Band 
Sechster Band. K bis L.
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Legitimität

dessen Person und Herrscherrecht, selbst mit Gefabr des eignen Lebens, vertheidigen.Zudem sie aber nur auf Rettung dieses Leders bedacht waren und Frankreich mitsammt dem Throne im S.iiche lochen, könnte man geltend machen, daß sie ibre Ein-sprüche faciisch aufgaben mw selbst die Anarckie beförderten, au? welch,r nun bloß«ine kraftvolle Hand Frankreich reiten koniue. Wenn nun Frankreich seinen R I-ter, denn d es schien Napobon unstreitig in >ener Zeit , a's seinen Hnuscher aner-kannte, weil die alte Dynastie ihren Anspruch ruh n ließ, was fehlte jenem zur Le-gitimität? Dagegen fehlte ihm diest Legitimität gänzlich. als er bei seiner Rück-kehr von Elba sich de? Throns von Frankreich wieder bemächtigen wollte. Dennhier stürzte er eine b steh nde politische Ordnung um und bewirkte selbst eine Artvon Anarchie; ein großer Theil von Franko ich war gegen ihn in form! cheni Aus-stande begriffen und schickte keine Abgeordneten zum sogenannten Maffelde, wo ersich erst legitim machen wollte; auch erkannte ihn keine auswärtige Macht an, weilman sich aus langer Erfahrung überzeugt hatte, daß nin ihm in kein dauerhaftesRechtSverkäliniß zu treten war. Wag aber g-ffcbehen sein würde, wenn Napoleon bei Belle-Alliance gesiegt hätte, läßt sich freilich nicht bestimmen. Nur so viel istgewiß, daß die neufranz. Theorie von der Legitimität dadurch s hr würde ins Ge-dränge gekommen sein. Daß aber diese Th orie nicht praktisch gegolten hat, son-dern einzig die hier aufgestellte, beweist die ganze Geschickte, besonders die vonEngland, wo j tzt aus dem Throne der Stuaris Herrscher sitzen, die alle Welt fürlegitim hält, wahrend sie bis zum Tode des letzten Prätendenten, nach jener Theo-rie, für ist gitim hätten gehalten werden müssen.

Das hier Auseinandergesetzte führt uns aber zu dem Resultate, daß überhauptnicht von d m Rkchkst'tel der Herrschaft, sondern nur von ihrem thatsächlichen Be-stehen die Rede sein soll, und daß das nettere europ. Völ'errecht, indem es denErschütterungen der letzte» 30 Jahre ei» Ziel zu setzen sucht, die Aufrechthalkungdes Bestehenden, M't den durch gemeittschaftltche Übereinkunft der europ, Haupt-mächte gebilligten Veränderungen, zur Basis genommen hat. Hieraus ergibtsich allerdings ein sehr bestimmter Begriff der Legiiüwtät, bei welchem die-Lchwic-rizkeite», welche sich bei der Beziehung auf den rechtlichen Ursprung der Herrschaftzeigen, entfernt werden. Es kommt alsdann nicht mehr darauf an, aus welcheW e die Verfassung und Dynastie eines Volkes in frühern Zeiten gegründet wor-den-st, sondern nur daraus, daß sie j.tzk in anerkannter Wirksamkeit besteht, unddie Anerkennung, welche enlftheidet, ist die der vorzugsweise sogenannten europäi-schen Mächte, d, h. wie dieser Sprachgebrauch s it dem wiener Eongresse von I81Lfestgestellt worden ist, aller derjnigen Siaaieu, deren Existenz nicht ganz undgar m einer föderativen Verbindung beruht, oder der 8 Mächte, welche den pari-ser Frieden mit unterzeichn, t haben, oder endlich, in noch engerer Beschränkung,der 5 Mächte, von welchen die letzten Eongresse b schickt word.n sind. Zn dieserpraktisch anerkannte» Bedeutung bezicht sich also die Legitnnirät nicht bloßauf die Dvnaüie, sondern auch auf die Formen der Verfassungen; sie halt dasstrenmnonarchische Princip als Regel fest und gestattet nur die wenigen noch übri-gen Ausnahme», würde aber eine antimoualchische Umänderung auch dann nichtanerkennen müssen, wenn sie von dem Monarchen selbst freiwtll g ausgegangenwäre. D-nn »nt bckkem Begriffe der Legitimität hängt auf das genaueste dasRecht der europäischen Machte zustimmen, Verfaffungsveiänderungen, welcheden, monarchischen Princip andrer Limiten nach,heilig werden können, durchbewaffnetes Emfchr.it.m wstd.r aufzuheben; und insofern es hierbei rar auf dieG.sahr ankommt, we'che aus gewissen republikanisch n Eimichmngen für andreStaaten entstehen könnte, so kann auch nur dieses, nicht aber die Art und WeisederEnistehung, entscheiden. Daher sind, obg'eich bis jetzt nur die (auch m ihremEntstehen unrechtmäßigen) Revolukiynen Spaniens und Neapels durch die Was-