Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
507
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Lehman» 507

4 Jahren 9 Aufl. und wird fortdauernd neu gedruckt. Auch hier Wichte der Dichterdie Mangel der Anlage durch Anmiuh und Schönheit der Form zu verbergen. L.ward 1798 zum Mitgliede des Instituts ernannt und verwaltete einige Jahre vorWtlle's Tode dessen Lehrstelle am <'.<,!lege <In branee. 1811 gerielh er in (Geistes-Verwirrung, die Folge eines unglücklichen Falles, und endigte 1813 sein Leben imSpiral. Seine Schriften sind noch nicht gesammelt. Einzelne vortreffliche Gedichteund Aufsätze stehen in den „Vcillücs <ler >>>use»", die er mit Arnaulr, Laya undVigße herausgab, und im „älercurc cle l'r.iiw,-".

Lehman» (Johann George), königl. sächs. Major, Erfinder der nach ihmbenannten topographischen Zeichnungslehre, der Sohn eine? armen Müllers, geb,den 11. Mai 1765 in der Iohannismühle bei Barurh im ehemaligen sachs. Kur-kreise, erhielt seinen ersten Unterricht von einem Dorfschmied, der 1 Stunde weitvon seinem Geburtsorte wohnte; später ertheilte ihm der Canror in Barurh einigeAnweisung in der Musik. Hierauf arbeitete L. als Muhlknappe. Bald aber stell-ten ihm die Werber nach, die damals oft unter allerlei Verkleidungen die Maß-gerechten der untern Stände überfielen und nach dem Standquartiere schleppten.Dem Waffenstande abgeneigt, begab sich L. unter den Schutz eines begüterten Vor-nehmen, der ihn zum «chreiber ernannte. Allein seine derbe Offenbeit mißfieldem Schutzherrn, und dieser schwieg, als man den jungen Menschen einst bei einen»Kirchgänge mit Gewalt zum Militair nahm. Seiner Fertigkeit im Schreibenwegen wurde er Eompagnieschreiber, und als sein Regiment nach Dresden zu stehenkam, erlaubte man ihm, die Kriegsschule, welche damals der Hauptmann Backen-berg leitete, zu besuchen. Dieser erkannte L.'S Talent und übertrug ihm mehretopographische Arbeiten. General v. Langenau sah die Arbeiten und versetzte L.zu seinem Regimente als Sergeant. Den Antrag aber, ihn als Officier in Ver-trag zu bringen und ihm zugleich die Leitung einer Militairbildungsanstalt zu über-geben, mußte L. aus Mangel an den nöthigen EguipirungS- und Subfistenz-Mitteln ablehnen. Darauf bat er, um sich ganz topographische» Arbeiten zu wid-men, im Juli 1793 um den Abschied. Er erhielt ihn und nahm jetzt, ohne Bei-stand eines Landmessers, 26 (IN. des Erzgebirges und niehre einzelne Rittergüterauf. Das Entbehren aller Hülfsmittel aber, welche die gewöhnlichen Vermessun-gen erleichtern, führte ihn zur Erfindung und Anwendung höchst wichtiger Vor-theile, den zweckmäßigen Gebrauch des Meßtisches betreffend, welche in dem 2. Th.s. Werkes enthalten find. Zugleich erwarb sich L. reichhaltige Erfahrungen in Hin-sicht der Entstehung und Bildung sowol einzelner als zusammenhängender Berg-gruppen, und gründete in der Folge auf selbige sein Situarionszeichnungssystem,welches Siborn ins Englische übersetzt hat. Obige Vermessungen gründeten L.'SRuf. Man ernannte ihn zum Straßenaufseher im wittenberger Kreise, und 1798wurde er, auf Backenberg'S Verwendung und den Vertrag des Obersten v. Chri-stians zum Ofneier und Lehrer bei der sachs. Ritterakademie in Dresden ernannt«In dieser Stellung arbeitete er s. Lehre der Situationszeichnung aus, die nach sei-nem Tode Pros. Fischer herausgab. Zugleich verdankte ihm mancher tüchtigeGeometer und Topograph seine Bildung. — Der Feldzug 1866 rief den Lieut.L. in den sachs. O,uartiermeisterstab, wo er bei Jena Beweise seines Scharfblicksund s. Terrainkenntniß gab; 1807 ging er als Hauptmann und O.uartiei meistenzur Belagerung von Danzig und später zur Blockade von Graudenz , erschöpftehier aber seine Kräfte in Erfüllung seines Berufs und legte dadurch den Grund zuseinem frühen Tode. Endlich zog er mit dem sachs. Generalstabe nach Warschau und verfertigte hier den bekannten Grundriß gedachter Hauptstadt. 1809 seinerKränklichkeit wegen nach Dresden zurückberufen, erhielt L.den St.-Heinrichsordewund wurde im folg. I. zum Major und Oberaufseher der königl.Militairplankam-nier ernannt. Nach langen Leiden starb dieser durch ftlbsterworbene Bildung, Fleiß