Band 
Sechster Band. K bis L.
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Leda

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bekannten Buchstaben hängen bleibt und Worte oft nur gedächtm'ßmäßig auffaßt,oder mit den bekannten Zeichen auch den unbekannten Gedanken fälschlich verstau-den zu haben glaubt. So wie nun der Zweck der Geistesbeschäftigung den Zweckdes eigentlichen Unterrichts zum Behufe der Erweiterung oder Verdeutlichung un-serer Erkenntnisse, und den Zweck der spielenden Geisteserregung und Unterhaltungumfaßt: so unterscheidet man die unterrichtende^und unterhaltende Leciüre. Beideaber grenzen natürlich zusammen, und wahrhaft große Dichterwerke z. B. bildenhier einen Übergang, indem in ihnen die Unterhaltung zwar ohne eigentliche An-strengung des Nachdenkens, aber nicht ohne Einwirkung aufdie edelsten GemükhS-kräfte überhaupt, erfolgt. Beim Lesen unterrichtender Werke, sowie bei geschicht-lichen Untersuchungen über Literatur, kommt es auf ihre Echtheit und ihren Sinn,sowvl im Ganzen als im Einzelnen, an. Erstere zu untersuchen ist die Sache derKritik (s. d.), letztere der Hermeneutik (s. d.). Bei der Unterhaltungslectürekümmert nian sich weniger um jene. Die gemeinste Art der Lectüre aber ist die,welche bloß zum Zeitvertreibe, oder richtiger, um durch eine Menge neuer uffd ver-schiedenartiger Gedanken Gefühl und Einbildungskraft in einen Wechsel voll Span-nung und Abspannung zu versetzen, angewendet wird.. Hier sucht der Leser unauf-hörlich neuen Stoff; diese rohe Begierde nach Stoff uNd gleichsam mechanischerBewegung der innern Lebensihätigkeit ist um so schädlicher, je öfter sie durch ge-haltlose oder solche Schifften, welche bloß die Sinnlichkeit oder das Gefühl anregen,befriedigt wird. Alle Lectüre, wenn. sie nicht einseitig auf den Geist wirken undmithin demselben mehr schaden und ihn schwächen als ihm nützen und ihn stärkensoll, richte sich zuerst nach dem Gedankenhorizonte, der Fähigkeit des Lesers; siesei ferner geordnet, um die Klarheit dös Geistes zu befördern, folglich nicht überallzu verschiedenartige Schriften verbreitet; ausgewählt, d. i. auf das Beste einerGattung möglichst gerichtet; methodisch, d. i. mit Erreichung würdiger und viel-seitiger Zwecke des Lesers zusammenhängend und wo Möglich stufenweise fortschrei-tend; endlich nicht zu überhäuft und angestrengt. Aus dem Gegentheile des Letz-ter» ist oft das sogen. Überstudiren hervorgegangen. Die Lectüre darf aber auchnie den sittlichen und religiösen Sinn überhaupt unterdrücken oder die Thalkraftdurch Schwelgerei in angereglen Gefühlen ertränken, wie oft z.B. durch Leciüre vonRomanen und Erzählungen geschieht. Bei der unterrichtenden Leciüre hat man vorAllem auf richtige Auffassung des Sinnes, besonders wenn man den besondernZweck hat, Schriften zu beurtheilen; ferner auf lebendige Auffassung, die nichtdurch bloßes Gedächtniß, sondern durch klaren, selbstthätigen Verstand geschieht,her im Stande sein muß, sich über das Gelesene Rechenschaft zu gekn und nöihigen-falls es Andern Mitzutheilen (denn nur so wird das Aufgenommene gleichsam inFleisch und Blut verwandelt); endlich aufeine unparteiische Beurtheilung zu sehen,wobei man oft verpflichtet ist, auch die Schriften entgegengesetzter Parteien zu lesen.Die Wahl der Lectüre im materiellen Sinne hängt oft und größtemheils von derBeschaffenheit des Gegebenen, mithin von der Literatur ab und richtet sich im Ein-zelnen oft nach Zufall, Urtheil Andrer, Neigung oder eignem Takt. HerrschendeVerirrungen in der Lektüre deuten daher gewöhnlich aus Verirrungen der Literatur.Das Lesen selbst (Lectüre im formellen Sinne) ist entweder statansch (langsam,verweilend) oder cursorisch (flüchtig). Die größere oder geringere Bedeutung derBücher bestimmt, welches von Beiden flatlsinken, und ob man sich Auszüge desGelesenen machen (epcerpiren) soll. Die wahre Lectüre ist aber die, welche denGeist, nicht das Epcerptenbuch, bereichert. I.

H^.L e d a, nach Einigen des Thestius, eines Königs von Ätolien , nach A. des(ä^akos und der Laophonte oder Leucippe Tochter, heirolheke den spartanischen K.Tyndareus. Jupiter verwandelte sich, um zu ihrem Besitze zu gelangen, in einenSchwan, nach A. in eine Gans, in welcher Gestalt man ihn auch auf einem hercu-