Hecht aufgetragen war, besonders in Sachtensehr beliebt gewesen sind, werden jetzt selten angewendet, weil ihre einförmige Naturdem eigentlichen Wthe weniger als einem faden Spaße Spielraum läßt.

Lebrun (Charles), geb. zu Paris 1618, erster Maler des Königs, Sohneines mittelmäßigen Bildhauers, zeichnete schon in s. 3- Jahre mit Kohle, und malteim 12. ein Portrait seines Großvaters, welch S nicht für das schlechteste f. Bildnisseerkannt worden ist. Er wurde Vouet'S Schüler und übertraf nicht allein in Kurzems. Mitschüler, sondern auch s. Lehrer. Nachdem er vonRom, wo er unter Poussin's Leitung vornehmlich die Antike und Rasaels Werke studirt hatte, nach Paris zurück-gekehrt war, wurde er geadelt, zum Ritter des heil. MichaAsordenü und 1648 zumPräsidenten der neue» k. Maler- und Bildhauerakakemie ernannt. Auch war ersogen. Fürst der Akademie von Lt.-Lukas in Rom . Seit 1661 wurde er vorzüglichgebraucht, die Umgebungen Ludwigs XI V. und s. Großen durcb Werke der Kunstund glänzende Feste zu v'rheri lichen, Er schmückte besonders Versailles aus undward auch Direclor der k. Gobeluimanufactur, Mit Eolbert'S Tode, 1683, sanksein Einfluß. L. starb 1660. Er besaß ein umfassendes Genie, welches durch einanhaltendes Ltudium der Geschichte und der -Litten der Völker ausgebildet wordenwar. Weisige Maler haben das menschliche Gemüth und die leidenschaftlichen Er-regungen desselben besser gekannt als er. Dies beweisen s. „I'r->ii>'» sur In pPzio-nonne" und,G»r Ic oarnrt.Ae <le-i pa5<u(,,,ü". Von Seiten der Erfindung erreichteer die größten Meister. Er verband mit der lebhaftesten Einbildungskraft und dergrößten Leichtigkeit im Arbeiten die sicherste Urtheilskraft; er strebte nach der mög-lichsten Correctheit und zog selbst über die unbedeutendsten Gegenstände das Alter-thum, Bücher oder Gelehrte zu Rathe. Die schwache Seite s. Gemälde ist die Far-bengebung, besonders im Nackten, an welchem man jetzt fast überall die Unterlagevon Zinnober oder Mennige durchscheinen sieht, deren er sich bediente, um die leben-dige Fleischfarbe hervorzubringen. — Mad. Lebrun, geb. Vig e, Vernet'üSchü-lerin, berühmt als Portraitmalerin, lebte seit 1786 in Rom und Neapel , dann inWien, Berlin, Petersburg, London, und kehrte unter Napoleon nach Paris zu-rück. — Pierre Lebrun, geb. zu Paris d. 26. D,c. 1785, bekannt durch s.Trauerspiele: und „Uario .8lii.n l" (1820, nach Schiller ), wurde 1828

Mitgl. der „äuuO. lftuwaiw.— LouisSebast. Lebrun, Sänger u.Tons.tzer,geb. 1765 zu Paris , bekannt durch mehre kleine Opern, starb d. 28. Juni 1829.

Lebrun (Charles Fran.ois, Herzog v. Piacenza ), geh. zu Sl.-Sauveur d.19. März 1736, übersetzte schon alSLtudeni den Homer und den Tasso. Der Kanz-ler Meaupou stellte ihn an, und L. gilt für den Verf. der Reden, welche dieser 1770bei Gelegenheit s. Streits mit den Parlamenten hielt. Er 'A'te hierauf in der Zu-rückgezogmheit, mit der Erziehung s. Familie beschäftigt. Ai Abgeordneter des drit-ten LtandeS bei der Generalstänteve, sammlung machte er ch durch s Mäßigungbemerklich. Er wählte sich Gegenstände der Polizei, der Finanzen und der Ltaats-verwaltung zu s. Bearbeitung und wirkte mehre dieselben betreffende Beschlüsse aus.Nach dem 10. Aug. 1792 legte er s. Stellen nieder, ward den 1. Scpt. 1793 ver-haftet und erst 5 Monate nach dem 9. Thermidor in Freiheil gesetzt. 1795 trat erin den Rath der Alten. An der Revolution vom 18. Brumaire hatte er keinen An-theil; dennoch ward er Präsident der einstweiligen Commission des Raths und nach-